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Die Anfahrtsseite: Öffis, Parken und Eingang klar beschreiben

Kurz gesagt: Eine gute Anfahrtsseite beantwortet die Fragen, die sonst am Telefon landen: Mit welcher Linie komme ich hin, wo kann ich parken, welcher Eingang, welche Stiege, welcher Stock, und komme ich mit Kinderwagen oder Rollator hinein? Am besten funktioniert sie als kurze Abfolge von Bausteinen mit je zwei, drei Sätzen, einem Wegbeschreibungslink für Google Maps und ein paar Fotos vom letzten Stück des Weges.

In Wien ist „die Adresse“ oft nur die halbe Information. Zwischen Haustor und Ordination liegen Innenhof, Stiege 3, Gegensprechanlage und ein Lift, der erst ab dem Mezzanin fährt. Wer das nicht auf der Website findet, ruft an – oder kommt zu spät. Die folgenden Bausteine lassen sich für Praxis, Studio, Kanzlei oder Geschäftslokal anpassen. Die Beispieltexte in Klammern sind Platzhalter.

Baustein 1: Die Adresse, so wie man sie eingibt

Oben auf der Seite steht die Adresse genau so, wie Kunden sie in ein Navi oder in Maps eintippen würden – ohne Zusätze, die die Suche verwirren. Stiege, Stock und Tür kommen in eine eigene Zeile.

[Musterstraße 12], [1070] Wien Stiege 2, 3. Stock, Tür 14 – Gegensprechanlage „[Name des Betriebs]“

Dieselbe Schreibweise gehört ins Google-Unternehmensprofil. Die Google-Richtlinien empfehlen, das Unternehmen so zu präsentieren wie auf Schildern und Briefpapier; Stockwerk- und Türangaben können dort ebenfalls angegeben werden.

Baustein 2: Öffis zuerst

Viele Ihrer Kunden kommen in Wien mit U-Bahn, Bim oder Bus. Nennen Sie die nächste Station, die Linie und – das wird oft vergessen – den richtigen Ausgang.

U-Bahn: [U3] bis [Station], Ausgang [Straßenname]. Von dort rund [4] Minuten zu Fuß. Straßenbahn: [Linie 49] bis [Haltestelle], dann [rechts in die Musterstraße]. Bus: [13A] bis [Haltestelle], direkt vor dem Haus.

Schreiben Sie Haltestellen so, wie sie auf den Schildern stehen. Gehzeiten schätzen Sie am besten selbst mit der Stoppuhr, nicht nach Gefühl. Wenn eine Linie am Wochenende anders fährt oder eine Baustelle länger dauert, gehört das als datierter Hinweis dazu.

Baustein 3: Parken ehrlich beschreiben

In Wien gilt laut Stadt Wien (abgerufen November 2026) eine flächendeckende Kurzparkzone: Montag bis Freitag an Werktagen von 9 bis 22 Uhr, mit Parkschein oder Handyparken maximal zwei Stunden. In ausgewiesenen Geschäftsstraßen gelten eigene Zeiten. Für Ihre Kunden bedeutet das: Ein Termin, der länger dauert, braucht eine Alternative.

Mit dem Auto: In der Umgebung gilt die Wiener Kurzparkzone (Mo–Fr werktags 9–22 Uhr, max. 2 Stunden). Die nächste Parkgarage ist [Name, Adresse], etwa [3] Minuten zu Fuß. Bei längeren Terminen empfehlen wir die Garage.

Haben Sie eigene Stellplätze im Hof, beschreiben Sie Einfahrt, Toröffnung und welche Plätze Kunden nutzen dürfen. Und wenn es schlicht keine gute Parkmöglichkeit gibt, sagen Sie das. Das spart Ärger.

Baustein 4: Das Fahrrad nicht vergessen

Mit dem Rad: Radbügel [direkt vor dem Eingang] bzw. [im Innenhof, durch das Haustor links].

Ein Satz reicht, aber er beantwortet eine Frage, die Radfahrer sonst erst vor Ort klären.

Baustein 5: Der Weg vom Haustor bis zur Tür

Das ist der Baustein, der in den meisten Anfahrtsseiten fehlt – und der die meisten Anrufe auslöst.

Durch das Haustor in den Innenhof, dann links zu Stiege 2. Der Lift ist rechts nach der Glastür. Im 3. Stock die zweite Tür links, Tür 14. Bitte zweimal läuten, die Tür ist während der Öffnungszeiten offen.

Dazu passen drei oder vier Fotos in der richtigen Reihenfolge: Hausfassade mit Hausnummer, Hof mit Stiegenschild, Eingangstür, Klingelschild. Fotografieren Sie bei Tageslicht und aus Augenhöhe, so wie ein Besucher es sieht.

Baustein 6: Barrierefreier Zugang konkret

„Barrierefrei“ als einzelnes Wort hilft wenig. Beschreiben Sie, was jemand mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen tatsächlich erwartet:

Der Haupteingang hat zwei Stufen. Ein stufenloser Zugang ist über den Hof möglich (Einfahrt [Seitengasse]). Der Lift ist [80] cm breit und fährt bis in den 3. Stock. Eine barrierefreie Toilette gibt es [nicht / im Erdgeschoss].

Messen Sie Breiten selbst nach. Lieber eine ehrliche Einschränkung als eine Überraschung an der Stufe.

Baustein 7: Karte – eingebettet, Bild oder Link?

Drei Varianten sind üblich:

  • Eingebettete interaktive Karte: praktisch, lädt aber zusätzliche Inhalte eines Drittanbieters und macht die Seite schwerer. Ob dafür vorher eine Zustimmung nötig ist, klären Sie im Zusammenhang mit Ihrem Cookie-Hinweis.
  • Statisches Kartenbild: schnell, einfach, zeigt die Lage. Eignet sich gut, wenn Sie den Weg darauf markieren.
  • Link „Route in Google Maps öffnen“: am Handy oft die beste Lösung, weil er direkt die Navigation startet.

Für den Link bietet Google eine dokumentierte URL-Form. Laut Google-Entwicklerdokumentation (abgerufen November 2026) brauchen Sie dafür keinen API-Schlüssel. Ein Link nach dem Muster https://www.google.com/maps/dir/?api=1&destination=[Adresse]&travelmode=transit öffnet die Routenplanung zum Ziel; mit travelmode=walking oder driving wählen Sie die Fußgänger- oder Autoroute vor. Der Parameter api=1 ist laut Doku in jedem Link erforderlich, sonst werden die übrigen Parameter ignoriert. Wer den Ort eindeutig treffen will, kann zusätzlich die Orts-ID über destination_place_id angeben.

Viele Betriebe kombinieren ein statisches Bild mit dem Routenlink – leicht, schnell und am Handy mit einem Daumentipp in der Navigation.

Baustein 8: Was tun, wenn man doch nicht hinfindet?

Sie stehen vor dem Haus und finden uns nicht? Rufen Sie uns an: [Telefonnummer]

Die Telefonnummer als anklickbarer Link (tel:) ganz unten, damit niemand sie abtippen muss.

Wo die Anfahrt auf der Website hingehört

Eine eigene Seite „Anfahrt“ oder „So finden Sie uns“ ist sinnvoll, wenn der Weg erklärungsbedürftig ist. Zusätzlich gehört ein Kurzlink dorthin in jede Terminbestätigung per E-Mail oder SMS. Der Moment, in dem Kunden die Anfahrt brauchen, ist selten beim Stöbern auf der Website – sondern zwanzig Minuten vor dem Termin.

Häufige Fragen

Reicht nicht einfach eine eingebettete Google-Karte?

Die Karte zeigt die Lage, aber nicht den Eingang im Hof, die Stiege oder den Lift. Gerade in Wiener Altbauten ist das letzte Stück das schwierigste. Text und Fotos ergänzen, was die Karte nicht kann.

Soll ich Gehzeiten von der Station angeben?

Ja, wenn Sie sie selbst gemessen haben. Eine realistische Angabe hilft Kunden, pünktlich zu sein, und verhindert Anrufe à la „Bin ich hier richtig?“.

Wie oft muss ich die Anfahrtsseite aktualisieren?

Immer, wenn sich etwas Dauerhaftes ändert: neue Garage, andere Linienführung, längere Baustelle vor dem Haus. Ein kurzer Blick einmal im Quartal genügt meistens.

Gehört die Anfahrt auch ins Google-Profil?

Die Adresse ja, mit derselben Schreibweise wie auf der Website. Ausführliche Wegbeschreibungen haben im Profil keinen eigenen Platz – dafür ist die Website da, die Sie im Profil verlinken.

Wenn Ihre Kunden regelmäßig im Hof stehen und anrufen, baue ich Ihnen gern eine Anfahrtsseite, die das letzte Stück wirklich erklärt – melden Sie sich einfach.

Quellen

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