Ein Ansichtsplan für eine drehbare Produktpräsentation
Eine drehbare Produktpräsentation besteht aus einzelnen Ansichten. Fehlt eine davon, springt die Drehung oder zeigt eine Lücke, und gerade die Rückseite wird oft vergessen. Dieser Beitrag skizziert eine Winkel-Abdeckungskarte, mit der sich fehlende Ansichten vor der Veröffentlichung erkennen lassen. Sie beschreibt nur, welche Bilder vorliegen. Sie verspricht kein 3D-Modell und keine flüssige Drehung.
Die Idee
Statt zu fragen „Sind alle Bilder da?“, wird vorab festgelegt, welche Winkel gebraucht werden, und dann abgehakt, welche vorliegen. Die Karte ist eine Liste von Winkeln mit Status.
Ein einfacher Vorschlag mit acht Positionen im Abstand von 45 Grad:
0 Grad Vorderseite, 45, 90 rechte Seite, 135, 180 Rückseite, 225, 270 linke Seite, 315.
Die Zahl der Winkel ist eine Entscheidung je Produkt. Manche Produkte brauchen weniger, manche mehr. Wichtig ist, dass die Zahl vor der Prüfung feststeht.
Vorlage der Winkel-Abdeckungskarte
Winkel | Bilddatei | Status | Anmerkung 0 | vorne.jpg | vorhanden | – 90 | rechts.jpg | vorhanden | – 180 | fehlt | fehlt | Rückseite nicht fotografiert 270 | links.jpg | zweifelhaft | andere Beleuchtung
Statuswerte: vorhanden, fehlt, zweifelhaft, nicht nötig (mit Begründung).
Verzweigungen
Fehlt ein Winkel, gibt es mehrere Wege. Man kann nachfotografieren, die Präsentation auf die vorhandenen Ansichten beschränken und als Einzelbilder statt als Drehung zeigen, oder den Winkel mit „nicht nötig“ markieren, falls die Rückseite tatsächlich keine Besonderheit hat. Die letzte Option braucht eine ausgeschriebene Begründung, sonst wird sie zur Ausrede.
Bei zweifelhaften Bildern, etwa mit anderer Beleuchtung oder anderem Abstand, sollte entschieden werden, ob der Unterschied im Wechsel stört. Das lässt sich nur durch Anschauen der Reihenfolge klären.
Ist die Rückseite wichtig, etwa wegen Anschlüssen oder Beschriftungen, gilt sie als Pflichtwinkel. Ohne sie wird die Drehung nicht veröffentlicht.
Durchgespieltes Beispiel (hypothetisch)
Ein Stuhl soll mit acht Winkeln gezeigt werden. Die Karte zeigt sieben vorhanden, die Rückseite bei 180 Grad fehlt. Eine Rückansicht ist hier Pflicht, weil an der Lehne etwas angebracht ist. Die Veröffentlichung wird gestoppt, die Aufnahme nachgeholt. Danach zeigt die Karte acht vorhanden, bei 225 Grad aber mit Vermerk „Boden wirkt heller“. Im Durchlauf fällt das beim Wechsel auf, es wird entschieden, das Bild neu aufzunehmen. Erst danach geht die Präsentation in die Freigabe. Würde stattdessen nur auf Einzelbilder gesetzt, müsste der Text auf „Ansichten“ statt „360-Grad-Drehung“ lauten.
Stoppbedingungen
Die Veröffentlichung sollte angehalten werden, wenn:
- ein Pflichtwinkel fehlt,
- ein Winkel doppelt vorkommt und ein anderer fehlt,
- die Reihenfolge der Dateien nicht der Reihenfolge der Winkel entspricht,
- die Überschrift mehr verspricht, als die Karte deckt, etwa „360 Grad“ bei Lücken,
- ein Bild einem anderen Produkt oder einer anderen Variante gehört.
Abnahmeprüfung
- Die Zahl der Winkel wurde vor der Prüfung festgelegt.
- Jeder Winkel hat genau einen Status.
- „Nicht nötig“ steht nur mit Begründung.
- Der Durchlauf von 0 bis 315 Grad wurde einmal vollständig angesehen, in beiden Richtungen.
- Die Beschriftung der Präsentation entspricht der Abdeckung.
- Rückseite und Seiten sind einzeln bestätigt, nicht nur als Gruppe.
Grenzen
Die Karte sagt nichts über Bildqualität, Auflösung oder Ladezeit und garantiert keine räumliche Wirkung. Sie hilft nur dabei, die Lücken zu sehen, bevor Kundinnen und Kunden sie sehen.