Artikel teilen, ohne dass Verweise auf Abschnitte ins Leere laufen
Ein langer Ratgeber auf einer Firmenwebsite wird oft geteilt, weil er zu viele Themen trägt. Das Problem sind dann nicht die Seiten, sondern die Verweise auf einzelne Abschnitte, also Links mit einem Fragment wie #lieferzeiten. Diese Verweise stehen in anderen Artikeln, in Newslettern, in Support-Antworten und in Lesezeichen. Dieser Beitrag liefert einen Plan, mit dem Sie vor der Teilung festlegen, wohin jeder Abschnitt geht.
Vorab: Was sich nicht pauschal sagen lässt
Ob ein Fragment bei einer Weiterleitung erhalten bleibt, hängt von Browser, Server und Ihrer Konfiguration ab. Gehen Sie deshalb nicht davon aus. Planen Sie so, dass der Verweis auch ohne Fragment-Erhalt sinnvoll ankommt, und prüfen Sie den Rest mit den Tests unten.
Das Artefakt: Zuordnungsplan
Legen Sie eine Tabelle an, eine Zeile pro vorhandenem Abschnitts-Anker. Spalten:
- Alter Anker
- Eingehende Verweise (intern, extern bekannt, unbekannt)
- Entscheidungszweig
- Ziel-URL und Ziel-Anker
- Hinweis für Leser, die nur die alte Seite öffnen
Die vier Zweige
Jeder Abschnitt landet in genau einem Zweig.
Zweig A, bleibt: Der Abschnitt bleibt im Ursprungsartikel. Anker unverändert lassen.
Zweig B, zieht komplett um: Der Abschnitt wandert in einen neuen Artikel. Im Ursprungsartikel steht an der alten Stelle ein kurzer Wegweiser mit Link auf den neuen Anker. Der alte Anker bleibt am Wegweiser bestehen, damit alte Links nicht ins Leere laufen.
Zweig C, wird aufgeteilt: Ein Abschnitt enthält zwei Fragen, die in verschiedene Artikel gehen. Der alte Anker zeigt auf den Teil, den die meisten Verweise meinen. Der andere Teil bekommt einen neuen Anker. Prüfen Sie dazu den Kontext der Verweise, nicht nur den Linktext.
Zweig D, entfällt: Der Abschnitt wird gestrichen. Der alte Anker zeigt auf den nächstliegenden Abschnitt, mit einem Satz, der erklärt, dass das Thema nicht mehr behandelt wird.
Hypothetisches Beispiel
Der Ratgeber „Bestellung und Versand“ hat sechs Abschnitte und neun bekannte interne Verweise.
#zahlungsarten, zwei Verweise: Zweig A, bleibt.#bestellablauf, drei Verweise: Zweig A, bleibt.#lieferzeiten, zwei Verweise: Zweig B, zieht in „Versand im Detail“. Wegweiser bleibt.#rueckversand, ein Verweis: Zweig B, zieht ebenfalls um.#kontakt-und-fristen, ein Verweis: Zweig C. Der Kontaktteil bleibt, der Fristenteil geht in den neuen Artikel mit neuem Anker.#hinweise-alt, null Verweise: Zweig D, entfällt.
Zählung: 2 + 3 + 2 + 1 + 1 + 0 = 9 Verweise. Zweig A hat zwei Abschnitte, B zwei, C einen, D einen, zusammen sechs. Stimmt die Summe nicht, ist der Plan unvollständig.
Abbruchbedingungen
Teilen Sie nicht, wenn:
- ein Abschnitt unbekannte Verweise hat und Sie keinen Wegweiser an der alten Stelle lassen können,
- zwei Abschnitte sich ohne ihren gemeinsamen Kontext nicht mehr verstehen lassen,
- die Zeilen der Tabelle keinem Zweig eindeutig zugeordnet werden können.
In diesen Fällen zuerst klären, dann teilen.
Vorgeschlagene Abnahmetests (nicht durchgeführt)
- Jeden Anker der Tabelle auf der alten Seite öffnen und prüfen, dass der Leser an sinnvoller Stelle landet.
- Jeden Zweig-B-Anker mit und ohne Weiterleitung öffnen und beobachten, ob das Fragment erhalten bleibt. Das Ergebnis in der Tabelle notieren, nicht annehmen.
- Interne Links neu auflisten und prüfen, dass die Zählung (hier 9) weiterhin durch Zeilen belegt ist.
- Per Tastatur zum Wegweiser navigieren und prüfen, dass der Link-Text das Ziel benennt.
- Die Titelzeile und die Einleitung des neuen Artikels lesen und prüfen, dass sie nicht auf Abschnitte verweisen, die nun woanders stehen.
Nach der Teilung
Interne Links sollten direkt auf die neuen Ziele zeigen, nicht auf die Wegweiser. Die Wegweiser bleiben für externe und unbekannte Verweise. Entfernen Sie sie erst, wenn Sie keinen Grund mehr haben, mit solchen Verweisen zu rechnen, und dokumentieren Sie die Entscheidung in der Tabelle.