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Eine Bestandsaufnahme für digitalisierte Diaserien

Wer eine Diaserie digitalisiert, merkt oft erst am Bildschirm, dass etwas fehlt oder vertauscht wurde. Magazine werden gemischt, Rahmen tragen Nummern, die nicht mehr stimmen, und manche Bilder lassen sich keiner Stelle zuordnen. Dieser Artikel schlägt einen Serienindex vor, der diese Unsicherheit festhält, statt sie zu überdecken. Er ist ein Entwurf, kein Versprechen auf eine lückenlose Rekonstruktion.

Das Artefakt: Serienindex mit unbekannten Positionen

Eine Tabelle pro Serie. Zeilen sind Positionen, nicht Dateien. Das ist der entscheidende Punkt: Eine Position kann existieren, ohne dass ein Bild dazu vorliegt.

Spalten:

  1. Position (1, 2, 3 und so weiter, laut bester Kenntnis).
  2. Quelle der Position: auf dem Rahmen beschriftet, aus dem Magazin abgeleitet, aus dem Bildinhalt geschlossen, unbekannt.
  3. Dateiname des Scans, falls vorhanden.
  4. Zustand: gescannt, fehlt, beschädigt, unsicher.
  5. Notiz in eigenen Worten, zum Beispiel „Rahmen ohne Nummer“.

Am Ende eine Liste „Scans ohne Position“. Dorthin kommen Bilder, deren Platz in der Serie nicht feststeht. Sie werden nicht geraten eingeordnet.

Verzweigungen

Ein Rahmen trägt eine Nummer: Die Position wird übernommen, die Quelle lautet „beschriftet“. Das schließt Fehler nicht aus, deshalb bleibt ein Feld für Zweifel.

Keine Nummer, aber ein Magazinschacht: Die Position wird abgeleitet, die Quelle entsprechend vermerkt.

Nur der Bildinhalt deutet auf die Stelle: Die Position bleibt „unsicher“, und die Begründung steht in der Notiz.

Nichts lässt sich sagen: Das Bild landet in „Scans ohne Position“.

Zwischen zwei bekannten Positionen fehlt eine Nummer: Es entsteht eine Zeile mit Zustand „fehlt“, auch wenn niemand weiß, ob das Dia je existiert hat. Die Notiz hält diese Unsicherheit fest.

Hypothetisches Beispiel

Eine Serie hat vierzig mögliche Positionen. Beim Scannen sind 34 Rahmen nummeriert. Die Nummern 12 und 13 fehlen. Zwei Rahmen haben keine Nummer, beide stammen aus einem Magazin, das zwischen Position 20 und 25 steht. Ein weiterer Scan zeigt eine Szene, die zu keiner Stelle passt. Der Index führt 12 und 13 als „fehlt“. Die beiden unnummerierten Rahmen bekommen vorläufig die Positionen 21 und 22 mit Quelle „aus Magazin abgeleitet“ und Zustand „unsicher“. Das Einzelbild landet in der Liste ohne Position. Niemand muss entscheiden, ob 12 und 13 je existierten. Der Index sagt nur, dass sie nicht vorliegen.

Stoppbedingungen

Mit dem Umbenennen oder Verschieben von Dateien sollte man pausieren, wenn:

  • zwei Scans dieselbe Position beanspruchen und keine Quelle den Streit löst,
  • die Positionsreihenfolge nur noch aus Vermutung besteht und die Originalordnung der Magazine schon verändert wurde,
  • ein Dia beschädigt ist und weitere Handhabung es verschlimmern könnte.

In solchen Fällen zuerst dokumentieren, dann entscheiden.

Praktische Abnahmeprüfungen

  1. Die Zeilenzahl des Index mit der erwarteten Seriengröße und der Zahl der Scans abgleichen: gescannt plus fehlt plus beschädigt plus unsicher muss alle Positionen ergeben.
  2. Jeder Scan taucht genau einmal auf, entweder in einer Positionszeile oder in der Liste ohne Position.
  3. Jede unsichere Zeile hat eine Notiz mit Begründung.
  4. Eine zweite Person ordnet drei zufällige Scans anhand des Index zu und prüft, ob sie ihn ohne Rückfrage versteht.
  5. Der Index wird vor dem Umbenennen der Dateien gespeichert, damit die ursprüngliche Dateibenennung nachvollziehbar bleibt.

Grenzen

Der Index erfindet keine Reihenfolge. Er macht sichtbar, was bekannt, was abgeleitet und was offen ist. Spätere Hinweise, etwa von Familienmitgliedern, können einzelne Zeilen klären, und genau dafür sollen die offenen Felder bestehen bleiben.

Quellen

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