Christbaumverkauf: Saison-Website mit Reservierung und Zustellung
Kurz gesagt: Ein Christbaumverkauf hat eine Saison von wenigen Wochen, und in dieser Zeit muss online alles stimmen: wo die Stände sind, wann sie offen haben, welche Sorten und Größen es noch gibt, wie man reserviert und wann geliefert wird. Weil im Dezember keine Zeit für Website-Arbeit bleibt, wird die Saison im Oktober vorbereitet und danach nur noch mit wenigen Handgriffen gepflegt. Der folgende Kalender zeigt, was wann zu tun ist.
Ob Forstbetrieb mit Hofverkauf im Waldviertel, Familienbetrieb mit drei Ständen in Wiener Bezirken oder Gärtnerei mit Christbaumverkauf als Zusatzgeschäft – die Fragen der Kundschaft sind dieselben. Und sie werden immer am Handy gestellt, oft am Weg zur Arbeit oder abends auf der Couch.
Oktober: das Fundament legen
Erste Oktoberhälfte – Seitenstruktur festlegen
Entscheiden Sie, was die Saisonseite enthalten soll. Bewährt hat sich eine einzige, gut gegliederte Seite statt vieler Unterseiten:
- Standorte mit Adresse, Karte und Öffnungszeiten,
- Sorten und Größen mit Fotos und kurzer Beschreibung,
- Reservierung,
- Zustellung mit Gebiet und Zeitfenstern,
- häufige Fragen (Netz, Ständer, Frischhalten, Zahlung).
Wenn Sie eine eigene Website haben, bekommt diese Seite jedes Jahr dieselbe Adresse. So sammelt sie über die Jahre Links und Besucher, statt jedes Jahr neu anzufangen.
Zweite Oktoberhälfte – Reservierung und Zustellung technisch aufsetzen
Ein Reservierungsformular braucht: Sorte, Größenklasse, gewünschter Standort für die Abholung oder Zustelladresse, Abholtag, Kontakt. Für Zustellungen kommen Zeitfenster hinzu, die Sie pro Tag begrenzen, damit der Lieferwagen nicht überbucht ist. Stockwerk und Lift gehören ebenfalls ins Formular – ein 2,50-Meter-Baum in den vierten Stock ohne Lift ist eine andere Planung.
Legen Sie fest, ob eine Reservierung verbindlich ist (mit Anzahlung) oder nur eine Vormerkung. Beides funktioniert, es muss nur klar formuliert sein.
Ende Oktober – das Telefon entlasten
Im Dezember klingelt das Telefon am Stand, während Sie gerade einen Baum ins Netz ziehen. Überlegen Sie deshalb schon jetzt, wie Anrufe aufgefangen werden: eine Ansage mit Verweis auf die Saisonseite, eine Rückrufliste oder ein KI-Telefonassistent, der die häufigsten Fragen zu Standorten und Öffnungszeiten beantwortet und Reservierungswünsche als Nachricht aufnimmt. Wichtig ist, dass er dieselben Informationen nutzt wie die Website, damit nichts widersprüchlich wird.
November: sichtbar werden
Erste Novemberwoche – Google-Unternehmensprofil vorbereiten
Wenn Ihr Betrieb ein Profil hat, das außerhalb der Saison als vorübergehend geschlossen markiert ist, planen Sie die Wiedereröffnung. Die Google-Richtlinien sehen für saisonale Betriebe vor, die regulären Öffnungszeiten für die Saison anzugeben, in der geöffnet ist, und für Feiertage oder besondere Ereignisse spezielle Öffnungszeiten zu nutzen; in der Nebensaison kann das Profil als vorübergehend geschlossen gekennzeichnet werden (Stand November 2026). Laut den Richtlinien können Sie außerdem in der Unternehmensbeschreibung angeben, dass Sie nur für einen bestimmten Zeitraum geöffnet sind.
Zweite Novemberwoche – Fotos und Sorten online
Fotografieren Sie die Bäume dieser Saison: jede Sorte einzeln, mit einer Person daneben für den Größenvergleich. Diese Bilder kommen auf die Website und ins Google-Profil. Beschreiben Sie Sorten so, wie Kunden fragen: „nadelt wenig“, „duftet stark“, „weiche Nadeln, gut für Familien mit kleinen Kindern“.
Dritte und vierte Novemberwoche – Reservierung öffnen und ankündigen
Schalten Sie das Reservierungsformular frei und kündigen Sie es an: per Newsletter an die Kundschaft vom Vorjahr, per Beitrag im Google-Profil, auf Ihren Kanälen. Google beschreibt Beiträge für Neuigkeiten, Angebote und Veranstaltungen; ein Veranstaltungsbeitrag hat Titel sowie Start- und Enddatum (Stand November 2026). Für „Verkaufsstart am Stand X“ passt das gut.
Dezember: pflegen statt bauen
Erste Dezemberwoche – Standorte öffnen
Jetzt muss die Website den Ist-Zustand zeigen. Wenn ein Stand später öffnet als geplant, ändern Sie das zuerst online. Ein kleiner Hinweisbalken oben auf der Seite, den Sie vom Handy aus bearbeiten können, ist dafür ideal.
Zweite Dezemberwoche – Bestand ehrlich anzeigen
Ab jetzt gehen bestimmte Größen und Sorten aus. Pflegen Sie in Ihrem Reservierungsformular einen einfachen Status pro Sorte und Größe: verfügbar, knapp, ausverkauft. Das spart Ihnen Anrufe und der Kundschaft Wege.
Dritte Dezemberwoche – Zustellslots im Blick behalten
Die letzte Woche vor Weihnachten ist bei Zustellungen am dichtesten. Schließen Sie Zeitfenster rechtzeitig, statt Kunden auf „wir melden uns“ zu vertrösten. Eine automatische Bestätigung mit Lieferfenster und eine Erinnerung am Vortag reduzieren verpasste Zustellungen.
Nebenbei – Firmen und Sammelbestellungen
Büros, Geschäfte und Hausverwaltungen bestellen oft mehrere Bäume auf einmal, manchmal mit Ständer und Aufstellung. Für sie lohnt sich ein eigener kurzer Anfrageweg auf der Saisonseite, der Anzahl, Größen, Lieferadresse und gewünschten Liefertag abfragt. Diese Aufträge planen Sie am besten früh im Dezember ein, bevor die Privatzustellungen den Lieferwagen füllen.
23. und 24. Dezember – die letzten Stunden
Tragen Sie die verkürzten Öffnungszeiten am Heiligen Abend als spezielle Öffnungszeiten im Google-Profil ein. Laut Google-Hilfe sollten Sie Öffnungszeiten an Feiertagen bestätigen, auch wenn sie den regulären entsprechen (Stand November 2026). Auf der Website steht oben, bis wann am 24. Dezember noch verkauft wird.
Nach dem 24. Dezember
Danke sagen, Profil auf „vorübergehend geschlossen“ stellen und die Saisonseite auf „Nächstes Jahr wieder ab …“ umschalten. Sammeln Sie die Erkenntnisse der Saison in einer kurzen Notiz: welche Größen zuerst ausverkauft waren, welche Zustellfenster am gefragtesten, welche Fragen am häufigsten kamen. Diese Liste ist im nächsten Oktober Gold wert.
Häufige Fragen
Brauche ich für jeden Stand eine eigene Seite?
Nicht unbedingt. Eine Saisonseite mit allen Standorten reicht meist. Eigene Seiten lohnen sich nur, wenn sich Angebot oder Öffnungszeiten stark unterscheiden.
Wie verhindere ich, dass reservierte Bäume nicht abgeholt werden?
Eine kleine Anzahlung oder eine Erinnerung einen Tag vor dem Abholtermin hilft. Legen Sie fest, wie lange ein reservierter Baum zurückgelegt bleibt, und schreiben Sie das in die Bestätigung.
Lohnt sich ein Online-Shop mit Bezahlung?
Für Zustellungen oft ja, weil die Bezahlung vorab den Ablauf am Lieferort vereinfacht. Für den Verkauf am Stand reicht meist die Reservierung.
Was, wenn ich keinen festen Standort habe?
Dann ist die Website Ihr wichtigster Anker. Halten Sie Adressen und Zeiten dort aktuell und verlinken Sie die Seite überall, wo Sie werben.
Wenn Sie die nächste Christbaumsaison schon im Oktober in Ruhe aufsetzen möchten, plane ich die Saisonseite gern gemeinsam mit Ihnen.