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Zwei Autoren, ein Absatz: Das Dreiwege-Arbeitsblatt für Redaktionskonflikte

Zwei Personen bearbeiten denselben Absatz einer Unternehmensseite, und das Redaktionssystem meldet einen Konflikt. Oft gewinnt dann, wer zuerst speichert. Dieser Entwurf beschreibt ein Arbeitsblatt, das den Streit auf Satzebene zerlegt. Es ist eine bedingte Gestaltungsempfehlung, keine Aussage über eine vorhandene Funktion.

Das Arbeitsblatt

Das Blatt hat vier Spalten: Ausgangstext (Basis), Fassung A, Fassung B, Entscheidung. Jede Zeile ist ein Satz. Ohne die Basisfassung ist kein Dreiwegevergleich möglich, denn nur sie zeigt, wer überhaupt etwas geändert hat.

Satz Basis A B Entscheidung
1

Entscheidungszweige

Jede Zeile fällt in genau einen Zweig:

  1. Nur A hat den Satz geändert: Fassung A übernehmen.
  2. Nur B hat den Satz geändert: Fassung B übernehmen.
  3. Beide haben ihn gleich geändert: einmal übernehmen, nicht doppelt einfügen.
  4. Beide haben ihn unterschiedlich geändert: echter Konflikt. Keine automatische Wahl. Die verantwortliche Person für den Absatz entscheidet.
  5. Niemand hat ihn geändert: Basis behalten.

Wenn Sätze verschoben, geteilt oder zusammengefügt wurden, passt die Zeilenlogik nicht mehr. Dann wird der Absatz als Ganzes behandelt und nicht satzweise.

Durchgespieltes Beispiel (hypothetisch)

Die Basis hat vier Sätze über ein Beratungsangebot.

  • Satz 1: von beiden unverändert. Zweig 5, Basis bleibt.
  • Satz 2: nur Autorin A kürzt ihn. Zweig 1, A wird übernommen.
  • Satz 3: A schreibt ihn um, B schreibt ihn anders um. Zweig 4, Konflikt.
  • Satz 4: beide ergänzen dasselbe Komma und dasselbe Wort. Zweig 3, einmal übernehmen.

Ergebnis: vier Zeilen, drei davon ohne Rückfrage geklärt, ein Konflikt für die verantwortliche Person. Es entsteht keine fünfte Zeile durch doppelte Einfügung.

Prüfung des Ergebnisses

Nach der Zusammenführung liest eine Person den ganzen Absatz am Stück. Zwei Sätze können einzeln stimmen und zusammen widersprüchlich sein, etwa wenn A einen Zeitraum nennt und B ihn an anderer Stelle anders formuliert. Dieser Lesedurchgang ist Pflicht, auch wenn alle Zeilen ohne Konflikt waren.

Abbruchbedingungen

  • Die Basisfassung fehlt oder ist unsicher: nicht zusammenführen, zuerst die gemeinsame Ausgangsversion bestimmen.
  • Ein Konfliktsatz enthält eine Sachbehauptung (Zahl, Name, Bedingung), und die Quelle ist unklar: Absatz sperren, Quelle klären.
  • Die verantwortliche Person ist nicht erreichbar: Der Absatz bleibt in der zuletzt veröffentlichten Fassung. Keine der beiden Änderungen geht verloren, sie werden als Entwurf aufbewahrt.
  • Während des Zusammenführens speichert eine dritte Person: Blatt verwerfen und mit der neuen Basis neu beginnen.

Vorgeschlagene Abnahmetests (nicht durchgeführt)

  1. Ein Absatz mit vier Sätzen, nach dem Muster oben vorbereitet: Das Blatt sollte drei geklärte Zeilen und einen Konflikt ausweisen.
  2. Beide Fassungen identisch: Das Ergebnis sollte der einen Fassung entsprechen, ohne Duplikat.
  3. Basis entfernt: Der Ablauf sollte stoppen und keine Zusammenführung anbieten.
  4. Ein Satz geteilt in zwei: Der Absatz sollte als Ganzes zur Entscheidung gehen.
  5. Konfliktzeile ohne Entscheidung: Die Veröffentlichung sollte blockiert bleiben.

Wer den Ablauf einführt, legt zuerst fest, wer pro Seitenbereich entscheidet. Das Blatt ersetzt keine Absprache, es macht nur sichtbar, worüber gesprochen werden muss.

Quellen

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