Einen Filter entfernen, die anderen behalten: Übergangstabelle für Suchfacetten
Wer „Farbe: Schwarz“ wegklickt und plötzlich wieder alle Schuhe sieht, hat gerade seine Größe, seinen Preisrahmen und die Kategorie verloren. Das ist kein Kleinkram, sondern ein typischer Grund, die Suche abzubrechen. Dieser Text schlägt eine Übergangstabelle vor, die vor der Umsetzung festlegt, was beim Entfernen einer einzelnen Facette mit dem übrigen Zustand passiert. Es sind Designvorschläge, keine Aussage darüber, was Ihr Shopsystem schon kann.
Zuerst den Zustand benennen
Schreiben Sie den Suchzustand als Liste auf: Suchtext, Kategorie, Facetten (jeweils mit Wert), Sortierung, Seitenzahl. Jede Aktion ist dann ein Übergang von einem Zustand in den nächsten.
Die Entscheidungszweige
Zweig 1, unabhängige Facette: Beim Entfernen bleibt alles andere unverändert. Nur die Seitenzahl geht zurück auf Seite 1, weil sich die Ergebnismenge ändert.
Zweig 2, abhängige Facette: Manche Werte gelten nur innerhalb einer übergeordneten Auswahl. Wird die Kategorie entfernt, ist eine kategoriespezifische Facette wie „Schuhgröße“ nicht mehr eindeutig. Vorschlag: die abhängige Facette entfernen und das sichtbar mitteilen („Größe 42 wurde entfernt, weil sie zur Kategorie Schuhe gehörte“) oder die Entfernung der Kategorie erst nach Bestätigung erlauben.
Zweig 3, Suchtext: Das Entfernen des Suchtextes lässt Facetten bestehen und ergibt eine gefilterte Liste ohne Text.
Zweig 4, Ergebnis wird leer: Die Entfernung erfolgt trotzdem nur für die gewählte Facette. Die leere Seite bietet das Entfernen einzelner weiterer Filter an, nicht „alles zurücksetzen“ als einzige Option.
Das Artefakt: die Tabelle
| Zustand vorher | Aktion | Zustand nachher | Seite | Mitteilung |
|---|---|---|---|---|
| Schuhe, Größe 42, Schwarz, 50 bis 100 | Entferne Schwarz | Schuhe, Größe 42, 50 bis 100 | 1 | keine |
| Schuhe, Größe 42, Schwarz, 50 bis 100 | Entferne Preis | Schuhe, Größe 42, Schwarz | 1 | keine |
| Schuhe, Größe 42, Schwarz, 50 bis 100 | Entferne Schuhe | Schwarz, 50 bis 100 | 1 | Größe 42 entfernt, gehörte zu Schuhe |
| Schuhe, Größe 42, Schwarz, 50 bis 100, Text „Leder“ | Entferne Text | Schuhe, Größe 42, Schwarz, 50 bis 100 | 1 | keine |
| Schuhe, Größe 42 (0 Treffer) | Entferne Größe | Schuhe | 1 | keine |
Fünf Zeilen, jede mit genau einer Aktion.
Durchgespieltes Beispiel (hypothetisch)
Eine Person hat vier Filter gesetzt: Kategorie Schuhe, Größe 42, Farbe Schwarz, Preis 50 bis 100. Sie blättert auf Seite 3 und entfernt Schwarz (Zeile 1). Erwartet: drei Filter bleiben, Seite 1, Hinweis nicht nötig. Danach entfernt sie die Kategorie (Zeile 3 abgewandelt): Es bleiben Preis 50 bis 100 und Farbe nicht mehr, also nur der Preisfilter, wenn Schwarz schon weg ist. Größe 42 verschwindet mit Hinweis. Von vier Filtern bleibt einer, und die Person erfährt, warum die anderen verschwunden sind. Die Zahl der entfernten Filter (Schwarz, Kategorie, Größe) ist drei, passend zur Anzahl der Aktionen und Folgen.
Stoppbedingungen
Erlaubt die Datenstruktur nicht zu erkennen, welche Facette von welcher abhängt, dann nicht raten. In diesem Fall: bei Unsicherheit nur die gewählte Facette entfernen und die übrigen unverändert lassen, auch wenn das ein leeres Ergebnis liefern kann, und den Fall dokumentieren.
Vorgeschlagene Abnahmetests (nicht durchgeführt)
- Jede Zeile der Tabelle manuell nachspielen und Adresszeile sowie Anzeige vergleichen.
- Zurück Taste nach dem Entfernen: ergibt sie den Zustand davor?
- Den Zustand per Link teilen und in einem neuen Fenster öffnen, danach eine Facette entfernen.
- Mit Tastatur und Screenreader prüfen, dass die Entfernung angekündigt wird.
- Mehrere Entfernungen schnell hintereinander auslösen und prüfen, dass kein veralteter Zustand überschreibt.
Die Tabelle ist klein, verhindert aber Diskussionen: Wer wissen will, was passieren soll, liest die Zeile.