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Erklärvideos für Kunden selbst aufnehmen: Bildschirm und Handy

Kurz gesagt: Ein zweiminütiges Erklärvideo beantwortet eine Frage, die Sie sonst jede Woche am Telefon erklären – und zwar so oft, wie Kunden es brauchen. Für den Anfang reichen ein Computer mit eingebauter Bildschirmaufnahme oder ein Handy, ein ruhiger Raum und ein brauchbares Mikrofon. Entscheidend sind die Themenwahl, eine klare Länge pro Video und Untertitel; die Ablage auf der Website oder als nicht gelistetes YouTube-Video ist dann der einfache Teil.

Ein Softwarehändler erklärt zum fünften Mal, wie man im Kundenportal eine Rechnung herunterlädt. Ein Bodenleger beantwortet wieder die Frage, wie man geöltes Parkett pflegt. Eine Fahrradwerkstatt zeigt am Telefon, wie man den Akku richtig lädt. Jede dieser Fragen ist ein Video, das sich nach ein paar Wochen bezahlt gemacht hat.

Produktionscheckliste

1. Themen finden

Schreiben Sie zwei Wochen lang jede Kundenfrage mit, die Sie am Telefon, per E-Mail oder im Geschäft beantworten. Am Ende sehen Sie, welche Fragen immer wiederkommen. Die drei häufigsten sind Ihre ersten Videos.

Gute Themen für Erklärvideos:

  • Bedienung: „So laden Sie Ihre Rechnung im Portal herunter“
  • Pflege: „Geöltes Parkett richtig wischen“
  • Erste Hilfe bei Problemen: „Router neu starten – in der richtigen Reihenfolge“
  • Vor dem Termin: „Was Sie vor der Montage vorbereiten sollten“

Ein Video, eine Frage. Wer drei Themen in ein Video packt, macht es schwer zu finden und schwer zu aktualisieren.

2. Bildschirm oder Handy?

Bildschirmaufnahme für alles, was am Computer oder Handy passiert: Software, Webportale, Apps, Einstellungen.

  • Windows: Laut Microsoft-Support (Stand November 2026) nimmt das Snipping Tool auch Videos auf – über die Schaltfläche „Aufzeichnen“ und dann „Neu“, oder mit der Tastenkombination Windows-Taste + Umschalt + R. Sie wählen den Bildschirmbereich, starten und stoppen die Aufnahme; danach lässt sie sich laut Microsoft speichern oder in Clipchamp bearbeiten, wo Sie auch Untertitel per Transkription erzeugen können.
  • iPhone und iPad: Laut Apple-Support starten Sie die Bildschirmaufnahme im Kontrollzentrum über die Aufnahmetaste, nach einem dreisekündigen Countdown. Für den Ton halten Sie die Aufnahmetaste gedrückt und schalten das Mikrofon ein. Die Aufnahme landet in der Fotos-App. Apple weist darauf hin, dass bei manchen Apps keine Audio- oder Videoaufnahmen möglich sind.
  • Mac und Android haben ebenfalls eingebaute Bildschirmaufnahmen.

Handyvideo für alles, was in der echten Welt passiert: Produktpflege, Handgriffe, Montagevorbereitung. Ein Stativ oder eine einfache Handyhalterung macht den größten Unterschied – wackelige Bilder lenken mehr ab als jede schlechte Ausleuchtung.

3. Vorbereiten

  • Ablauf notieren: fünf bis acht Stichpunkte, keine ausformulierten Sätze. Abgelesen klingt steif.
  • Bildschirm aufräumen: Benachrichtigungen aus, private Tabs zu, Desktop leer, Testdaten statt echter Kundendaten.
  • Ort vorbereiten: Bei Handyvideos Tageslicht von vorne oder von der Seite, nie ein Fenster im Rücken.

4. Ton

Ton ist wichtiger als Bild. Ein mittelmäßiges Bild stört weniger als ein verwaschener, halliger Ton, bei dem man jedes zweite Wort erraten muss.

  • Ein kleines Ansteckmikrofon oder ein USB-Mikrofon kostet wenig und hilft viel.
  • Ein Raum mit Teppich, Vorhängen oder Regalen hallt weniger als ein leerer Besprechungsraum.
  • Kurz probeaufnehmen und mit Kopfhörern anhören, bevor Sie das ganze Video drehen.

5. Länge

Als Faustregel: so kurz, wie die Frage es erlaubt. Für einfache Bedienschritte genügen oft ein bis zwei Minuten, für Pflegeanleitungen zwei bis vier. Wird ein Video länger als fünf Minuten, prüfen Sie, ob es eigentlich zwei Videos sind.

Steigen Sie direkt ein: „In diesem Video zeige ich Ihnen, wie Sie …“ – keine lange Vorstellung, kein Intro mit Musik.

6. Aufnehmen und schneiden

Lieber drei kurze Abschnitte aufnehmen als einen langen ohne Fehler erzwingen. Ein Versprecher in der Mitte ist dann kein Grund, alles noch einmal zu machen – Sie wiederholen nur den betroffenen Abschnitt. Die Schnittprogramme, die mit Windows oder dem Handy mitkommen, reichen in der Regel, um Anfang und Ende zu kürzen und Abschnitte aneinanderzureihen.

7. Untertitel

Manche Menschen schauen Videos ohne Ton – im Büro, in der Bahn, im Wartezimmer. Untertitel machen das Video auch für schwerhörige Kunden zugänglich. Automatische Untertitel sind ein guter Start, müssen aber kontrolliert werden: Produktnamen, Fachbegriffe und Zahlen werden gern falsch erkannt.

Veröffentlichung: wo die Videos hingehören

Auf der Website

Die Videos gehören dorthin, wo die Frage entsteht: auf die FAQ-Seite, zur passenden Produkt- oder Leistungsseite, in den Hilfebereich des Kundenportals. Ergänzen Sie unter jedem Video die Schritte noch einmal als kurzen Text – für alle, die lieber lesen, und für Suchmaschinen.

Auf YouTube, aber nicht öffentlich

Wenn Sie Videos nicht auf Ihrem Kanal präsentieren wollen, ist „Nicht gelistet“ eine praktische Einstellung. Laut YouTube-Hilfe (Stand November 2026) können nicht gelistete Videos von allen wiedergegeben und geteilt werden, die den Link haben; sie erscheinen weder im Tab „Videos“ auf der Kanalstartseite noch in den YouTube-Suchergebnissen – außer jemand hat sie einer öffentlichen Playlist hinzugefügt. Wer den Link bekommt, braucht laut YouTube kein Google-Konto.

Per Link im Kundenkontakt

Der größte Nutzen entsteht, wenn das Team die Videos aktiv verwendet: als Link in der E-Mail-Antwort, in der Auftragsbestätigung („So bereiten Sie die Montage vor“) oder als QR-Code auf dem Produkt oder der Rechnung. Legen Sie dafür eine einfache Liste an: Frage, Videolink, wo es eingebunden ist, wann zuletzt geprüft.

Aktuell halten

Software ändert sich, Produkte auch. Prüfen Sie Ihre Videos zweimal im Jahr, vor allem Bildschirmaufnahmen. Ein Video, das einen Knopf zeigt, den es nicht mehr gibt, erzeugt mehr Anrufe als es spart.

Häufige Fragen

Muss ich selbst vor die Kamera?

Nein. Bei Bildschirmaufnahmen reicht Ihre Stimme. Bei Handyvideos genügen oft Ihre Hände im Bild.

Braucht es professionelle Ausrüstung?

Für Erklärvideos nicht. Ein aktuelles Handy, eine Halterung und ein einfaches Mikrofon reichen für den Anfang.

Wie viele Videos sollte ich am Anfang machen?

Drei. Beobachten Sie dann ein paar Wochen, ob die entsprechenden Fragen seltener werden, bevor Sie weitere drehen.

Soll ich die Videos auf YouTube oder direkt auf der Website hosten?

Für die meisten Betriebe ist YouTube der einfachste Weg. Wer keine fremde Plattform möchte, kann Videos auch selbst einbinden – das kostet mehr Speicher und Aufwand.

Wenn Sie einen Hilfebereich mit Videos und Texten auf Ihrer Website aufbauen wollen, erzählen Sie mir, welche Fragen bei Ihnen am häufigsten kommen.

Quellen

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