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Google Ads in der Schweiz: Sprachen und Regionen einstellen

Kurz gesagt: Für Anzeigen in mehreren Schweizer Sprachregionen zählen drei Dinge: der Standort, die Sprache von Keywords und Anzeigen und die passende Landingpage. Wichtig für alle, die ältere Anleitungen kennen: Laut Google-Ads-Hilfe wurde ab September 2026 die Spracheinstellung auf Kampagnenebene für Suchkampagnen entfernt; Google berücksichtigt automatisch die Sprache Ihrer Anzeigen. Eine saubere Trennung nach Sprache in Kampagnen oder Anzeigengruppen ist deshalb wichtiger denn je.

Was sich 2026 geändert hat

Bis vor Kurzem lautete die Standardempfehlung: eine Kampagne pro Sprache, jeweils mit eigener Spracheinstellung. Die Google-Ads-Hilfe (abgerufen November 2026) beschreibt nun Folgendes:

  • Suchkampagnen: Die Einstellung für das Targeting auf Sprachen wird auf Kampagnenebene entfernt. Bei der Auswahl der Suchanzeigen wird automatisch die Sprache Ihrer Anzeigen berücksichtigt.
  • Priorisierung: Bei Suchanfragen mit eindeutiger Sprache haben Anzeigen und Landingpages Vorrang, die dieser Sprache entsprechen. Bei Suchanfragen ohne eindeutige Sprache, etwa nach Marken, wird die bevorzugte Sprache der Nutzerin oder des Nutzers priorisiert.
  • Performance Max: Die Spracheinstellung gilt nicht mehr für Anzeigen im Suchnetzwerk, bleibt aber für andere Kanäle wie YouTube, Displaynetzwerk, Discover und Gmail bestehen.

Für die Schweiz heisst das: Ihre französische Anzeige muss wirklich französisch sein, mit französischen Keywords und einer französischen Zielseite. Gemischte Anzeigengruppen mit deutschen und französischen Texten sind jetzt noch weniger sinnvoll.

Schritt für Schritt

Schritt 1: Sprachregionen und Angebot festlegen

Bevor Sie etwas einstellen, klären Sie: In welchen Regionen bieten Sie Ihre Leistung tatsächlich an? Ein Elektriker aus Bern bedient vielleicht Bern, Freiburg und Biel – zweisprachige Gebiete. Ein Onlineshop liefert in die ganze Schweiz. Notieren Sie pro Region die Sprache, in der Kundinnen und Kunden suchen, und ob Sie in dieser Sprache auch Anfragen beantworten können.

Schritt 2: Kampagnenstruktur nach Sprache

Bewährt hat sich eine Kampagne pro Sprache: «Suche DE», «Suche FR», «Suche IT». Das macht Budgets, Auswertung und Anzeigentexte übersichtlich. Bei sehr kleinem Budget reicht auch eine Kampagne mit getrennten Anzeigengruppen pro Sprache – dann verlieren Sie aber die Möglichkeit, das Budget pro Sprache zu steuern.

Schritt 3: Standorte einstellen

Laut Google-Hilfe können Sie Länder, Regionen innerhalb eines Landes, Umkreise oder Standortgruppen auswählen; je nach Land auch Städte oder Postleitzahlen. Für die Schweiz bedeutet das konkret:

  • Ganze Schweiz für Onlineshops und überregionale Angebote, dann über die Sprache und die Texte steuern.
  • Kantone oder Städte für lokale Betriebe.
  • Umkreis um Ihren Standort für Handwerk und Dienstleistungen mit Anfahrt.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Die Standortoptionen. Google unterscheidet zwischen «Präsenz oder Interesse» – Personen, die sich in der Region aufhalten oder Interesse daran zeigen – und «Präsenz», also Personen, die sich gerade oder regelmässig dort aufhalten. Für einen Handwerksbetrieb mit Einzugsgebiet ist «Präsenz» meist die passende Wahl; für ein Hotel, das Gäste aus anderen Ländern anspricht, kann «Präsenz oder Interesse» sinnvoll sein. Laut Google gilt für Standortausschlüsse inzwischen die Option «Präsenz»; eine Umstellung darauf lässt sich nicht deaktivieren.

Schritt 4: Keywords in der jeweiligen Sprache

Keywords werden nicht übersetzt, sondern für jede Sprache neu recherchiert. «Sanitär Notfall» in Zürich ist nicht einfach «sanitaire urgence» in Lausanne – prüfen Sie mit dem Keyword-Planer, eingestellt auf die Schweiz, welche Begriffe tatsächlich gesucht werden. In der Deutschschweiz gehören Schweizer Begriffe wie «Offerte» dazu, wenn Ihre Kundschaft sie verwendet.

Schritt 5: Anzeigentexte von Muttersprachlern

Eine maschinell übersetzte Anzeige wirkt oft hölzern, und das merken Muttersprachler sofort. Lassen Sie französische und italienische Texte von Personen schreiben oder zumindest prüfen, die die Sprache als Muttersprache sprechen. Achten Sie auf Schweizer Details: Preise in CHF, regionale Zahlwörter in der Romandie, Ortsnamen in der richtigen Sprachform (Biel/Bienne, Freiburg/Fribourg).

Schritt 6: Landingpages je Sprache

Die Google-Hilfe nennt ausdrücklich Anzeigen und Landingpages in der Sprache der Suchanfrage. Eine französische Anzeige, die auf eine deutsche Seite führt, verschenkt Geld. Jede Sprachkampagne braucht deshalb eine Zielseite in derselben Sprache – mit Kontaktmöglichkeit in dieser Sprache.

Schritt 7: Budget verteilen

Verteilen Sie das Budget nach Potenzial, nicht nach Bevölkerungsanteil. Wo kommen heute Anfragen her? Wo haben Sie freie Kapazität? Starten Sie mit einem Budget pro Sprachkampagne, beobachten Sie vier bis sechs Wochen und verschieben Sie dann Mittel dorthin, wo Anfragen günstiger entstehen.

Schritt 8: Messung pro Sprache

Richten Sie Conversions so ein, dass Sie pro Kampagne sehen, wie viele Anfragen, Anrufe oder Käufe entstehen. Nur so erkennen Sie, ob die Romandie anders funktioniert als die Deutschschweiz.

Häufige Fragen

Muss ich bestehende Kampagnen wegen der Änderung umbauen?

Google schreibt, dass Werbetreibende nichts weiter tun müssen. Prüfen Sie trotzdem, ob Anzeigengruppen gemischte Sprachen enthalten oder Anzeigen auf Zielseiten in einer anderen Sprache verweisen – das sind jetzt die entscheidenden Signale.

Reicht eine Kampagne auf Deutsch für die ganze Schweiz?

Wenn Sie nur Deutsch anbieten, ja – dann am besten auf die Deutschschweiz beschränkt oder mit Texten, die klar machen, dass Sie auf Deutsch beraten.

Was ist mit Englisch?

In Städten wie Zürich, Basel, Genf oder Zug suchen viele auf Englisch. Eine eigene englische Kampagne mit englischer Zielseite kann sich lohnen, wenn Sie auch auf Englisch beraten.

Soll ich zweisprachige Regionen doppelt bespielen?

Für Biel, Freiburg oder das Wallis oft ja: mit beiden Sprachkampagnen auf dieselbe Region ausgerichtet. Die Sprache der Suchanfrage entscheidet dann, welche Anzeige gezeigt wird.

Wenn Sie Ihre Anzeigen für mehrere Sprachregionen aufsetzen oder bestehende Kampagnen prüfen möchten, melden Sie sich gern bei mir.

Quellen

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