Kampagnenparameter auf Leistungsseiten: Welche URL soll als kanonisch gelten?
Ausgangslage
Die Holzwerk Beispiel GmbH ist ein erfundenes Tischlereiunternehmen. Die Leistungsseite für Badmöbel ist unter der sauberen Adresse https://www.beispiel-holzwerk.example/leistungen/badmoebel erreichbar. Newsletter, Anzeigen und Social Posts verlinken aber mit Zusätzen wie ?utm_source=newsletter oder ?gclid=... auf dieselbe Seite. Der Inhalt ist identisch, nur die Adresse unterscheidet sich. In Berichten tauchen deshalb mehrere Varianten auf, und Links von außen verteilen sich auf verschiedene Adressen.
Dieser Beitrag betrifft nur Kampagnenparameter auf identischen Seiten. Parameter, die den Inhalt verändern, etwa Filter oder Sortierungen, sind ein anderes Thema.
Was die Dokumentation sagt
Laut Google Search Central lässt sich eine bevorzugte kanonische URL über mehrere Methoden angeben. Nach Stärke des Einflusses geordnet: Weiterleitungen sind ein starkes Signal, rel=canonical als Link-Annotation ist ebenfalls ein starkes Signal, die Aufnahme in eine Sitemap ist ein schwaches Signal. Die Methoden lassen sich kombinieren und werden dadurch wirksamer. Keine ist verpflichtend. Wer nichts angibt, überlässt Google die Auswahl. Auch mit Angabe bleibt die Auswahl eine Entscheidung von Google: Ihre Angaben sind Hinweise, keine Anweisung. Als Gründe für eine eigene Festlegung nennt Google unter anderem die gewünschte Adresse in den Suchergebnissen, das Bündeln von Signalen wie Links und einfachere Kennzahlen.
Entscheidung für das Beispiel
Die folgenden Punkte sind betriebliche Empfehlungen, keine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis.
- Als bevorzugte Adresse gilt die Variante ohne Parameter. Sie steht in der Sitemap und wird intern verlinkt.
- Jede parametrisierte Variante enthält im Head ein rel=canonical auf die saubere Adresse, als absolute URL. Die saubere Seite erhält zusätzlich ein selbstreferenzierendes Canonical.
- Für dieses Beispiel ist das Link-Element im HTML die einfachste Lösung. Google empfiehlt, Link-Element oder HTTP-Header zu wählen und nicht beides zu mischen, weil widersprüchliche Ziele leichter entstehen. Der Header lohnt sich eher für Nicht-HTML-Dateien wie PDFs.
- Weiterleitungen sind laut Google für den Fall gedacht, dass eine doppelte Seite aufgegeben wird. Hier sollen die Kampagnenlinks weiter funktionieren, deshalb bleiben die Adressen mit Parametern erreichbar und zeigen per Canonical auf die saubere Version.
- Sitemap und Canonical sollen dieselbe Adresse nennen, und zwar die HTTPS-Version.
Der Zielkonflikt bei der Messung
Dass die Parameter-URLs bestehen bleiben, hat einen Preis. Eine Weiterleitung würde alle Besucher auf eine einzige Adresse führen, könnte dabei aber Parameter entfernen, bevor das Analysewerkzeug sie liest. Das Canonical erhält die Parameter im Aufruf, entfernt die Varianten aber weder aus dem Netz noch garantiert es, dass sie nie in Berichten oder in der Suche auftauchen. Kampagnenberichte, die nach Seitenadresse gruppieren, zeigen weiterhin mehrere Zeilen für dieselbe Seite. Wie Ihr Werkzeug Parameter auswertet und gruppiert, steht nicht in der Google-Dokumentation und muss separat geklärt werden.
Interne Links abgleichen
Google empfiehlt, innerhalb der Website auf die kanonische URL zu verlinken und nicht auf Duplikate. Prüfen Sie Navigation, Footer, Blogartikel und Buttons auf angehängte Kampagnenparameter. Solche Parameter gehören in Links von außen, etwa in Anzeigen und Newsletter, nicht in die interne Verlinkung.
Typische Fehler
- Das Canonical ist relativ oder zeigt auf eine Testadresse. Google rät von relativen Pfaden ab, etwa weil eine versehentlich crawlbare Testumgebung Probleme verursachen kann.
- Die Parameterseite wird per robots.txt gesperrt. Google rät davon zur Kanonisierung ab, da gesperrte URLs ohne Inhalt indexiert werden können.
- Eine Variante bekommt noindex. Das kann ein berechtigter Ausschluss sein, ist laut Google aber nicht das bevorzugte Mittel, um eine kanonische Seite innerhalb einer Website festzulegen, weil es die Seite vollständig von der Suche ausschließt.
- Das Canonical wird per JavaScript verändert. Google rät, es im HTML-Quelltext anzugeben und nicht von Skripten ändern zu lassen. Nur wenn der Quelltext nicht anpassbar ist, soll es ausschließlich per JavaScript gesetzt werden.
- Die Sitemap nennt die HTTP-Version statt der HTTPS-Version.
Vorgeschlagene Abnahmeliste (nicht durchgeführt)
Keiner dieser Punkte wurde geprüft.
- Mehrere Stichproben mit unterschiedlichen Parametern enthalten dasselbe Canonical.
- Die saubere Seite trägt ein selbstreferenzierendes Canonical mit absoluter URL.
- Die Sitemap enthält nur die saubere HTTPS-Adresse.
- Ein Crawl der eigenen Website findet keine internen Links mit Kampagnenparametern.
- Header und HTML nennen nicht verschiedene Canonical-Ziele.
- Die Kampagnenauswertung ordnet Besuche über die Parameter weiterhin der richtigen Quelle zu, und das Berichtsformat für mehrere Adressvarianten ist geklärt.