Katalog-App für Musterserien: Absichtliche Lücken oder fehlende Einträge?
Ausgangslage
Eine Katalog-App zeigt eine nummerierte Musterserie: Muster 1, 2, 3 und so weiter. Plötzlich springt die Liste von 4 auf 6. War Nummer 5 nie vorgesehen, wurde sie zurückgezogen, oder hat jemand sie beim Import vergessen? Besucher und Redaktion können das ohne Zusatzinformation nicht unterscheiden. Dieser Artikel schlägt einen Arbeitsablauf vor, der absichtliche Leerstellen von fehlenden Einträgen trennt. Alle Beispiele sind erfundene Beispieleingaben, keine beobachteten Kundenergebnisse.
Eingaben
Für jede Serie führen Sie zwei getrennte Listen.
Die erste ist das Nummernregister: alle Nummern, die zur Serie gehören sollen, mit einem Status je Nummer. Mögliche Werte sind „veröffentlicht“, „bewusst ausgelassen“, „zurückgezogen“ und „noch offen“. Die zweite ist die Liste der tatsächlich vorhandenen Katalogeinträge mit Nummer, Titel und Bild.
Zu jedem Status „bewusst ausgelassen“ oder „zurückgezogen“ gehört ein kurzer Satz, den die App anzeigen kann, zum Beispiel „Nummer 5 wurde in dieser Serie nicht vergeben.“ Der Satz darf nichts behaupten, was Sie nicht wissen. Ob Sie Gründe nennen, entscheiden Sie selbst; ein neutraler Satz genügt.
Entscheidungswege
Vergleichen Sie beide Listen Nummer für Nummer.
Fall A: Nummer ist im Register „veröffentlicht“ und es gibt einen Eintrag. Alles in Ordnung, normale Anzeige.
Fall B: Nummer ist „bewusst ausgelassen“ oder „zurückgezogen“, ein Eintrag existiert nicht. Die App zeigt an dieser Stelle eine ruhige Platzhalterzeile mit dem erklärenden Satz. Die Nummer bleibt sichtbar, damit die Reihe lückenlos lesbar ist.
Fall C: Nummer ist „veröffentlicht“, aber es gibt keinen Eintrag. Das ist ein echter Fehler. Die App zeigt Besuchern keine Platzhalterzeile mit Erklärung, sondern entweder gar nichts oder „In Vorbereitung“, und meldet den Fall intern an die Redaktion.
Fall D: Es gibt einen Eintrag, aber die Nummer steht im Register als „bewusst ausgelassen“. Auch das ist ein Widerspruch. Der Eintrag wird nicht stillschweigend angezeigt, sondern zur Prüfung markiert.
Fall E: Nummer fehlt im Register ganz. Das Register ist unvollständig. Ergänzen Sie zuerst das Register.
Stoppbedingungen
Halten Sie den Import oder die Veröffentlichung der Serie an, wenn mindestens eine Nummer in Fall C, D oder E fällt. Veröffentlichen Sie nicht „trotzdem schon mal“, weil sonst Besucher eine Lücke sehen, die keiner erklären kann. Ebenfalls stoppen, wenn Nummern doppelt vorkommen oder die Serie nicht bei der erwarteten Nummer beginnt, ohne dass das im Register vermerkt ist.
Beispiel mit erfundenen Daten
Die Beispielserie „Küstenmuster“ soll die Nummern 1 bis 8 umfassen. Im Register steht: 1 bis 4 veröffentlicht, 5 bewusst ausgelassen, 6 und 7 veröffentlicht, 8 noch offen. Die Eintragsliste enthält 1 bis 4 und 6. Der Abgleich ergibt: Nummer 5 ist Fall B, die App zeigt „Nummer 5 wurde in dieser Serie nicht vergeben.“ Nummer 7 ist Fall C, ein echter Fehler: veröffentlicht, aber kein Eintrag. Nummer 8 zeigt „In Vorbereitung“. Die Serie bleibt wegen Nummer 7 angehalten, bis der Eintrag nachgetragen oder der Status korrigiert ist.
Abnahmetest
Bauen Sie eine kleine Testserie mit fünf erfundenen Nummern, die jeden Fall mindestens einmal enthält: einen normalen Eintrag, eine bewusste Auslassung, einen fehlenden Eintrag, einen Eintrag mit widersprüchlichem Status und eine Nummer ohne Registerzeile. Lassen Sie die App oder, falls noch keine App existiert, eine Tabelle den Abgleich ausführen. Der Test gilt als bestanden, wenn erstens genau die erwarteten Nummern als Fehler gemeldet werden, zweitens Besucher bei der bewussten Auslassung den erklärenden Satz sehen und drittens bei den Fehlern kein erklärender Satz erscheint, der eine Absicht vortäuscht.
Prüfen Sie zusätzlich, ob die Ausgabe nach dem Löschen eines Eintrags dieselbe Fehlermeldung liefert wie beim ursprünglichen Fehlen.
Fazit
Eine Lücke in einer nummerierten Serie ist nur dann unproblematisch, wenn jemand sie bewusst eingetragen hat. Mit einem Nummernregister, vier klaren Status und einem Abgleich gegen die tatsächlichen Einträge erkennt Ihre Katalog-App den Unterschied zwischen Absicht und Versehen. Besucher sehen eine lesbare Reihe, die Redaktion erhält gezielte Hinweise, und unfertige Serien gehen nicht versehentlich online.