Kategorieseiten im Onlineshop: Aufbau für Kunden und Google
Kurz gesagt: Kategorieseiten ranken oft für die wertvollsten Suchanfragen eines Shops, etwa „Gartenstühle Holz“ statt eines einzelnen Modells. Eine gute Kategorieseite zeigt oben einen klaren Titel und zwei, drei einleitende Sätze, dann sofort die Produkte mit Filtern, eine saubere Paginierung und erst unten einen beratenden Text. Jede Seite der Paginierung braucht laut Google eine eigene URL und eine eigene kanonische Angabe.
Kategorieseiten werden in vielen Shops stiefmütterlich behandelt: ein Name, ein Raster, fertig. Dabei sucht ein großer Teil der Kunden nicht nach einem Produkt, sondern nach einer Auswahl. Wer „Laufschuhe Damen breit“ sucht, will vergleichen. Die Seite, die diese Auswahl am besten präsentiert, hat die besten Chancen.
Im Folgenden gehen wir eine Kategorieseite von oben nach unten durch.
Ganz oben: Brotkrumen und Seitentitel
Navigationspfad
Eine Zeile wie „Startseite › Garten › Gartenmöbel › Gartenstühle“ zeigt Kunden, wo sie sind, und gibt Google einen Hinweis auf die Struktur. Google empfiehlt in seinem Leitfaden zur Struktur von E-Commerce-Websites, strukturierte Daten zu ergänzen, um die Struktur genauer zu definieren. Für Navigationspfade gibt es dafür ein eigenes Markup.
Überschrift und Titel-Tag
Die sichtbare Überschrift heißt so, wie Kunden suchen: „Gartenstühle aus Holz“ statt „Kollektion Sommer“. Das Titel-Tag darf etwas ausführlicher sein, etwa mit Ihrem Shopnamen am Ende. Vermeiden Sie Wiederholungen wie „Gartenstühle günstig kaufen Gartenstühle online“.
Direkt darunter: der kurze Einstieg
Zwei bis drei Sätze, die sagen, was auf dieser Seite zu finden ist und was die Auswahl auszeichnet. Zum Beispiel: welche Holzarten, ob klappbar oder stapelbar, ob mit Kissen erhältlich.
Halten Sie diesen Teil kurz. Kunden wollen Produkte sehen. Ein langer Text über dem Raster schiebt die Produkte auf dem Handy unter den sichtbaren Bereich, und viele scrollen gar nicht erst. Der längere Text gehört nach unten.
Unterkategorien als Wegweiser
Hat die Kategorie Unterkategorien, zeigen Sie diese als Kacheln oder Textlinks direkt unter dem Einstieg: „Klappstühle“, „Stapelstühle“, „Hochlehner“. Google beschreibt als Beispiel für eine gut erreichbare Struktur, von Menüs auf Kategorieseiten, von dort auf Unterkategorien und weiter auf Produktseiten zu verlinken.
Achten Sie darauf, dass das echte Links mit eigener URL sind, keine Schaltflächen, die nur per JavaScript den Inhalt austauschen.
Filter und Sortierung
Filter helfen Kunden enorm, schaffen aber für Suchmaschinen schnell Tausende URL-Kombinationen. Für die Anatomie der Seite gilt: Die wichtigsten Filter (Material, Preis, Größe, Farbe) stehen gut sichtbar, auf dem Handy hinter einer gut erreichbaren Schaltfläche. Eine Sortierung nach „Beliebtheit“ ist meist ein besserer Standard als „Neueste zuerst“.
Wie Sie verhindern, dass Google sich in Filterkombinationen verliert, ist ein eigenes Thema, das wir im Beitrag zur Filternavigation und zum Crawling behandeln.
Das Produktraster
Was jede Produktkachel zeigt
- ein aussagekräftiges Bild, für alle Produkte im gleichen Stil
- Produktname, der das Produkt unterscheidet (nicht nur die Artikelnummer)
- Preis und, falls relevant, Grundpreis oder Varianten
- Verfügbarkeit, wenn etwas nicht sofort lieferbar ist
- ein bis zwei Unterscheidungsmerkmale, etwa „klappbar“ oder „mit Armlehne“
Bestseller und Empfehlungen
Ein kleiner Block „Beliebt in dieser Kategorie“ oben im Raster hilft unentschlossenen Kunden. Google weist im selben Leitfaden darauf hin, dass Seiten, auf die häufiger innerhalb der Website verlinkt wird, als relativ wichtiger eingeschätzt werden. Ein Produkt, das Sie prominent verlinken, signalisiert also auch Google, dass es Ihnen wichtig ist.
Paginierung oder „Mehr laden“
Ab einer gewissen Anzahl Produkte müssen Sie die Liste aufteilen. Google beschreibt drei übliche Muster: klassische Paginierung mit Seitenzahlen, eine „Mehr laden“-Schaltfläche und unendliches Scrollen. Alle können funktionieren, wenn Google die Produkte über Links erreichen kann.
Die wichtigsten Punkte aus der Google-Dokumentation (Stand November 2026):
- Jede Seite bekommt eine eigene URL, etwa mit einem Parameter wie
?page=2. - Nicht alle Seiten auf Seite 1 kanonisieren. Jede Seite der Folge erhält ihre eigene kanonische URL.
- Keine Fragmente (alles nach dem
#) für Seitenzahlen, weil Google diese ignoriert. - Gleiche Titel sind in Ordnung. Anders als sonst empfohlen dürfen alle Seiten einer Folge denselben Titel und dieselbe Beschreibung tragen.
- Google nutzt die früher verbreiteten Angaben
rel="next"undrel="prev"laut eigener Doku nicht mehr. Andere Suchmaschinen können sie weiterhin verwenden.
Bei „Mehr laden“ und unendlichem Scrollen sollte im Hintergrund trotzdem eine verlinkte, crawlbare Seitenfolge existieren.
Unten: der beratende Text
Unter dem Raster ist Platz für das, was Kunden bei der Auswahl wirklich hilft. Kein Text für Suchmaschinen, sondern eine kurze Kaufberatung:
- Worin sich die Produkte unterscheiden, etwa Holzarten im Vergleich: Pflegeaufwand, Gewicht, Optik.
- Welche Größe oder Ausführung für wen passt, zum Beispiel Sitzhöhe für Esstische oder Balkon.
- Häufige Fragen, die Sie aus Kundenmails kennen: Dürfen die Stühle im Winter draußen bleiben? Gibt es passende Kissen?
- Links zu verwandten Kategorien und zu einzelnen Ratgeberseiten, falls vorhanden.
Ein solcher Text muss nicht lang sein. Er sollte zur Kategorie passen und sich nicht auf jeder Kategorieseite in Variationen wiederholen.
Häufige Fehler auf einen Blick
- Kategoriename, den Ihr Einkauf vergeben hat, nicht Ihre Kunden
- langer Text über den Produkten
- Kategorie mit nur einem oder zwei Produkten, die wie eine leere Seite wirkt
- Paginierung per JavaScript ohne eigene URLs
- identischer Kategorietext auf mehreren Seiten
Häufige Fragen
Wie viele Produkte sollten auf einer Kategorieseite stehen?
Genug, dass die Auswahl lohnt, aber nicht so viele, dass das Laden langsam wird. Testen Sie auf dem Handy, ab wann das Raster zäh wird. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass Bilder schnell laden und Filter gut funktionieren.
Sollte ich leere Kategorien behalten?
Eine dauerhaft leere Kategorie enttäuscht Besucher. Füllen Sie sie, führen Sie sie mit einer passenden zusammen oder nehmen Sie sie aus der Navigation.
Braucht jede Unterkategorie einen eigenen Text?
Ein kurzer Einstieg ja, ein langer Beratungstext nur dort, wo Kunden tatsächlich Orientierung brauchen. Bei kleinen Unterkategorien reichen ein, zwei Sätze.
Darf ein Produkt in mehreren Kategorien stehen?
Ja, das ist üblich. Achten Sie darauf, dass die Produktseite selbst nur eine URL hat, egal über welche Kategorie man sie erreicht.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre wichtigsten Kategorieseiten aus Kundensicht wirken, schaue ich sie mir gern mit Ihnen an: Anfrage senden.