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KI-Bilder auf der Firmenwebsite: wann ja, wann nein

Kurz gesagt: KI-Bilder eignen sich gut für Illustrationen, Hintergründe, Symbolbilder zu abstrakten Themen und Platzhalter im Entwurf. Sobald ein Bild etwas Echtes zeigen soll, also Ihr Team, Ihre Räume, Ihre Produkte oder Ihre Arbeit, gehört ein echtes Foto hin. Wer dort KI einsetzt, riskiert genau das, was eine Firmenwebsite aufbauen soll: Vertrauen. Die Ampel unten sortiert typische Einsatzzwecke.

Worum es eigentlich geht

Ein Besucher Ihrer Website stellt sich unbewusst eine Frage: Ist das echt? Bei einem Handwerksbetrieb will er sehen, wie eine fertige Küche wirklich aussieht. Bei einer Praxis, wer ihn empfängt. Bei einem Café, wie es drinnen ist. Bilder sind auf kleinen Websites oft der stärkste Beweis, dass es den Betrieb gibt und wie er arbeitet.

KI-Bilder sind schnell, günstig und oft hübsch. Aber sie zeigen nichts, was es gibt. Ob das ein Problem ist, hängt davon ab, was das Bild auf der Seite leisten soll.

Die Ampel

Grün: unbedenklich und oft sinnvoll

  • Illustrationen zu abstrakten Themen, etwa ein Ratgeberartikel über Energiesparen, Datensicherung oder Zeitplanung. Niemand erwartet hier ein Foto von etwas Bestimmtem.
  • Hintergründe und Texturen, zum Beispiel eine dezente Fläche hinter einem Text oder ein Muster im Kopfbereich.
  • Icons und Grafikelemente in einheitlichem Stil, wenn sie nachbearbeitet und konsistent sind.
  • Platzhalter im Entwurf, solange klar ist, dass vor dem Livegang echte Fotos kommen.
  • Saisonale Grafiken für Aktionen oder Newsletter, die erkennbar gestaltet und nicht fotorealistisch sind.

Gelb: möglich, aber mit Vorsicht

  • Stimmungsbilder auf Unterseiten, etwa für eine Seite über Ihre Leistung „Gartenplanung“. Ein KI-Bild kann hier funktionieren, wenn es nicht so tut, als zeige es ein eigenes Projekt. Ein Bildtext wie „Illustration“ schafft Klarheit.
  • Szenen, die man schlecht fotografieren kann, etwa ein Wasserrohrbruch für einen Notdienst. Hier hilft eine erkennbar gezeichnete Illustration mehr als ein fotorealistisches Fake.
  • Bearbeitete echte Fotos, bei denen KI nur den Himmel ersetzt, Störendes entfernt oder den Bildausschnitt erweitert. Solange das Gezeigte im Kern stimmt, ist das eine Form der Bildbearbeitung. Wird ein Raum größer, heller oder ordentlicher, als er ist, rutscht es Richtung Rot.

Rot: lieber nicht

  • Team und Ansprechpersonen. Ein erfundenes Gesicht auf „Über uns“ fliegt spätestens beim ersten Besuch auf und beschädigt alles andere auf der Seite.
  • Ihre Räume, Ihr Laden, Ihr Fahrzeug. Besucher planen danach, wie sie Sie finden und was sie erwartet.
  • Produkte, die Sie verkaufen. Farbe, Form und Details müssen stimmen. Google verlangt in Merchant Center laut eigenen Richtlinien (Stand November 2026) außerdem, dass mit generativer KI erstellte Produktbilder entsprechende Metadaten enthalten.
  • Referenzen und Projektfotos. Ein Vorher-nachher, das es nie gab, ist kein Referenzbild.
  • Alles, was als Beweis dient: Auszeichnungen, Veranstaltungen, Zertifikatsübergaben.

Typische Fehler in KI-Bildern erkennen

Auch wenn ein KI-Bild in die grüne oder gelbe Zone fällt: Es muss handwerklich sauber sein. Ein offensichtlich fehlerhaftes Bild wirkt nachlässig, und Google fragt in seinem Leitfaden für hilfreiche Inhalte unter anderem, ob ein Inhalt gut präsentiert ist oder nachlässig und hektisch zusammengestellt wirkt.

Prüfen Sie jedes Bild in voller Größe auf diese Punkte:

  1. Hände und Finger: Zahl, Haltung, Übergänge zu Gegenständen.
  2. Schrift: Schilder, Etiketten, Bildschirme. Unsinnige Buchstabenfolgen sind ein sicheres Erkennungszeichen.
  3. Werkzeuge und Technik: Ein Akkuschrauber ohne Akku, ein Wasserhahn ohne Anschluss, eine Steckdose an unmöglicher Stelle. Fachleute aus Ihrer Branche sehen so etwas sofort, und Ihre Kunden oft auch.
  4. Licht und Schatten: Kommen alle Schatten aus derselben Richtung?
  5. Symmetrie und Architektur: Fenster, Fliesen, Treppen, die nicht zusammenpassen.
  6. Logos und Marken: KI erzeugt gern Fantasielogos, die echten ähneln. Die gehören nicht auf Ihre Seite.
  7. Einheitlicher Stil: Zehn KI-Bilder aus zehn verschiedenen Eingaben wirken wie zusammengewürfelt. Legen Sie Stil, Farben und Perspektive vorab fest.

Kennzeichnen und Metadaten

Ob und wie Sie KI-Bilder kennzeichnen, ist zunächst eine Frage der Ehrlichkeit gegenüber Besuchern. Ein kurzer Bildtext „Illustration, KI-generiert“ kostet nichts. Ob für Ihren Fall darüber hinaus besondere Vorgaben gelten, klären Sie am besten im Einzelfall.

Technisch gibt es Standards, um die Herkunft eines Bildes in der Datei festzuhalten. Google unterstützt laut Search-Central-Dokumentation bei den Bildmetadaten das IPTC-Feld „Digitaler Quelltyp“ mit Werten wie trainedAlgorithmicMedia für KI-erzeugte Bilder. Enthält ein Bild C2PA-Metadaten, kann Google laut derselben Seite unter „Infos zu diesem Bild“ anzeigen, wie das Bild erstellt wurde oder ob es mit KI-Werkzeugen bearbeitet wurde. Viele KI-Werkzeuge schreiben solche Angaben automatisch in die Datei. Prüfen Sie, ob Ihr Bildbearbeitungs- oder Optimierungsprogramm sie beim Export erhält oder entfernt.

Eine praktische Alternative: echte Fotos, gut gemacht

Der Hauptgrund für KI-Bilder ist meist, dass keine guten Fotos vorhanden sind. Oft reicht ein halber Tag mit einem Fotografen oder ein gut vorbereiteter Fototermin mit dem Smartphone, um die wichtigsten roten Bereiche abzudecken: Team, Räume, drei bis fünf Projekte. Für alles andere können Sie dann gezielt Illustrationen oder KI-Grafiken einsetzen.

Häufige Fragen

Merken Besucher überhaupt, dass ein Bild KI-generiert ist?

Nicht immer auf den ersten Blick. Aber oft genug, gerade bei Menschen, Händen und Schrift. Und wer es einmal bemerkt, betrachtet alle anderen Bilder misstrauisch.

Schadet ein KI-Bild meinem Google-Ranking?

Ein Bild allein ist kein Rankingproblem. Entscheidend ist, ob die Seite insgesamt hilfreich und vertrauenswürdig wirkt. Ein KI-Bild auf einer Ratgeberseite ist anders zu bewerten als ein erfundenes Teamfoto.

Ist es in Ordnung, ein echtes Foto mit KI aufzuhübschen?

Leichte Korrekturen wie Licht, Störendes entfernen oder einen Himmel tauschen sind übliche Bildbearbeitung. Sobald das Bild etwas zeigt, das es so nicht gibt, gehört es in die rote Zone.

Wie viele KI-Bilder sind auf einer Firmenwebsite zu viel?

Es geht weniger um die Zahl als um den Ort. Auf Startseite, „Über uns“, Leistungs- und Referenzseiten sollten echte Fotos überwiegen.

Wenn Sie unsicher sind, welche Bilder Ihre Website wirklich braucht, schauen wir gern gemeinsam drauf: Nachricht senden.

Quellen

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