Kurse und Veranstaltungen in Google zeigen: Event-Markup
Kurz gesagt: Mit Event-Markup nach schema.org beschreiben Sie eine Veranstaltung so, dass Google Name, Datum und Ort maschinell lesen kann. Eine wichtige Einschränkung vorweg: Laut Google-Dokumentation ist die Veranstaltungssuche, Stand November 2026, nur in bestimmten Ländern verfügbar – Deutschland ist dabei, Österreich nicht. Für Anbieter in Österreich ist das Markup daher eine saubere Vorbereitung, aber kein Schalter für mehr Sichtbarkeit; Termine im Google-Unternehmensprofil sind der direktere Weg.
Ob Kochkurs, Weinverkostung, Tanzabend, Workshop in der Werkstatt oder Lesung in der Buchhandlung: Wer regelmäßig Termine anbietet, möchte, dass sie dort auftauchen, wo Menschen nach „was ist los am Wochenende“ suchen. Google bietet dafür eine eigene Veranstaltungssuche, die strukturierte Daten auswertet. Was dafür nötig ist und wo die Grenzen liegen, steht in der Dokumentation von Google Search Central (zuletzt aktualisiert im September 2026, abgerufen November 2026).
Vorab: Wo die Veranstaltungssuche verfügbar ist
Google listet in der Dokumentation folgende Regionen und Sprachen: Australien (Englisch), Brasilien (Portugiesisch), Kanada (Englisch), Deutschland (Deutsch), Indien (Englisch), Lateinamerika (Spanisch), Spanien (Spanisch), Vereinigtes Königreich (Englisch) und USA (Englisch). Österreich und die Schweiz stehen nicht auf der Liste – in der deutschen wie in der englischen Fassung.
Was heißt das praktisch? Für Suchende in Österreich ist die Veranstaltungsanzeige laut Dokumentation derzeit nicht verfügbar. Ob ein österreichischer Anbieter mit Event-Markup Suchenden in Deutschland angezeigt wird, etwa ein Festival in Salzburg, beschreibt Google nicht. Darauf sollten Sie keine Erwartungen bauen. Das Markup schadet aber nicht, ist mit wenig Aufwand gepflegt, wenn Ihre Termine ohnehin strukturiert vorliegen, und ist bereit, falls Google die Funktion ausweitet.
Schritt 1: Prüfen, ob Ihre Termine überhaupt passen
Laut Google-Richtlinien eignen sich nur echte Veranstaltungen:
- Physischer Ort: Rein virtuelle Veranstaltungen ohne Ort vor Ort werden nicht unterstützt.
- Öffentlich buchbar: Veranstaltungen, für die eine Mitgliedschaft oder Einladung nötig ist, sind ausgeschlossen.
- Keine Produkte als Event: Dienstleistungen, Reisen oder Angebote dürfen nicht als Veranstaltung ausgegeben werden. Google nennt etwa eine „Städtereise mit 7 Übernachtungen“ als Negativbeispiel.
- Keine Öffnungszeiten und Rabatte: „Geöffnet von 8 bis 17 Uhr“ oder „5 % Rabatt“ sind keine Veranstaltungen.
Ein Kochkurs am Samstag um 10 Uhr mit festen Plätzen passt. Ein Fitnessstudio, das „Kurse täglich“ anbietet, eher nicht als einzelne Events.
Schritt 2: Jede Veranstaltung braucht eine eigene Seite
Google unterstützt laut Dokumentation für die Veranstaltungssuche nur Seiten zu einzelnen Veranstaltungen. Jede Veranstaltung braucht eine eindeutige URL, und das Markup gehört auf diese Seite, nicht auf eine Übersicht mit vielen Terminen.
Für Kursanbieter heißt das: Wenn derselbe Kurs an mehreren Terminen stattfindet, braucht jeder Termin, der separat buchbar ist, ein eigenes Event-Element. Google schreibt ausdrücklich: Bei mehreren Aufführungen an verschiedenen Tagen mit eigenen Kartenkontingenten ein separates Event pro Aufführung. Bei mehrtägigen Veranstaltungen gehören Start- und Enddatum ins Markup.
Für Betriebe mit vielen Terminen bedeutet das: Die Termine sollten aus einer Datenquelle kommen – einem Buchungssystem oder einer Terminliste im CMS –, aus der Seiten und Markup automatisch entstehen. Von Hand gepflegt geht das bei mehr als einer Handvoll Terminen schnell schief.
Schritt 3: Die Pflichtangaben einbauen
Erforderlich sind laut Google:
- name: der Titel der Veranstaltung, ohne Ortsnamen, Preise oder Werbezusätze wie „Jetzt Tickets sichern“. „Konzert“ allein ist laut Google kein aussagekräftiger Name.
- startDate: Datum und Uhrzeit im ISO-8601-Format, idealerweise mit Zeitzone. Für Österreich ist das im Winter
+01:00, im Sommer+02:00, also etwa2026-11-21T10:00+01:00. - location: ein Ort vom Typ Place mit Name und vollständiger Adresse.
Empfohlen sind unter anderem description, endDate, eventStatus, image, offers (Preis, Währung, Verfügbarkeit, Link zur Buchung), organizer und performer.
Das Markup steht am besten als JSON-LD im Kopf der Veranstaltungsseite. Viele CMS und Buchungs-Plugins erzeugen es automatisch; prüfen Sie dann, ob die Felder richtig befüllt sind.
Schritt 4: Absagen und Verschiebungen richtig abbilden
Hier passieren die meisten Fehler. Google beschreibt den Umgang so:
- Abgesagt: eventStatus auf
EventCancelledsetzen, die Seite und die übrigen Angaben stehen lassen. - Verschoben, neuer Termin noch offen: eventStatus auf
EventPostponed, das ursprüngliche startDate beibehalten, bis das neue Datum feststeht. - Verschoben auf einen neuen Termin: eventStatus auf
EventRescheduled, startDate und endDate auf die neuen Daten, previousStartDate auf das alte Datum.
Eine abgesagte Veranstaltung einfach zu löschen, verwirrt Menschen, die sie gespeichert oder geteilt haben.
Schritt 5: Testen und beobachten
Google empfiehlt, den Code mit dem Test für Rich-Suchergebnisse zu prüfen und alle kritischen Fehler zu beheben. Danach einige Seiten veröffentlichen und mit dem URL-Prüftool der Search Console kontrollieren, wie Google sie sieht.
Der direktere Weg in Österreich: Veranstaltungen im Google-Profil
Unabhängig vom Markup können Sie im Google-Unternehmensprofil Beiträge vom Typ „Veranstaltung“ anlegen. Laut Google-Hilfe geben Sie dafür Titel, Start- und Enddatum sowie Uhrzeiten an und können Beschreibung, Foto oder Video und einen Button ergänzen. Diese Beiträge erscheinen in Ihrem Profil in der Google Suche und auf Google Maps. Für einen Kursanbieter in Wien ist das oft der schnellste Weg, Termine dort sichtbar zu machen, wo Menschen nach ihm suchen.
Fehlerliste
- Markup auf der Übersichtsseite mit allen Terminen statt auf der einzelnen Terminseite.
- Kursreihe als ein einziges Event, obwohl Termine einzeln buchbar sind.
- Ortsname oder Preis im Feld name.
- Zeitzone fehlt oder ist beim Wechsel von Sommer- auf Winterzeit falsch.
- Abgesagte Termine werden gelöscht statt als
EventCancelledmarkiert. - Online-Kurse ohne physischen Ort als Event ausgezeichnet.
- Öffnungszeiten, Aktionen oder Gutscheine als Veranstaltung ausgezeichnet.
- Markup und sichtbarer Seiteninhalt widersprechen sich, etwa beim Datum.
Häufige Fragen
Lohnt sich Event-Markup für einen Anbieter in Österreich überhaupt?
Für die Veranstaltungssuche in Österreich derzeit nicht, weil Google die Region laut Dokumentation nicht unterstützt. Wenn Ihr System das Markup ohnehin automatisch erzeugt, kostet es aber kaum Aufwand. Den direkten Nutzen bringen derzeit eher Beiträge im Unternehmensprofil und gut strukturierte Terminseiten.
Kann ich Online-Workshops auszeichnen?
Laut Google werden rein virtuelle Veranstaltungen ohne realen Ort für die Veranstaltungssuche nicht unterstützt. Für Online-Kurse bleibt die normale Terminseite.
Was mache ich, wenn ein Kurs jede Woche stattfindet?
Für jeden einzeln buchbaren Termin ein eigenes Event mit eigenem Datum. Bei vielen Terminen sollte das aus dem Buchungssystem automatisch erzeugt werden.
Wie lange bleibt eine vergangene Veranstaltung online?
Das ist Ihre Entscheidung. Viele Anbieter lassen vergangene Termine mit Hinweis auf den nächsten Kurs stehen, statt sie zu löschen – das erhält Links und hilft Besuchern weiter.
Wenn Ihre Kurstermine aus einem Buchungssystem kommen und Sie sie sauber auf Website und Google-Profil bringen möchten, schaue ich mir das gern gemeinsam mit Ihnen an – schreiben Sie mir.