Leuchtenrestaurierung: Teile mit nummerierten Fotos vor der Annahme zuordnen
Eine Leuchte kommt oft nicht als Ganzes, sondern in einer Kiste: Schirm, Fuß, Arm, Schrauben, vielleicht ein zweites Teil, das gar nicht dazugehört. Ohne klare Zuordnung entstehen Streit und Verwechslungen. Dieser Artikel beschreibt einen vorgeschlagenen Beispielablauf, keine beobachteten Ergebnisse. Er zeigt, wie nummerierte Fotos die Teilezuordnung vor der Annahme klären.
Das Ziel
Vor der Annahme soll feststehen, welche Teile zu welcher Leuchte gehören und in welchem Zustand sie ankamen. Über Reparaturumfang oder Preis wird erst danach gesprochen.
Eingaben
- Foto der gesamten Lieferung, so wie sie ankommt
- Pro Teil ein Foto auf neutralem Untergrund mit einem Zettel, auf dem eine Nummer steht
- Kurze Beschreibung des Kunden, was er für zusammengehörig hält
- Angabe, ob Teile fehlen, nach seiner Kenntnis
- Hinweis auf sichtbare Schäden, die schon bei Ankunft bestanden
Ablauf
Schritt 1: Auspacken und fotografieren. Packen Sie die Lieferung aus und fotografieren Sie die Gesamtheit, bevor Sie etwas bewegen.
Schritt 2: Nummerieren. Geben Sie jedem Teil eine Nummer, auch Kleinteilen. Schrauben, die zusammen lose liegen, erhalten eine gemeinsame Nummer, etwa 9 mit dem Vermerk "Kleinteile, Beutel".
Schritt 3: Zuordnungsvorschlag. Erstellen Sie eine Liste mit Gruppen: "Leuchte A: Teile 1, 2, 3", "Leuchte B: Teile 4, 5", "Unklar: Teil 6". Senden Sie die Liste mit den Fotos.
Schritt 4: Rückmeldung. Der Kunde bestätigt jede Gruppe oder korrigiert sie. Erst danach nehmen Sie den Auftrag pro Leuchte an.
Entscheidungszweige
Teil gehört nach Kundenaussage zu einer Leuchte, passt aber optisch nicht: Notieren Sie das als offene Frage, ohne ein Urteil. Bitten Sie um ein Foto der Leuchte im Originalzustand, falls vorhanden.
Zwei ähnliche Leuchten: Nummerieren Sie die Teile getrennt und markieren Sie sie bei Annahme physisch, etwa mit farbigen Beuteln. Ein Teil in "Unklar" bleibt, bis der Kunde es zuordnet.
Teil fehlt: Halten Sie das als Vermerk fest. Ob Ersatz beschafft oder nachgebaut wird, entscheiden Sie in einem eigenen Angebot, nicht in der Annahme.
Kunde ist nicht erreichbar: Das Teil bleibt in der Gruppe "Unklar" und wird nicht eingebaut.
Stoppbedingungen
Beginnen Sie nicht mit der Arbeit, wenn
- ein Teil noch in der Gruppe "Unklar" steht und für die Restaurierung benötigt würde,
- der Kunde die Liste nicht bestätigt hat,
- Vorschäden nicht fotografiert wurden,
- Zweifel bestehen, ob elektrische Teile noch zum Originalzustand gehören. Solche Fragen klären Sie mit dem Kunden, bevor Sie Entscheidungen über den Umfang treffen.
Beispiel
Eine Kundin liefert eine Schachtel mit sieben Teilen. Sie nummerieren 1 bis 7. Sie schlagen vor: Tischleuchte mit Teilen 1 bis 4, Wandleuchte mit 5 und 6, Teil 7 unklar, ein Messingring. Die Kundin antwortet, der Ring gehöre zur Wandleuchte. Sie ändern die Liste, senden sie erneut, und die Kundin bestätigt. Danach werden zwei getrennte Aufträge angelegt.
Praktischer Abnahmetest
Testen Sie den Ablauf mit einer eigenen Probeleuchte oder einem Lagerbestand ohne Kundenbezug:
- Zerlegen Sie zwei ähnliche Leuchten und mischen Sie die Teile.
- Nummerieren und fotografieren Sie alles.
- Bitten Sie eine zweite Person, aus Ihrer Fotoliste die beiden Leuchten wieder zu gruppieren.
- Prüfen Sie, ob die Gruppen korrekt sind und ob jede Nummer auf einem Foto lesbar ist.
- Notieren Sie, welche Teile die Person als "unklar" eingestuft hat, und prüfen Sie, ob Ihre Beschreibung dort zu knapp war.
Der Test ist bestanden, wenn die zweite Person ohne Rückfrage die Gruppen richtig bildet oder ehrlich als unklar markiert.
Fazit
Nummerierte Fotos schaffen vor der Annahme eine gemeinsame Sicht auf die Teile. Entscheidend sind die getrennte Gruppe "Unklar", die ausdrückliche Bestätigung und der Stopp bei offenen Fragen. Wie Sie Teile markieren, etwa mit Beuteln oder Zetteln, ist eine Frage Ihrer Werkstatt. Das Prinzip bleibt: erst zuordnen, dann annehmen.