Eine Merkliste für Messebesucher ohne Kundenkonto
Am Messestand möchten Interessenten Produkte vormerken, ohne ein Konto anzulegen. Oft läuft das über ein Tablet, das viele Personen nacheinander benutzen. Dieser Entwurf beschreibt eine kurzlebige Gast-Merkliste und eine Probe, die prüft, ob nach dem Zurücksetzen nichts Fremdes sichtbar bleibt. Alles hier ist ein bedingter Vorschlag mit hypothetischen Beispielen.
Leitidee
Die Merkliste gehört zur Sitzung am Gerät, nicht zu einer Person. Sie soll kurz leben, wenig speichern und sich mit einer klaren Handlung leeren lassen. Wer sie mitnehmen will, entscheidet das aktiv, etwa per Abschicken an die eigene Adresse.
Das Gast-Merklisten-Modell
| Baustein | Vorschlag |
|---|---|
| Inhalt | nur Produktverweise und Mengenwunsch, keine Namen |
| Speicherort | nur in der laufenden Sitzung des Geräts |
| Lebensdauer | endet bei Zurücksetzen oder nach einer festgelegten Inaktivität |
| Mitnehmen | freiwillig, per Eingabe der eigenen E-Mail-Adresse |
| Zurücksetzen | sichtbarer Knopf „Neue Besucherin / neuer Besucher“ |
Die Dauer der Inaktivität müsste das Messeteam selbst festlegen. Hier wird bewusst keine Zahl genannt.
Die gemeinsame Geräte-Reset-Probe
Vor Messebeginn und möglichst nach jeder Änderung am Aufbau wird folgender Ablauf durchgespielt:
- Person A legt drei Beispielprodukte auf die Merkliste.
- Person A betätigt „Neue Besucherin / neuer Besucher“.
- Person B öffnet das Gerät: Die Liste ist leer, kein Produkt ist vorausgewählt.
- Person B nutzt die Zurück-Taste des Browsers: Es erscheint keine Liste von A.
- Suchfelder, Eingabevorschläge und zuletzt angesehene Produkte zeigen nichts von A.
- Ein zweites Gerät am Stand zeigt die Liste von A zu keinem Zeitpunkt.
Verzweigungen
- Besucher geht weg, ohne zurückzusetzen: Nach der festgelegten Inaktivität erscheint ein Hinweis, danach leert sich die Liste.
- Besucher möchte die Liste mitnehmen: E-Mail-Eingabe, Hinweis, wofür die Adresse genutzt würde, danach sofortiges Leeren der Liste auf dem Gerät.
- Eigenes Gerät des Besuchers: Eine Merkliste im eigenen Browser kann einfacher bleiben, die Reset-Probe gilt dort nur eingeschränkt.
- Kein Netz am Stand: Die Liste bleibt lokal, die Mitnahme-Funktion meldet verständlich, dass sie gerade nicht möglich ist.
Hypothetisches Beispiel
Am fiktiven Stand legt Besucher A drei Beispielprodukte vor und tippt dann auf „Neue Besucherin / neuer Besucher“. Besucherin B findet danach eine leere Liste. Hätte A seine Adresse eingegeben, wäre die Adresse nicht mehr auf dem Bildschirm sichtbar, auch nicht als Eingabevorschlag.
Stoppbedingungen
Das Vorhaben sollte pausieren, wenn:
- die Reset-Probe an irgendeiner Stelle Daten einer früheren Person zeigt,
- Eingabevorschläge des Browsers Adressen speichern und sich nicht unterdrücken lassen,
- niemand am Stand verantwortlich ist, den Reset-Knopf zu erklären und zu prüfen.
Abnahmeprüfung
- Die Reset-Probe läuft vollständig ohne Fremdinhalte durch.
- Der Reset-Knopf ist ohne Erklärung auffindbar und per Tippen erreichbar.
- Die Merkliste enthält keine personenbezogenen Angaben, solange niemand freiwillig etwas eingibt.
- Der Hinweis zur Adresse nennt in einem Satz den Zweck.
- Nach der Inaktivitätszeit leert sich die Liste nachweislich.
- Das Standpersonal kennt den Ablauf und kann ihn vorführen.
Wer diese Punkte bestanden hat, kann die Liste am Stand erproben. Datenschutzfragen im Einzelnen sollten gesondert mit der zuständigen Stelle geklärt werden, dieser Text ersetzt das nicht.