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Muster-Vorschau auf der Website: Sichtbar abgeschnitten oder wirklich unvollständig?

Ausgangslage

Eine Website für digitale Muster zeigt häufig nur einen Ausschnitt: ein Stück eines Musterbogens, eine angeschnittene Vorlagenseite, einen Teil eines Rapports. Besucher sehen eine Kante, an der das Motiv endet, und fragen sich: Ist das nur der Rand der Vorschau, oder fehlt in der Datei etwas? Dieser Artikel beschreibt einen vorgeschlagenen Arbeitsablauf, der beide Fälle sichtbar trennt. Alle Beispiele sind ausdrücklich erfundene Beispieleingaben, keine beobachteten Ergebnisse aus Kundenprojekten. Es geht ausschließlich um die Darstellung auf der Seite, nicht um technische Aussagen zu Druck oder Fertigung.

Eingaben pro Muster

Legen Sie für jedes Muster vier Angaben fest.

Erstens das Vorschaubild mit einem klaren Titel, zum Beispiel „Beispielmuster Wiese, Vorschau“. Zweitens eine Inhaltsliste der Lieferdatei in einfachen Worten, etwa „Seite 1: Titelblatt, Seite 2: Mustertafel, Seite 3: Farbtabelle“. Drittens ein Vermerk, ob die Vorschau absichtlich beschnitten ist, mit den Werten „vollständig“, „bewusst ausgeschnitten“ oder „unklar“. Viertens ein Satz der Redaktion, der in einem Klartext erklärt, was die Vorschau weglässt.

Ob Sie zusätzlich eine Randmarkierung zeichnen, ist Ihre gestalterische Entscheidung und keine Pflicht. Wichtig ist nur, dass die Seite den Unterschied in Worten benennt.

Entscheidungswege

Prüfen Sie jedes Muster der Reihe nach.

Fall A: Vorschau vollständig. Die Inhaltsliste und das Bild decken sich. Zeigen Sie keinen Hinweis zur Beschneidung, sondern nur die Bildunterschrift „Gesamtansicht“.

Fall B: Vorschau bewusst ausgeschnitten. Zeigen Sie unter dem Bild eine kurze Zeile wie „Ausschnitt: zeigt den linken Teil von Seite 2. Die ganze Seite liegt in der Datei.“ Die Zeile muss benennen, welcher Teil gezeigt wird und dass der Rest zum Lieferumfang gehört. Eine sichtbare Kante allein reicht als Aussage nicht aus.

Fall C: Inhalt fehlt tatsächlich, etwa weil eine Seite noch nicht fertig ist. Das ist kein Ausschnitt. Schreiben Sie deutlich „In dieser Ausgabe nicht enthalten: Farbtabelle“ und führen Sie den Punkt nicht in der Inhaltsliste als geliefert auf.

Fall D: Vermerk „unklar“. Veröffentlichen Sie die Vorschau noch nicht. Klären Sie zuerst mit der zuständigen Person, was die Datei enthält.

Stoppbedingungen

Brechen Sie die Veröffentlichung eines Musters ab, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft: Die Inhaltsliste nennt etwas, das im Bild nicht erkennbar ist und auch nicht als Ausschnitt erklärt wird. Die Redaktion kann nicht sagen, ob das Bild beschnitten ist. Der Erklärtext behauptet etwas über technische Eigenschaften, das niemand belegen kann. In allen Fällen gilt: lieber ein Muster später online stellen als eine Vorschau, die Käufer in die Irre führt.

Beispiel mit erfundenen Daten

Das Beispielmuster „Wiese“ hat drei Seiten. Die Vorschau zeigt nur den oberen Drittelbereich der Mustertafel. Der Vermerk lautet „bewusst ausgeschnitten“. Unter dem Bild steht: „Ausschnitt: oberer Bereich von Seite 2. Die ganze Seite ist in der Datei enthalten.“ Die Farbtabelle auf Seite 3 ist noch nicht fertig. Die Seite führt daher nur Seite 1 und 2 als geliefert auf und nennt Seite 3 unter „Nicht in dieser Ausgabe“. So sieht ein Besucher sofort: Die Bildkante ist Absicht, die fehlende Tabelle ist echt.

Abnahmetest

Nehmen Sie drei erfundene Testmuster: eines vollständig, eines bewusst ausgeschnitten, eines mit fehlender Seite. Lassen Sie eine Person, die das Projekt nicht kennt, jeweils beantworten: Fehlt etwas in der Datei, ja oder nein? Und: Woran erkennen Sie das? Der Test gilt als bestanden, wenn alle drei Antworten richtig sind und die Begründung auf den Text unter dem Bild verweist, nicht auf Raten. Fällt ein Muster durch, ändern Sie den Erklärtext und wiederholen den Test mit einer anderen Person.

Zusätzlich prüfen Sie: Stimmt die Inhaltsliste Wort für Wort mit dem tatsächlichen Dateiinhalt überein? Dafür öffnet eine Person die Lieferdatei und hakt jeden Listenpunkt ab.

Fazit

Eine sichtbare Kante im Vorschaubild ist erst dann harmlos, wenn die Seite sie erklärt. Trennen Sie deshalb bewusst ausgeschnittene Vorschauen von tatsächlich fehlendem Inhalt, führen Sie nur Geliefertes in der Inhaltsliste auf und halten Sie unklare Fälle zurück. Mit einem kleinen Vermerk pro Muster und einem kurzen Test mit drei Beispielen gewinnen Käufer eine klare Erwartung, und Ihr Team spart sich spätere Rückfragen.

Quellen

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