Faltmuster-Register im Papierfachhandel: Nach sichtbaren Flächen statt nur nach Papierformat wählen
Wer Papier für gefaltete Arbeiten bestellt, nennt meist ein Format, etwa „A4“ oder „30 mal 30“. Doch zwei Falzarten auf demselben Format können ganz verschiedene Flächen zeigen: Welche Seite liegt außen, welche innen, welcher Teil ist am Ende sichtbar? Dieser Artikel beschreibt einen vorgeschlagenen Beispielablauf für einen Papierfachhandel. Er ist kein beobachteter Kundenfall und enthält keine Bindungsanleitung.
Ausgangsidee
Das Register ist eine kleine Sammlung von Faltmustern. Jedes Muster wird nicht nur mit Papierformat geführt, sondern mit der Angabe, welche Flächen nach dem Falten sichtbar sind. Kundschaft wählt zuerst, was sie sehen möchte, und das Format ergibt sich als zweite Angabe.
Felder pro Registereintrag
- Kennung des Faltmusters, zum Beispiel FM-07.
- Kurzname in Alltagssprache.
- Ausgangsformat, so wie der Handel es führt.
- Sichtbare Flächen nach dem Falten: Vorderseite, Rückseite, Innenseite, Kante. Jede wird mit „zeigt Papierseite 1“ oder „zeigt Papierseite 2“ markiert, falls das Papier zwei verschiedene Seiten hat.
- Vorschaubild mit nummerierten Flächen.
- Hinweis zum Papier: einseitig oder beidseitig gestaltet.
Nicht aufgenommen werden Anleitungen zum Binden, Kleben oder Heften.
Eingaben der Kundschaft
Die Kundschaft wählt eine Kennung, gibt an, welche Fläche ihr am wichtigsten ist (Nummer aus der Vorschau), und nennt die gewünschte Papiersorte aus Ihrem Sortiment. Ein Freitextfeld darf Besonderheiten aufnehmen.
Entscheidungszweige
Zweig 1: Das Papier ist beidseitig gleich. Die Frage nach der Papierseite entfällt, und das Register zeigt nur die Flächenzahl.
Zweig 2: Das Papier hat zwei verschiedene Seiten, und die gewünschte Fläche zeigt Papierseite 1. Das Register bestätigt, dass die bestellte Sorte mit dieser Seite gewünscht wird.
Zweig 3: Die wichtigste Fläche zeigt je nach Faltung eine andere Papierseite. Das Register bietet eine Rückfrage an: „Soll diese Fläche Papierseite 1 oder 2 zeigen?“ Die Antwort wird als Pflichtfeld gespeichert.
Zweig 4: Die gewünschte Fläche existiert im gewählten Muster nicht. Das Register schlägt höchstens zwei andere Muster vor und erfindet kein neues.
Stoppbedingungen
Stoppen Sie, wenn die Anfrage nach Anleitungen zum Binden oder Zusammensetzen fragt. Das Register beantwortet das nicht und verweist auf den normalen Beratungsweg. Stoppen Sie auch, wenn eine Papiersorte gewünscht wird, die nicht im Sortiment steht. Dann wird nichts zugesagt, sondern die Anfrage an die Beratung gegeben. Das Register trifft keine Aussage über Haltbarkeit oder Tauglichkeit für bestimmte Zwecke.
Beispiel
Eine Person schreibt: „Ich brauche etwas im Format 30 mal 30, außen soll das Muster sichtbar sein.“ Das Register führt sie zu FM-07, einem Muster, bei dem die Vorderseite Papierseite 1 zeigt. Das gewählte Papier ist einseitig bedruckt. Die Person bestätigt: „Fläche 1, Papierseite 1.“ Wäre das Papier beidseitig bedruckt mit verschiedenen Mustern, käme die Rückfrage aus Zweig 3. Das Format allein hätte beide Fälle nicht unterschieden.
Optionale Entscheidungen
Wie viele Muster das Register zu Beginn enthält, ob Vorschaubilder gezeichnet oder fotografiert werden und ob ein Muster mehrere Formate führt, bleibt Ihre Wahl. Verbindlich ist nur, dass sichtbare Flächen und Papierseite getrennt festgehalten werden.
Kleiner Abnahmetest
Legen Sie drei Testmuster an, davon eines mit zwei verschiedenen Papierseiten. Bitten Sie eine Kollegin, vier Testbestellungen aufzugeben:
- Findet sie ein Muster, indem sie nach der sichtbaren Fläche sucht?
- Wird bei beidseitig verschiedenem Papier die Papierseite abgefragt?
- Zeigt die Bestätigung Kennung, Fläche und Papierseite?
- Wird eine Frage nach Bindung höflich an die Beratung weitergegeben, ohne Anleitung?
Werden alle vier Punkte erfüllt, ist das Register für eine Probephase brauchbar.
Fazit
Das Papierformat sagt, wie groß das Blatt ist, aber nicht, was später zu sehen ist. Wer die sichtbaren Flächen zur Auswahlgrundlage macht, verhindert die häufige Verwechslung zwischen Außen und Innen. Das Register bleibt klein, ehrlich und frei von Zusagen, die der Handel nicht prüfen kann.