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Passepartout-Aufteilung freigeben: Die nummerierte Skizze als gemeinsame Grundlage

Dieser Beitrag beschreibt einen vorgeschlagenen Beispielablauf, keine beobachteten Ergebnisse aus einem Betrieb. Er richtet sich an einen Bilderrahmer, der Passepartouts mit mehreren Ausschnitten anbietet, etwa für eine Bildergruppe in einem Rahmen.

Das Problem

Sobald ein Passepartout mehr als einen Ausschnitt hat, reicht der Satz "drei Fotos nebeneinander" nicht mehr aus. Offen bleiben die Reihenfolge, der Abstand zwischen den Ausschnitten, der Rand oben und unten sowie die Frage, ob unten mehr Platz bleiben soll. Ein Schnitt lässt sich nicht rückgängig machen. Deshalb lohnt sich eine Freigabe vor dem Zuschnitt, und zwar anhand einer Skizze, bei der jedes Element eine Nummer trägt.

Was die Skizze enthält

Die Skizze ist eine einfache Zeichnung, kein Designentwurf. Sie zeigt:

  1. Die Außenmaße des Rahmeninnenraums.
  2. Jeden Ausschnitt mit einer Nummer (1, 2, 3 ...) und seinen Maßen in Millimetern.
  3. Die Ränder links, rechts, oben und unten, jeweils mit eigener Nummer, zum Beispiel R1 bis R4.
  4. Die Abstände zwischen den Ausschnitten, ebenfalls nummeriert (A1, A2).
  5. Eine Zeile mit der Zuordnung: Welches Bild kommt in welchen Ausschnitt, und ob es hoch oder quer liegt.

Die Nummern haben einen praktischen Zweck: Der Kunde kann in einer Antwort schreiben "R4 größer" oder "A1 und A2 gleich", ohne ein Gespräch über Begriffe zu führen.

Eingaben vor der Skizze

  • Maße jedes Bildes, möglichst vom Kunden gemessen oder am Original geprüft.
  • Gewünschte Bildlage je Bild.
  • Ob die Bildkanten sichtbar bleiben sollen oder die Bilder hinter dem Ausschnitt überlappen.
  • Gewünschter Gesamtrahmen oder Hinweis, dass der Rahmen noch offen ist.

Entscheidungszweige

Fall A: Alle Maße passen, der Kunde bestätigt die Skizze schriftlich. Weiter mit der Auftragsfreigabe.

Fall B: Der Kunde ändert einzelne Nummern. Skizze mit neuem Stand und neuer Versionsbezeichnung (V2) senden. Die alte Version wird als ersetzt markiert, damit nie zwei gültige Stände nebeneinander liegen.

Fall C: Ein Wunsch lässt sich nicht umsetzen, etwa weil die Ausschnitte zusammen breiter sind als der Rahmeninnenraum. Nennen Sie die Nummern, die kollidieren, und bieten Sie zwei Alternativen an, zum Beispiel kleinere Ausschnitte oder ein größerer Rahmen. Kein Zuschnitt, bis eine Variante gewählt ist.

Fall D: Der Kunde antwortet unklar, etwa "passt schon". Das gilt nicht als Freigabe. Fragen Sie gezielt nach: "Bestätigen Sie die Skizze V1 mit allen Maßen?"

Stoppbedingungen

  • Es fehlt ein Bildmaß.
  • Die Summe aus Ausschnitten, Abständen und Rändern ergibt nicht das Außenmaß.
  • Es gibt eine Bestätigung für eine ältere Skizzenversion als die aktuelle.
  • Ein Bild ist noch nicht beim Rahmer und die Maße wurden nur geschätzt.

In jedem dieser Fälle wird nicht geschnitten.

Beispiel

Ein Kunde möchte drei hochformatige Fotos in einem Passepartout. Die Skizze V1 zeigt Ausschnitte 1 bis 3, jeweils 90 mal 130 mm, Abstände A1 und A2 mit 25 mm, Ränder R1 und R2 mit 50 mm, R3 mit 50 mm und R4 mit 65 mm. Das ergibt eine Innenbreite von 90+90+90+25+25+50+50 = 420 mm und eine Höhe von 130+50+65 = 245 mm. Der Kunde antwortet: "R4 etwas kleiner, 55 mm." Es entsteht V2 mit 235 mm Höhe. Erst die Bestätigung von V2 löst den Zuschnitt aus.

Kleiner Abnahmetest

Nehmen Sie eine fiktive Bestellung mit drei Ausschnitten und prüfen Sie:

  1. Trägt jeder Ausschnitt, jeder Rand und jeder Abstand eine eigene Nummer?
  2. Stimmt die Summe der Einzelmaße mit dem Außenmaß überein? Rechnen Sie nach.
  3. Ändern Sie testweise eine Nummer. Entsteht eine neue Version, und ist die alte als ersetzt markiert?
  4. Antworten Sie als Testkunde nur mit "passt". Wird nachgefragt, statt zu schneiden?
  5. Ist auf dem Auftrag vermerkt, welche Version freigegeben wurde?

Bestehen alle fünf Punkte, ist der Ablauf für diesen Fall brauchbar. Sie können ihn auf einfache Passepartouts verkürzen, etwa auf eine Skizze ohne Abstände, wenn es nur einen Ausschnitt gibt. Das ist eine Entscheidung des Betriebs, keine allgemeine Pflicht.

Schluss

Die nummerierte Skizze ersetzt kein Beratungsgespräch, sie hält dessen Ergebnis fest. Sie gibt dem Kunden eine klare Möglichkeit, Änderungen zu benennen, und dem Betrieb eine eindeutige Freigabe, auf die sich der Zuschnitt stützt. Beginnen Sie mit dem nächsten Auftrag mit mehr als einem Ausschnitt und passen Sie die Vorlage nach den ersten Erfahrungen an.

Quellen

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