Lorixen.
DE

Produktfotos für den Onlineshop selbst machen: Anleitung

Kurz gesagt: Gute Produktfotos brauchen weniger Technik als Sorgfalt: ein ruhiger Hintergrund, weiches Licht von der Seite, ein Smartphone auf einem Stativ und für jedes Produkt dieselben Perspektiven. Fotografieren Sie groß genug, denn Google verlangt für Produktbilder in Merchant Center ab dem 31. Januar 2027 mindestens 500 × 500 Pixel und empfiehlt mindestens 1.500 × 1.500 Pixel. Entscheidend ist, dass alle Bilder im Shop gleich wirken.

Diese Anleitung ist wie ein Arbeitsplan aufgebaut: erst die kleine Fotoecke einrichten, dann aufnehmen, dann exportieren. Wie Sie die fertigen Bilder technisch für schnelle Ladezeiten aufbereiten, ist ein eigenes Thema und gehört zur Website-Optimierung.

Teil 1: Die Fotoecke einrichten

Platz und Licht

Suchen Sie einen Tisch neben einem großen Fenster, ohne direkte Sonne. Seitliches Tageslicht ist weich und gleichmäßig. Direkte Sonne erzeugt harte Schatten und Glanzpunkte. Wenn die Sonne hereinscheint, hilft ein dünner weißer Vorhang oder Backpapier am Fenster.

Wer abends oder im Lager fotografiert, braucht zwei gleiche Dauerlichter, zum Beispiel LED-Leuchten mit Softbox. Mischen Sie keine Lichtquellen: Tageslicht plus Deckenlampe ergibt Farbstiche, die sich später nur mühsam korrigieren lassen.

Hintergrund

Für die Hauptansicht eignet sich ein heller, einfarbiger Hintergrund. Praktisch ist eine Hohlkehle: ein großer Bogen weißer Fotokarton, der hinten an der Wand befestigt ist und in einer Kurve auf den Tisch läuft. So entsteht keine sichtbare Kante hinter dem Produkt.

Aufheller

Auf der Seite gegenüber dem Fenster stellen Sie eine weiße Styroporplatte oder einen Karton auf. Sie wirft Licht in die Schatten zurück. Das ist der günstigste Trick mit der größten Wirkung.

Stativ

Ein einfaches Smartphone-Stativ sorgt dafür, dass alle Bilder aus derselben Höhe und demselben Winkel entstehen. Markieren Sie die Position von Stativ und Produkt mit Klebeband auf dem Tisch. Wenn Sie nächste Woche neue Ware fotografieren, sieht sie genauso aus wie die alte.

Teil 2: Die Aufnahme

Smartphone vorbereiten

  • Linse putzen. Klingt banal, ist aber die häufigste Ursache für milchige Bilder.
  • Kein Porträtmodus für die Hauptansicht. Der künstliche Unschärfe-Effekt schneidet Kanten oft ungenau ab.
  • Kein Digitalzoom. Gehen Sie lieber näher heran oder nutzen Sie, falls vorhanden, die Telelinse, die weniger verzerrt.
  • Fokus und Belichtung fixieren, indem Sie auf dem Display auf das Produkt tippen und halten. Dunklen Sie bei hellem Hintergrund leicht ab, damit weiße Produkte nicht ausfressen.
  • Selbstauslöser oder Fernauslöser nutzen, damit nichts verwackelt.

Bildausschnitt

Google empfiehlt in den Merchant-Center-Richtlinien (Stand November 2026), das Produkt so in das Bild einzubetten, dass es mindestens 75 und höchstens 90 Prozent der Fläche einnimmt. Das ist auch für Ihren Shop eine gute Faustregel: genug Rand, damit nichts abgeschnitten wirkt, aber keine Briefmarke in einem großen weißen Feld.

Fotografieren Sie etwas weiter, als Sie brauchen. Zuschneiden geht später, Ergänzen nicht.

Perspektiven pro Produkt

Legen Sie für jede Produktart eine feste Reihenfolge fest. Zum Beispiel für ein Wohnaccessoire:

  1. Hauptansicht frontal, leicht von oben
  2. Seitenansicht
  3. Rückseite oder Unterseite, wenn dort etwas Wichtiges ist
  4. Detail: Material, Naht, Verschluss, Etikett
  5. Größenvergleich, etwa in der Hand oder neben einem bekannten Gegenstand
  6. Anwendungsbild in einer Umgebung, zum Beispiel auf einem Regal

Bei Varianten wie Farben gehört zu jeder Variante ein eigenes Hauptbild. Google weist darauf hin, für Produktvarianten jeweils Bilder hochzuladen, die das jeweilige Merkmal zeigen.

Was nicht ins Hauptbild gehört

Die Merchant-Center-Richtlinien nennen unter anderem nachträglich eingefügte Logos oder Shopnamen, Wasserzeichen, Rahmen, eingeblendete Texte wie „Neu“ sowie Platzhalter wie „Foto folgt“ als Dinge, die zu vermeiden sind. Halten Sie Ihre Hauptbilder deshalb sauber. Werbebotschaften können Sie in Bannern oder auf zusätzlichen Bildern im Shop zeigen.

Teil 3: Bearbeitung und Export

Grundbearbeitung

Für die meisten Produkte reichen vier Schritte:

  1. Gerade ausrichten und auf ein einheitliches Format zuschneiden, häufig quadratisch.
  2. Weißabgleich so korrigieren, dass Weiß wirklich weiß ist. Vergleichen Sie die Farbe des Produkts am Bildschirm mit dem echten Produkt bei Tageslicht.
  3. Helligkeit anpassen, bis der Hintergrund hell, aber das Produkt nicht ausgebleicht ist.
  4. Staub und Fussel entfernen, die bei näherem Hinsehen auffallen.

Retuschieren Sie nichts, was das Produkt anders aussehen lässt, als es ist. Farbe, Form und Zustand müssen stimmen, sonst kommen Rücksendungen.

Falls Sie Hintergründe mit KI-Werkzeugen entfernen oder ergänzen: Google verlangt laut Merchant-Center-Richtlinien, dass mit generativer KI erstellte Bilder entsprechende Metadaten enthalten. Prüfen Sie deshalb, ob Ihr Werkzeug diese Angaben beim Export erhält.

Größe

Exportieren Sie eine Masterdatei in hoher Auflösung, zum Beispiel mit 2.000 Pixeln an der langen Seite. Damit erfüllen Sie die Empfehlung von mindestens 1.500 × 1.500 Pixeln und haben Reserve für Zoomfunktionen. Laut Google darf ein Bild für Merchant Center höchstens 64 Megapixel groß und die Datei höchstens 16 MB schwer sein, was bei Smartphone-Fotos selten ein Problem ist.

Die kleineren Versionen für die Website erzeugen idealerweise Shopsystem oder Bildoptimierung automatisch aus der Masterdatei.

Dateinamen

Benennen Sie die Dateien vor dem Hochladen. Die Google-Dokumentation zu Bildern in der Suche empfiehlt kurze, aussagekräftige Dateinamen statt Kameranamen wie IMG00023.JPG. Ein Schema wie vase-steingut-blau-seitenansicht.jpg hilft Ihnen beim Wiederfinden und Google beim Einordnen.

Alt-Text

Beim Hochladen in den Shop beschreiben Sie jedes Bild kurz. Google nennt den Alt-Text das wichtigste Attribut für Bild-Metadaten. Er hilft außerdem Menschen, die Bilder nicht sehen können.

Die Checkliste für den Fototag

  • Fenster ohne direkte Sonne oder zwei gleiche Leuchten
  • Hohlkehle, Aufheller, Stativ, Klebeband-Markierungen
  • Linse geputzt, Porträtmodus aus, Belichtung fixiert
  • Perspektivenliste pro Produktart ausgedruckt
  • Produkte gereinigt, Etiketten gerade, Preisschilder entfernt
  • Nach dem ersten Produkt alle Bilder am großen Bildschirm prüfen, bevor Sie weitermachen

Häufige Fragen

Reicht ein aktuelles Smartphone wirklich aus?

Für die meisten Produkte ja, wenn Licht und Stativ stimmen. Bei sehr kleinen oder stark spiegelnden Produkten wie Schmuck oder Glas stößt man schneller an Grenzen. Dort kann sich ein Fotograf für die schwierigsten Artikel lohnen.

Muss der Hintergrund rein weiß sein?

Für Ihren eigenen Shop nicht zwingend. Wichtiger ist, dass alle Hauptbilder gleich aussehen. Ein heller, einfarbiger Hintergrund ist aber der einfachste Weg zu einem ruhigen Gesamtbild.

Wie viele Bilder pro Produkt sind sinnvoll?

So viele, wie Kunden brauchen, um ohne Rückfrage zu kaufen. Für einfache Artikel genügen drei, für erklärungsbedürftige oft sechs oder mehr.

Warum nicht einfach die Bilder des Herstellers nehmen?

Sie sind schnell da, aber dieselben Bilder zeigen dann auch alle anderen Händler. Eigene Fotos, vor allem Details und Anwendungsbilder, geben Ihrem Shop ein eigenes Gesicht.

Falls Sie überlegen, wie Ihre neuen Fotos im Shop am besten zur Geltung kommen, plaudere ich gern mit Ihnen darüber: Kontakt.

Quellen

WhatsAppSprechen wir