Rechtschreibprüfung im Webformular: Hinweise erlauben, Kennungen nicht unbemerkt verändern
Eine kurze Fehlerbeschreibung darf sprachliche Unterstützung bekommen. Eine Gerätekennung darf dadurch nicht zu einem anderen Wert werden. Für eine Geschäfts-Web-App sollten Sie deshalb nicht pauschal „Autokorrektur einschalten“ bestellen, sondern je Eingabefeld klären, welche Hilfe sinnvoll ist: Fehler markieren, Wörter automatisch ersetzen oder Großbuchstaben vorschlagen. Das sind unterschiedliche Funktionen.
Das Ziel ist kein Formular ohne Eingabehilfen. Es ist eine nachvollziehbare Grenze zwischen Unterstützung beim Schreiben und einer Änderung der fachlich gemeinten Angabe. Besonders bei gemischten Formularen mit Kommentar, Kundenreferenz und Kontaktadresse lohnt sich diese Entscheidung vor der Umsetzung.
Drei Funktionen, drei verschiedene Wirkungen
Der HTML-Standard zur Rechtschreib- und Grammatikprüfung beschreibt, ob bearbeitbarer Text geprüft werden soll. Das Attribut spellcheck steuert diese Prüfung. Eine aktivierte Prüfung ist nicht dasselbe wie ein Auftrag, jedes vermeintlich falsche Wort automatisch zu ersetzen.
Die gesonderte Autokorrektur-Regelung behandelt dagegen das automatische Korrigieren während der Eingabe. Als typische Auslöser nennt der Standard Satzzeichen, Leerzeichen oder einen neuen Absatz nach einem falsch geschriebenen Wort. Bei autocorrect="on" ist die Korrektur erlaubt; ob sie tatsächlich erfolgt, entscheidet der Browser unter anderem anhand des Elements und der Nutzereinstellungen. on ist also keine Zusage, dass ein bestimmtes Wort immer berichtigt wird.
Eine dritte Funktion ist die automatische Großschreibung. Sie kann beispielsweise eine Bildschirmtastatur am Satzanfang auf Großbuchstaben umstellen. Der Standard weist ausdrücklich darauf hin, dass das entsprechende Attribut typischerweise nicht das Tippen auf einer physischen Tastatur beeinflusst und nicht zur Eingabevalidierung verwendet werden darf.
Für das Briefing heißt das: Ein roter Hinweis unter einem Wort, ein ersetztes Wort und ein vorgeschlagener Großbuchstabe dürfen nicht als ein einziges Verhalten abgenommen werden.
Freitext und genaue Kennungen getrennt behandeln
Für ein Feld „Was ist am Gerät aufgefallen?“ kann eine Rechtschreibprüfung hilfreich sein. Vereinbaren Sie als praktische Anforderung, dass die Person einen Fachbegriff unverändert lassen und den Text vor dem Speichern überarbeiten kann. Eine ungewöhnliche Produktbezeichnung ist nicht automatisch falsch, nur weil ein Wörterbuch sie nicht kennt.
Für eine externe Referenz wie ab7k ist die fachliche Frage eine andere: Gehören Groß- und Kleinschreibung zur Kennung? Welche Zeichen sind zulässig? Darf die Anwendung überhaupt etwas vereinheitlichen? Legen Sie diese Regeln unabhängig von der Tastatur fest. Wenn die Anwendung eine Normalisierung vorsieht, soll sie ausdrücklich vereinbart sein und nicht versehentlich durch eine allgemeine Schreibhilfe entstehen.
Als Ausgangspunkt empfiehlt sich, automatische sprachliche Ersetzungen in Feldern für exakte Kennungen nicht anzufordern und die dafür vorgesehenen Attribute bewusst zu setzen. Lassen Sie das tatsächliche Verhalten auf den unterstützten Geräten prüfen. Das ist eine Anforderung an Eingabequalität, keine Behauptung, dass ein HTML-Attribut sämtliche Tastaturen, Erweiterungen oder Nutzereinstellungen kontrolliert.
Eine gültige Kennung muss anschließend nach den Regeln der Anwendung geprüft werden. Eine fehlende Rechtschreibmarkierung beweist weder, dass ein Auftrag existiert, noch dass die Person auf ihn zugreifen darf. Sprachliche Hilfe ersetzt keine fachliche Prüfung.
Warum eine globale Einstellung nicht genügt
Der Standard kennt bei der Rechtschreibprüfung Voreinstellungen und Vererbung. Auch Nutzervorgaben spielen eine Rolle: Der Prüfalgorithmus berücksichtigt ausdrücklich, ob die Person die Prüfung ausgeschaltet oder dauerhaft eingeschaltet hat. Der über JavaScript gelesene spellcheck-Wert muss deshalb nicht den tatsächlichen Prüfzustand widerspiegeln.
Autokorrektur kann ebenfalls über ein Formular vorgegeben und bei einem einzelnen Feld anders eingestellt werden. Der Standard zeigt dafür ein Formular mit ausgeschalteter Autokorrektur und einem Textbereich, der sie ausdrücklich erlaubt. Für ein gemischtes Geschäftsformular ist gerade diese feldbezogene Betrachtung nützlicher als eine unüberlegte Einstellung für die ganze Seite.
Bitten Sie daher um eine kleine Feldliste: Bezeichnung, Zweck, gewünschte Rechtschreibprüfung, gewünschte automatische Ersetzung und Umgang mit Großschreibung. Ergänzen Sie die fachlichen Formatregeln separat. Damit sieht die Entwicklung, dass der Kommentar und die Auftragskennung trotz ähnlicher Optik unterschiedliche Aufgaben haben.
Kontaktangaben nicht als gewöhnliche Wörter behandeln
Für Eingabefelder mit den Typen URL, E-Mail und Passwort legt der Standard fest, dass autocorrect keine automatische Korrektur aktiviert. Auch autocapitalize aktiviert für diese Typen keine automatische Großschreibung. Das ist eine Aussage über diese HTML-Feldtypen, keine pauschale Zusicherung für jedes individuell gebaute Kontaktfeld.
Lassen Sie deshalb prüfen, ob das tatsächliche Feld passend umgesetzt wurde. Eine sichtbare Beschriftung „E-Mail“ allein sagt noch nichts darüber aus, welcher Typ im HTML steht. Umgekehrt sollte man einer Auftragsreferenz nicht bloß deshalb den Typ E-Mail geben, um bestimmte Tastaturwirkungen zu vermeiden. Feldsemantik und gewünschte Schreibhilfe gehören zusammen geplant.
Bei mehrsprachigen Kommentaren kann die Prüfungsgrundlage variieren. Der Standard erlaubt, die Sprache des Elements oder bevorzugte Spracheinstellungen der Person heranzuziehen. Versprechen Sie deshalb nicht, dass eine deutsche Seite jeden eingegebenen fremdsprachigen Fachausdruck richtig beurteilt. Vereinbaren Sie stattdessen, dass passende Texte eingegeben, korrigiert und unverändert gespeichert werden können.
Eine Abnahme mit Übergängen statt nur mit Einzelbuchstaben
Prüfen Sie die vereinbarten Kombinationen aus Browser, Gerät und Eingabemethode mit erfundenen Daten. Notieren Sie dabei die Einstellungen der Schreibhilfe, ohne persönliche Wörterbücher oder echte Kundenangaben zu verwenden.
- Geben Sie im Kommentar einen bewusst falsch geschriebenen Satz ein und prüfen Sie das vereinbarte Hinweisverhalten. Verlangen Sie keine bestimmte grafische Markierung: Der Standard schreibt die Oberfläche der Rechtschreibprüfung nicht vor.
- Schreiben Sie einen Fachbegriff und lassen Sie ihn absichtlich unverändert. Prüfen Sie den gespeicherten Text nach erneutem Öffnen.
- Tippen Sie eine gemischte Testkennung, danach ein Leerzeichen oder Satzzeichen und wechseln Sie anschließend das Feld. Kontrollieren Sie, ob eine unerwartete Ersetzung oder Großschreibung entstanden ist.
- Wiederholen Sie den Kennungstest mit der vorgesehenen Bildschirmtastatur und, falls unterstützt, einer physischen Tastatur.
- Prüfen Sie, dass fachlich ungültige Werte nach den Anwendungsregeln behandelt werden, unabhängig davon, ob die Schreibhilfe sie markiert.
Diese Punkte sind vorgeschlagene Projektprüfungen, kein bereits ausgeführter Browserbericht und keine Konformitätsbescheinigung. Halten Sie ungetestete Kombinationen ausdrücklich fest.
Wenn Sie ein Formular neu beauftragen, bringen Sie die Feldliste und einige bereinigte Beispielwerte in die Projektbesprechung mit. Die entscheidende Zusage lautet nicht „Der Browser korrigiert alles“, sondern „Sprachliche Hilfe unterstützt passende Texte, während fachliche Werte nach ausdrücklich vereinbarten Regeln erhalten und geprüft werden“.