Ein Rückmeldeblatt für den Testaufbau eines Regalsystems
Ein Testaufbau liefert Eindrücke: Was war schwer zu verstehen, wo hat etwas geklemmt, welche Teile fehlten. Das ist nützlich, aber es ist keine Freigabe. Dieser Text schlägt einen Beobachtungsbogen vor, der beides trennt. Er ist ein Entwurf, keine bestehende Funktion, und er enthält bewusst keine Aussagen zur Belastbarkeit.
Warum trennen?
Steht in einer Rückmeldung Hat gut gehalten, klingt das wie eine Eigenschaft des Produkts. Tatsächlich ist es der Eindruck einer Person in einer Situation. Der Bogen zwingt dazu, Beobachtung und Bewertung getrennt zu notieren.
Aufbau des Bogens
Kopf:
- Testperson (Rolle, kein Name nötig)
- Datum und Ort des Aufbaus
- Welche Teile lagen vor (Liste)
- Welche Anleitung lag vor (ja, nein, nur Teile)
Tabelle mit drei Spalten pro Zeile:
- Beobachtung (was geschah, in einem Satz)
- Schritt (bei welchem Schritt)
- Art (sichtbar, gespürt, vermutet)
Die Spalte Art ist das Herzstück. Sichtbar heißt: Ein Foto könnte es zeigen. Gespürt heißt: Es betrifft Kraft oder Widerstand. Vermutet heißt: Die Person schließt etwas, ohne es gesehen zu haben.
Unter der Tabelle ein getrennter Kasten: Offene Fragen an das Produktteam. Hier landen Dinge wie War das Teil richtig herum? Dieser Kasten ist keine Mängelliste.
Was nicht auf den Bogen gehört
Keine Felder für Belastung, Gewicht oder Sicherheit. Wer das Bedürfnis hat, so etwas zu notieren, schreibt es unter Vermutet und markiert es als Eindruck. Ob etwas freigegeben ist, steht auf einem anderen Dokument, das von anderen Personen verantwortet wird.
Verzweigungen
Fehlte ein Teil, wird das als Beobachtung vom Typ sichtbar eingetragen, mit Bezeichnung des Teils, falls bekannt.
War die Anleitung unklar, nennt die Person den Schritt und beschreibt, was sie getan hat, nicht, was sie hätte tun sollen.
Wurde improvisiert, etwa mit eigenem Werkzeug, steht das im Kopf unter Abweichungen.
Durchgespielter Fall
Eine hypothetische Testerin baut ein offenes Regal auf. Eintrag 1: Seitenteil links ließ sich erst nach Drehen einsetzen, Schritt 3, sichtbar. Eintrag 2: Verbindung fühlte sich locker an, Schritt 5, gespürt. Eintrag 3: Regal könnte bei Last wackeln, Schritt 7, vermutet. Offene Frage: Ist die Verbindung in Schritt 5 so vorgesehen? Eintrag 3 darf nicht als Produktaussage weitergegeben werden. Er ist eine Vermutung ohne Prüfung.
Stoppbedingungen
Brechen Sie den Test ab und melden Sie es dem Produktteam, wenn ein Teil beschädigt wirkt oder ein Schritt nur mit Gewalt möglich scheint. Dann nicht weiter belasten oder improvisieren.
Abnahmeprüfung für den Bogen
- Hat jede Beobachtung eine Art?
- Sind Vermutungen als solche erkennbar?
- Gibt es keine Felder oder Sätze, die Belastbarkeit behaupten?
- Ist der Kasten für offene Fragen getrennt von der Beobachtungstabelle?
- Steht auf dem Bogen ein Hinweis, dass er keine Freigabe darstellt?
Wenn das erfüllt ist, kann das Produktteam die Rückmeldungen lesen, ohne sie mit einer Freigabe zu verwechseln.