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Take-away online bestellen: eigenes System für Restaurants

Kurz gesagt: Ein eigenes Bestellsystem für Take-away funktioniert dann, wenn es sich nach der Küche richtet, nicht umgekehrt: Abholzeiten in Zeitfenstern, eine Obergrenze pro Fenster, eine klare Bestätigung für den Gast und ein Bon, der dort ankommt, wo gekocht wird. Bezahlung im Voraus mit TWINT oder Karte verhindert nicht abgeholte Bestellungen. Lieferplattformen können daneben weiterlaufen – die eigene Bestellung ist vor allem für Stammgäste gedacht.

Warum aus Sicht der Küche planen

Die meisten Bestellsysteme werden aus Sicht des Gastes gezeigt: schöne Speisekarte, grosser Bestellknopf. Ob das System im Alltag taugt, entscheidet sich aber am Pass, um 12.10 Uhr, wenn zwölf Mittagsmenüs gleichzeitig raus sollen und drei Online-Bestellungen dazukommen. Darum geht dieser Artikel den Ablauf rückwärts von der Küche aus durch.

Der Bestellablauf in acht Schritten

1. Die Küche legt fest, was sie schafft

Bevor irgendetwas online geht, beantwortet das Küchenteam zwei Fragen: Wie viele Take-away-Bestellungen schaffen wir pro Viertelstunde, ohne dass die Gäste im Lokal warten? Und welche Gerichte eignen sich überhaupt zum Mitnehmen? Ein Risotto, das nach zehn Minuten in der Box klebt, gehört nicht auf die Online-Karte.

Das Ergebnis ist eine kleine Tabelle: Zeitfenster, maximale Anzahl Bestellungen, eventuell maximale Anzahl bestimmter Gerichte (etwa nur acht Pizzen pro Fenster, weil der Ofen nicht mehr hergibt).

2. Der Gast sieht nur, was möglich ist

Im Bestellformular wählt der Gast ein Abholfenster, zum Beispiel 11.45–12.00 Uhr. Volle Fenster werden ausgeblendet. Ausserhalb der Öffnungszeiten oder am Ruhetag ist keine Bestellung möglich, oder nur als Vorbestellung für den nächsten Tag. Ausverkaufte Gerichte lassen sich mit einem Klick deaktivieren – das muss am Handy gehen, nicht nur am Büro-PC.

3. Bezahlung vor der Zubereitung

Wer im Voraus bezahlt, holt auch ab. Für die Schweiz ist TWINT dabei kaum wegzudenken. Laut Stripe-Dokumentation (abgerufen November 2026) ist TWINT für Kundinnen und Kunden in der Schweiz verfügbar, in CHF, mit einem Mindestbetrag von 0.50 und einem Höchstbetrag von 5'000 Franken pro Transaktion. Andere Zahlungsdienstleister bieten TWINT ebenfalls an; die Bedingungen stehen jeweils beim Anbieter. Dazu Kreditkarte und – je nach Gästen – Bezahlung bei Abholung für Stammgäste, die Sie kennen.

4. Der Gast bekommt eine Bestätigung, die er nicht falsch verstehen kann

Die Bestätigung per E-Mail oder SMS enthält: Bestellnummer, Abholzeit, Adresse mit Kartenlink, was zu tun ist bei Verspätung, und eine Telefonnummer. Eine Bestellnummer, die man am Tresen laut sagen kann („Nummer 47“), ist besser als ein langer Code.

5. Der Bon kommt dort an, wo gekocht wird

Hier scheitern viele Lösungen: Die Bestellung landet in einem E-Mail-Postfach oder auf einem Tablet im Büro. Besser ist ein Bondrucker oder ein Bildschirm in der Küche, der die Bestellung mit Abholzeit zeigt – und zwar zu einem sinnvollen Zeitpunkt. Eine Bestellung für 18.30 Uhr, die um 14 Uhr eingeht, sollte nicht sofort ausgedruckt werden, sondern rechtzeitig vor dem Fenster. Wenn Sie bereits ein Kassensystem mit Küchendrucker haben, prüfen Sie zuerst, ob die Online-Bestellung dort direkt einlaufen kann.

6. Ein klarer Platz für die Abholung

Ein beschriftetes Regal oder ein fixer Platz neben der Kasse, Bestellnummer gut sichtbar auf der Tüte. Gäste, die abholen, wollen nicht an der Bar warten, bis jemand Zeit hat.

7. Der Gast wird benachrichtigt, wenn es fertig ist

Optional, aber angenehm: eine kurze Nachricht „Ihre Bestellung ist bereit“. Viele Systeme können das automatisch auslösen, wenn die Küche den Bon als fertig markiert. Wenn das zu viel ist, reicht die pünktliche Einhaltung der Abholzeit.

8. Am Abend: kurzer Blick auf die Zahlen

Welche Fenster waren voll? Welche Gerichte wurden online bestellt? Gab es Bestellungen, die zu spät fertig wurden? Nach zwei, drei Wochen sehen Sie, ob die Kapazität pro Fenster passt.

Eigenes System oder Plattform?

Lieferplattformen bringen Reichweite und neue Gäste, verlangen dafür aber Provisionen nach ihren eigenen Bedingungen und behalten oft den direkten Kontakt zum Gast. Ein eigenes System ist vor allem für Stammgäste und Abholung gedacht: Die Bestellung läuft über Ihre Website, die Gästedaten bleiben bei Ihnen, und Sie können etwa Mittagsmenüs anders anbieten als auf der Plattform.

Viele Restaurants fahren beides. Wichtig ist dann, dass beide Kanäle in derselben Küchenkapazität landen, sonst sind die Fenster doppelt verplant.

Für die Sichtbarkeit hilft das Google-Unternehmensprofil: Laut Google-Hilfe lassen sich dort unter „Lebensmittel bestellen“ eigene Bestell-Links hinzufügen, und für Abholung und Lieferung kann ein Dienst als bevorzugt markiert werden. Tragen Sie dort den Link zu Ihrer eigenen Bestellseite ein.

Häufige Fragen

Brauche ich dafür eine App?

Nein. Eine Bestellseite, die am Handy gut funktioniert, reicht für die meisten Restaurants. Eine eigene App lohnt sich erst, wenn sehr viele Stammgäste regelmässig bestellen.

Was mache ich bei grossem Andrang?

Kapazität pro Fenster senken oder Online-Bestellungen vorübergehend pausieren – das muss mit einem Klick gehen. Lieber keine Bestellung annehmen als eine, die zu spät fertig wird.

Wie mache ich Gäste auf die eigene Bestellung aufmerksam?

Mit einem QR-Code auf der Tüte und auf dem Tisch, einem Link im Google-Profil und auf der Startseite der Website. Stammgäste nutzen den eigenen Kanal, wenn er einfacher ist als der Anruf.

Kann ich auch Vorbestellungen für Firmen annehmen?

Ja, etwa mit einem eigenen Formular für grössere Mengen und längerer Vorlaufzeit. Das gehört aber besser nicht in dasselbe Zeitfenster-System wie die Einzelbestellungen.

Wenn Sie eine eigene Take-away-Bestellung planen und wissen möchten, wie sie in Ihre Küche passt, melden Sie sich gern bei mir.

Quellen

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