Tischlerei-Website: Anfragen mit Maßen und Fotos bekommen
Kurz gesagt: Eine Tischlerei bekommt bessere Anfragen, wenn das Formular nach Vorhaben, ungefähren Maßen, Fotos vom Raum, Ort und Zeitrahmen fragt und alles andere optional lässt. Pflicht sind nur die Angaben, ohne die Sie nicht zurückrufen können. Die Referenzseite liefert den Rest: Wer gesehen hat, was Sie in einem ähnlichen Raum gebaut haben, schreibt eine genauere Anfrage.
„Bitte um Angebot für einen Kasten“ – so beginnen viele Anfragen, die über ein schlichtes Kontaktformular kommen. Dann folgen zwei, drei Mails mit Rückfragen, bis klar ist, ob es um einen Schuhkasten im Vorzimmer oder einen Einbauschrank unter der Dachschräge geht. Ein gutes Formular stellt diese Rückfragen vorher, ohne Interessenten mit Pflichtfeldern zu vergraulen.
Das Anfrageformular, Feld für Feld
Eine Regel vorweg: Sagen Sie über dem Formular, welche Felder nötig sind und welche nicht. Das W3C-Tutorial zu Formularanweisungen empfiehlt, Pflicht- und optionale Eingaben sowie erwartete Formate deutlich anzugeben, und zwar vor dem Formular selbst. Ein Satz wie „Nur die mit * markierten Felder sind nötig, alles andere hilft uns beim Einschätzen“ genügt.
Was soll entstehen? – Pflicht
Warum: Es entscheidet, wer zurückruft und welche Rückfragen kommen. Wie: Auswahl mit Feldern wie Küche, Einbauschrank, Tisch, Stiege, Türen, Badmöbel, Sonstiges. Eine Mehrfachauswahl ist sinnvoll, weil Küche und Essplatz oft zusammen angefragt werden.
Raum und Einbausituation – optional
Warum: Ein Einbauschrank unter einer Dachschräge ist eine andere Aufgabe als einer in einer geraden Nische. Wie: kurze Auswahl (gerade Wand, Nische, Dachschräge, Altbau mit unebenen Wänden) plus Freitext.
Ungefähre Maße – optional
Warum: Für eine erste Einschätzung reichen grobe Werte. Wie: drei Felder für Breite, Höhe, Tiefe in Zentimetern und der Hinweis „ungefähr reicht, wir messen ohnehin selbst nach“. Wer genaue Maße eingeben muss, bricht ab oder schickt geschätzte Zahlen, die dann als verbindlich missverstanden werden.
Fotos oder Pläne – optional
Warum: Ein Foto der Nische sagt mehr als jede Beschreibung, ein Grundriss zeigt Fenster und Steckdosen. Wie: Upload für mehrere Dateien, mit Hinweis auf Formate und Größe. Technisch zu beachten: Laut MDN-Dokumentation gibt das Attribut accept dem Browser nur einen Hinweis, welche Dateitypen gewählt werden sollen, es prüft die Dateien aber nicht. Die Prüfung auf Typ und Größe muss also auf dem Server passieren. Eine Handyfoto-Serie aus der Wohnung sollte trotzdem in einem Schritt hochladbar sein.
Material und Oberfläche – optional
Warum: Es zeigt, ob jemand Massivholz oder eine beschichtete Platte im Kopf hat. Wie: einige Beispiele mit kleinen Bildern und die Option „weiß ich noch nicht“. Diese Option ist wichtig, sonst raten Interessenten.
Budgetrahmen – optional
Warum: Er spart beiden Seiten Zeit, wenn Vorstellung und Aufwand weit auseinanderliegen. Wie: wenige Spannen, die Sie selbst aus Ihren Aufträgen ableiten, plus „möchte ich zuerst besprechen“. Ein Pflichtfeld mit exaktem Betrag schreckt ab und liefert selten ehrliche Zahlen.
Zeitrahmen – optional
Warum: Ob die Küche zum Einzug im März fertig sein muss, verändert die Planung. Wie: Auswahl „so bald wie möglich“, „in den nächsten Monaten“, „bis zu einem fixen Termin“ mit Datumsfeld.
Ort – Pflicht
Warum: Sie wollen wissen, ob das Projekt in Ihrem Einzugsgebiet liegt. Wie: Postleitzahl und Ort reichen. Die genaue Adresse brauchen Sie erst für den Aufmaßtermin.
Nächster Schritt – optional
Warum: Manche wollen zuerst Material sehen, andere gleich einen Termin vor Ort. Wie: Auswahl zwischen Rückruf, Aufmaßtermin und Besuch im Schauraum.
Kontakt – Pflicht
Name und entweder Telefon oder E-Mail. Mehr nicht.
Was Sie nicht fragen sollten
- Die genaue Adresse, das Geburtsdatum oder die Firmenbuchnummer bei Privatkunden.
- „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ als Pflichtfeld. Fragen Sie das am Telefon.
- Zehn Detailfragen zu Beschlägen und Kanten. Das gehört ins Beratungsgespräch.
Die Referenzseite aufbauen
Referenzen sind für Tischlereien das stärkste Verkaufsargument. Sie sollten aber so aufgebaut sein, dass Interessenten ihr eigenes Vorhaben wiedererkennen.
Gliedern nach Vorhaben, nicht nach Datum
Eine Übersicht mit Filtern wie Küchen, Einbauschränke, Tische, Stiegen, Gewerbe. Wer einen Schrank für die Dachschräge sucht, will nicht durch zwanzig Küchen scrollen.
Pro Projekt eine kurze Seite
- Drei bis acht Fotos: Gesamtansicht, zwei, drei Details (Griff, Kante, Innenleben), eventuell die Situation vorher.
- Ein kurzer Text: Raum, Aufgabe, Material, die eine Besonderheit („Fronten ohne Griffe, weil der Gang schmal ist“). Keine Preise, wenn Sie sie nicht offen zeigen wollen, und nur Angaben, die die Kundschaft freigegeben hat.
- Ort grob: Bezirk oder Gemeinde statt Adresse, und nur mit Einverständnis.
- Ein Link zur Anfrage, bei dem das passende Vorhaben im Formular schon ausgewählt ist.
Fotos so ablegen, dass Google sie versteht
Laut Google Search Central zieht Google Informationen zum Bildinhalt aus dem Seiteninhalt, einschließlich Bildbeschriftungen, und empfiehlt kurze, aussagekräftige Dateinamen statt Namen wie „IMG00023.JPG“. Benennen Sie Fotos also etwa „einbauschrank-dachschraege-eiche.jpg“ und schreiben Sie einen Alt-Text, der beschreibt, was zu sehen ist. Das hilft Menschen mit Screenreader und der Bildersuche gleichermaßen.
Fotografieren mit Plan
Fotografieren Sie fertige Projekte bei Tageslicht, mit aufgeräumtem Raum, und einmal aus der Perspektive, aus der man den Raum betritt. Ein Detailfoto pro Projekt mit der Holzoberfläche zeigt Handwerk besser als jede Beschreibung.
Häufige Fragen
Soll ich Preise auf der Website nennen?
Bei Maßanfertigungen sind fixe Preise selten möglich. Ein Budgetrahmen im Formular und ehrliche Formulierungen wie „ab einer bestimmten Größe“ helfen mehr als eine Preisliste, die nie passt.
Wie viele Referenzen brauche ich?
Lieber wenige gute als viele mittelmäßige. Pro Vorhabensart, die Sie aktiv suchen, sollten ein paar aussagekräftige Projekte da sein.
Was mache ich mit Anfragen, die nicht passen?
Eine freundliche Standardantwort mit kurzem Grund spart Zeit. Ein klarer Hinweis auf der Website, was Sie nicht machen, verhindert viele davon.
Reicht nicht einfach eine E-Mail-Adresse?
Sie bekommen dann Anfragen, aber unvollständige. Ein kurzes Formular mit wenigen Pflichtfeldern liefert die Angaben, die sonst erst nach mehreren Mails kommen.
Sie möchten Ihr Anfrageformular und die Referenzen neu ordnen? Schicken Sie uns ein paar Zeilen zu Ihrer Werkstatt, ich melde mich mit ersten Ideen.