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TWINT im Webshop und auf der Website: Wege und Gebühren

Kurz gesagt: TWINT binden Sie im Webshop fast immer über einen Zahlungsanbieter ein, nicht direkt. Shopify, PostFinance Checkout, Payrexx oder Datatrans bringen TWINT als Zahlart mit; die Gebühren liegen auf den Preisseiten dieser Anbieter zwischen 1,25 % und 1,75 % pro Zahlung, teils plus 18 bis 30 Rappen fix (Stand: 1. November 2026). Rückerstattungen sind technisch vorgesehen; für Abo-Zahlungen braucht es eine Tokenisierung, die eigens freigeschaltet werden muss.

Drei Wege zu TWINT auf Ihrer Website

Weg 1: Über das Shopsystem

Wer auf Shopify verkauft, aktiviert TWINT in den Zahlungseinstellungen von Shopify Payments. Laut der Schweizer Preisseite kostet TWINT im Basic-Plan 1,75 % + CHF 0.30 pro Zahlung. Bei WooCommerce, Shopware, PrestaShop und Co. läuft TWINT über ein Plugin des jeweiligen Zahlungsanbieters. PostFinance nennt unter anderem Shopify, Shopware, WooCommerce, OpenCart und PrestaShop als unterstützte Systeme.

Vorteil: schnell eingerichtet, Bestellung und Zahlung sind automatisch verknüpft.

Weg 2: Über einen Zahlungsanbieter mit eigenem Vertrag

Hier schliessen Sie einen Vertrag mit einem Payment Service Provider und binden dessen Zahlungsseite in Ihre Website oder Web-App ein. Das ist der übliche Weg bei individuellen Shops, Buchungssystemen und Mitgliederbereichen.

Vorteil: Sie sind nicht an ein Shopsystem gebunden und können mehrere Zahlarten bei einem Anbieter bündeln.

Weg 3: QR-Code oder Zahlungslink ohne Shop

Für Vereine, Kurse, Hofläden oder Dienstleister ohne Warenkorb reicht oft ein Zahlungslink oder ein QR-Code. Payrexx bewirbt ein Tool, mit dem Sie einen TWINT-QR-Code erstellen. PostFinance führt «Zahlungslinks und Belastungen per E-Mail» im E-Com Bundle auf.

Vorteil: ohne Programmierung nutzbar. Nachteil: Die Zuordnung zur Rechnung oder Buchung erledigen Sie selbst.

Gebühren im Vergleich

Diese Werte stehen auf den Preisseiten der Anbieter (abgerufen am 1. November 2026). Sie ändern sich, prüfen Sie vor Vertragsabschluss.

Anbieter / Abo TWINT pro Zahlung Grundgebühr laut Seite
Shopify Payments, Basic 1,75 % + CHF 0.30 Shopify-Abo, Basic ab CHF 21/Monat jährlich
PostFinance Checkout, E-Com Bundle 1,3 %, mind. CHF 0.20, plus CHF 0.18 Verarbeitung CHF 19.90/Monat
PostFinance Checkout All-in-One 2,5 % für alle Zahlarten, mind. CHF 0.20 CHF 14.90/Monat, CHF 199 Einrichtung
Payrexx Free 1,30 % + CHF 0.30 Abo-Preis auf der Seite nicht ohne Weiteres lesbar
Payrexx Standard / Premium 1,25 % + CHF 0.18 Abo-Preis je nach Laufzeit

Zwei Dinge fallen auf. Erstens ist TWINT bei mehreren Anbietern günstiger als Kreditkarten; bei Payrexx Free etwa 1,30 % gegenüber 2,50 % für Visa und Mastercard. Zweitens wirkt die Fixgebühr bei kleinen Beträgen stark: Bei CHF 15 machen 30 Rappen allein 2 % aus.

Rechenbeispiel (hypothetisch)

Ein Shop mit 200 Bestellungen pro Monat zu durchschnittlich CHF 60, alles per TWINT:

  • 1,75 % + 0.30: 200 × (1.05 + 0.30) = CHF 270
  • 1,3 % + 0.18 (Mindestgebühr hier nicht relevant): 200 × (0.78 + 0.18) = CHF 192, plus CHF 19.90 Grundgebühr
  • 1,25 % + 0.18: 200 × (0.75 + 0.18) = CHF 186, plus Abo

Der Unterschied ist spürbar, aber nicht alles. Entscheidend sind auch Auszahlungsrhythmus, Support und ob der Anbieter zu Ihrem Shopsystem passt.

Schritt für Schritt einrichten

  1. Anbieter wählen. Shopsystem zuerst, dann Anbieter, der dafür ein gepflegtes Plugin hat.
  2. Händlervertrag abschliessen. Je nach Anbieter läuft TWINT über dessen Sammelvertrag oder über einen eigenen Akzeptanzvertrag. Bei PostFinance etwa gilt für TWINT ein Akzeptanzvertrag mit der Wallee Group AG, wie die Fussnote auf der Seite erklärt.
  3. Firmenlogo hinterlegen. Kundinnen sehen in der TWINT-App, wem sie bezahlen. Die Datatrans-Dokumentation weist zudem darauf hin, dass ein fehlendes Logo bei Registrierungen und wiederkehrenden Zahlungen Probleme verursacht.
  4. Testen. Testzahlungen laufen in einer Testumgebung. Laut Datatrans braucht es dafür eine eigene Test-App, eine Registrierung mit Schweizer Handynummer und Gutschein-Codes; mit der produktiven TWINT-App lässt sich nicht testen.
  5. Mobil prüfen. Auf dem Handy wechselt der Kunde von der Website in die TWINT-App und zurück. Wer in einer eigenen App eine WebView nutzt statt des Anbieter-SDK, muss diesen App-Wechsel gesondert konfigurieren (Datatrans).
  6. Bestellbestätigung prüfen. Wird die Bestellung erst nach erfolgreicher Zahlung als bezahlt markiert? Was passiert bei abgebrochener Zahlung?

Rückerstattungen

TWINT-Zahlungen lassen sich zurückerstatten; Datatrans führt «Refund» und «Cancel» als unterstützte Aktionen auf. Im Alltag stossen Sie die Rückerstattung im Backend Ihres Shops oder Zahlungsanbieters an, nicht in der TWINT-App. Klären Sie mit dem Anbieter, ob die Transaktionsgebühr bei einer Rückerstattung zurückkommt. Das ist je nach Vertrag unterschiedlich.

Abo- und wiederkehrende Zahlungen

Für Abos, Mitgliedschaften oder Nachbelastungen muss das TWINT-Konto des Kunden als Token gespeichert werden. Datatrans beschreibt dafür zwei Voraussetzungen:

  • Die Option «User on File» muss in Ihrem TWINT-Händlerkonto über den Acquirer aktiviert sein.
  • Das Speichern erfolgt in einer eigenen Registrierung; Zahlung und Registrierung gleichzeitig funktionieren nicht.

Planen Sie das im Bestellablauf ein: Erst registriert die Kundin TWINT für das Abo, dann folgen die Belastungen. Wenn Ihr Anbieter das nicht unterstützt, bleibt nur die manuelle Zahlung pro Periode.

Häufige Fragen

Kann ich TWINT ohne Webshop auf meiner Website anbieten?

Ja, mit Zahlungslinks oder QR-Codes von Zahlungsanbietern. Für Buchungen oder Kurse reicht das oft. Die Zuordnung zu Kunde und Leistung müssen Sie aber organisieren.

Ist TWINT im Ausland nutzbar?

TWINT ist eine Schweizer Zahlungslösung, die an ein Schweizer Bankkonto oder ein Prepaid-Guthaben gekoppelt ist. Für Kundschaft im Ausland brauchen Sie zusätzlich Karten oder andere Zahlarten.

Lohnt sich TWINT für einen kleinen Shop?

Wenn Ihre Kundschaft in der Schweiz sitzt, meist ja: Die Gebühr liegt bei mehreren Anbietern unter jener für Kreditkarten, und die Einrichtung ist bei gängigen Shopsystemen ein Plugin. Wie oft TWINT tatsächlich gewählt wird, zeigt Ihnen nach einigen Wochen die Auswertung im Zahlungs-Backend. Rechnen Sie die Fixgebühr bei kleinen Beträgen mit.

Möchten Sie TWINT in eine bestehende Website oder ein Buchungssystem einbauen lassen? Schreiben Sie mir über die Anfrageseite, welches System Sie heute verwenden.

Quellen

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