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Versandetiketten im Onlineshop automatisieren: so geht's in AT

Kurz gesagt: Ein kleiner Shop in Österreich hat drei Wege, Etiketten nicht mehr abzutippen: ein Plugin des Paketdienstes direkt im Shopsystem, eine Versandsoftware, die mehrere Dienste bündelt, oder das Web-Portal des Paketdienstes mit Datei-Import. Für einen Shop mit einem Hauptversender ist das offizielle Plugin meist der kürzeste Weg. Wer mehrere Paketdienste oder Marktplätze bedient, fährt mit einer Versandsoftware besser.

Wo die Zeit heute verloren geht

Der händische Ablauf sieht in vielen kleinen Shops gleich aus: Bestellung öffnen, Adresse kopieren, im Portal des Paketdienstes einfügen, Gewicht eintragen, Etikett drucken, Sendungsnummer zurück in den Shop kopieren, dem Kunden schreiben. Bei fünf Paketen am Tag ist das lästig, bei dreißig ein halber Arbeitstag. Und jeder Kopiervorgang ist eine Chance für einen Zahlendreher in der Postleitzahl.

Automatisierung heißt hier konkret: Die Adresse fließt ohne Kopieren zum Paketdienst, das Etikett kommt aus dem Drucker, die Sendungsnummer landet von selbst in der Bestellung und in der Versandmail.

Die drei Wege im Vergleich

Plugin des Paketdienstes Versandsoftware (mehrere Dienste) Web-Portal mit Import
Wo arbeiten Sie? im Shop-Backend in eigener Oberfläche, an Shop angebunden im Browser beim Paketdienst
Für wen passt es? ein Hauptversender, ein Shopsystem mehrere Dienste, Marktplätze, mehrere Kanäle sehr kleine oder unregelmäßige Mengen
Tracking zurück in den Shop meist ja meist ja nein, händisch oder per Export
Retourenlabel je nach Plugin meist ja im Portal
Einrichtung gering mittel gering
Abhängigkeit vom Shopsystem und Plugin-Updates vom Softwareanbieter keine Anbindung, dafür Handarbeit

Weg 1: das offizielle Plugin

Die Österreichische Post stellt laut ihrer Website (abgerufen November 2026) kostenlose Plugins für Shopware, WooCommerce und Shopify bereit. Damit werden Versandlabels direkt im Shopsystem erzeugt, die manuelle Übertragung in die Versandsoftware Post-Labelcenter entfällt. Die Post nennt außerdem: Wunsch-Poststation und Wunsch-Postfiliale sind mit aktuellen Standortdaten integriert, die Sendungsverfolgung ist im Shop verfügbar, und Retourlabels lassen sich bei WooCommerce und Shopify als Paketbeilage erstellen, bei Shopware als Selbstdruck für Ihre Kundschaft.

Voraussetzung ist das Post-Labelcenter selbst. Für dessen Freischaltung ist laut Post eine Vereinbarung mit der Österreichischen Post nötig – das ist also der erste Anruf, noch bevor jemand ein Plugin installiert.

Auch GLS Austria beschreibt Plugins und Schnittstellen für Shop- und Warenwirtschaftssysteme und nennt dabei unter anderem Lösungen für Shopify und WooCommerce. Für die Nutzung braucht man laut GLS individuelle Zugangsdaten von GLS.

Weg 2: Versandsoftware für mehrere Dienste

Sobald Sie mit zwei Paketdiensten arbeiten – etwa einem für Österreich und einem für Sperrgut oder das Ausland – oder zusätzlich über Marktplätze verkaufen, wird ein Plugin pro Dienst unübersichtlich. Eine Versandsoftware holt dann die Bestellungen aus allen Kanälen, wählt nach Regeln den Dienst („über 10 kg mit Dienst B“) und schreibt die Sendungsnummern zurück. GLS führt auf seiner Seite eine Reihe solcher Anbieter auf, mit denen die GLS-Schnittstelle funktioniert. Bei der Auswahl zählen: Werden Ihr Shopsystem und alle Ihre Paketdienste unterstützt? Können Regeln abgebildet werden? Wie werden Retouren erfasst?

Weg 3: Portal mit Datei-Import

Für Shops mit sehr wenigen Paketen genügt oft das Web-Portal des Paketdienstes. GLS beschreibt sein Portal YourGLS ausdrücklich für kleinere Onlineshops, Marktplatzhändler und regelmäßige Mengen bis 30 Pakete pro Tag; für größere Mengen gibt es das System ShipIT mit REST- und SOAP-Schnittstelle. Bei der Post ist das Post-Labelcenter das Pendant, laut Post mit Datenübernahme aus Warenwirtschaftssystemen. Ein Export der Bestellungen als Datei und ein Import ins Portal spart zumindest das Abtippen, das Tracking müssen Sie aber selbst zurückspielen.

Einrichtung in der richtigen Reihenfolge

  1. Vereinbarung mit dem Paketdienst klären. Geschäftskundenzugang, Zugangsdaten, welche Produkte (Paket, Retoure, Abholstation) freigeschaltet sind.
  2. Absenderdaten und Paketgrößen festlegen. Welche zwei, drei Kartongrößen nutzen Sie? Hinterlegen Sie Standardgewichte, damit nicht jedes Paket einzeln gewogen und eingetippt werden muss.
  3. Gewichte im Shop pflegen. Ohne Produktgewichte rechnet keine Anbindung sinnvoll. Das ist erfahrungsgemäß die mühsamste, aber wichtigste Vorarbeit.
  4. Plugin oder Software installieren und mit Testzugang verbinden. Mit einer Testbestellung an die eigene Adresse beginnen.
  5. Drucker einrichten. Ein Etikettendrucker spart das Zuschneiden von A4-Bögen. Prüfen Sie vorab, welche Formate Ihr Paketdienst ausgibt; GLS nennt etwa PDF, PNG und ZPL für ShipIT.
  6. Versandmail anpassen. Die Sendungsnummer mit Link zur Verfolgung, der voraussichtliche Zustelltag, ein Hinweis zur Abholstation.
  7. Retourenweg festlegen. Beilage im Paket oder Selbstdruck durch den Kunden? Das entscheidet auch, was auf Ihrer Retourenseite steht.
  8. Eine Woche parallel laufen lassen. Etiketten automatisch erzeugen, aber jede Sendung kurz gegenprüfen, bevor Sie dem System vertrauen.

Die Versandmail als Entlastung

Ein großer Teil der Kundenanfragen in kleinen Shops lautet „Wo ist mein Paket?“. Eine Versandmail, die sofort nach dem Etikettendruck rausgeht und den Verfolgungslink enthält, beantwortet diese Frage, bevor sie gestellt wird. Prüfen Sie, ob der Link direkt zur Sendung führt und nicht nur auf die Startseite des Paketdienstes.

Häufige Fragen

Brauche ich für das Post-Plugin einen Geschäftskundenvertrag?

Das Plugin arbeitet mit dem Post-Labelcenter, und dafür ist laut Post eine Vereinbarung mit der Österreichischen Post erforderlich. Klären Sie das zuerst mit der Post.

Kann ich Pakete weiter manuell bearbeiten, wenn die Automatik läuft?

Ja, bei den gängigen Lösungen können Sie einzelne Sendungen ändern, stornieren oder manuell anlegen. Für Sonderfälle wie Sperrgut oder Abholung durch den Kunden sollten Sie trotzdem einen klaren Handgriff festlegen.

Was passiert bei einem Update des Shopsystems?

Plugins müssen zur Version Ihres Shopsystems passen. Testen Sie nach größeren Updates eine Bestellung bis zum Etikett, bevor der Tagesversand startet.

Lohnt sich eine Versandsoftware schon bei wenigen Paketen?

Bei einem einzigen Paketdienst meist nicht. Sie lohnt sich, sobald mehrere Dienste, Marktplätze oder Lagerorte zusammenkommen.

Wenn Sie Ihren Versand automatisieren möchten und unsicher sind, welcher Weg zu Ihrem Shop passt, schauen wir uns das gern gemeinsam an.

Quellen

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