Website selbst bearbeiten: Was müssen Entwurf, Vorschau und Veröffentlichung können?
Wenn Sie Ihre Website selbst bearbeiten wollen, sollten Sie im Briefing vier Dinge verlangen: einen Entwurf, den Besucher nicht sehen, eine Vorschau, eine bewusste Freigabe und einen Weg zurück zu einem früheren Stand. Dieser Artikel ist eine Planungshilfe und keine Aussage über bestimmte Anbieter.
Die Entscheidung, um die es hier geht, ist der Redaktionsablauf: Wie gelangt eine Änderung von Ihrem Bildschirm auf die öffentliche Seite? Wer die Zugangsdaten verwaltet, wem die Domain gehört oder welche Rollen es gibt, ist ein anderes Thema und wird hier nicht behandelt.
Warum der Ablauf zählt
Wer selbst Texte, Öffnungszeiten oder Preise ändern darf, kann auch versehentlich etwas Halbfertiges veröffentlichen. Ein Tippfehler in der Telefonnummer oder ein unfertiger Absatz ist sofort für alle sichtbar, wenn es nur einen einzigen Schalter gibt, der alles live setzt. Deshalb lohnt es sich, den Weg von der Änderung bis zur Veröffentlichung vor Projektstart festzulegen, statt ihn dem Zufall der Standardeinstellungen zu überlassen.
Entwurf: Arbeiten ohne Sichtbarkeit
Ein Entwurf ist ein Stand, den nur Mitarbeitende mit Zugang sehen. Empfehlung für Ihr Briefing:
- Neue Seiten und Änderungen an bestehenden Seiten dürfen zunächst unsichtbar bleiben.
- Es muss erkennbar sein, ob eine Seite öffentlich oder Entwurf ist, am besten schon in der Übersichtsliste.
- Wer eine bestehende, bereits veröffentlichte Seite überarbeitet, sollte nicht dazu gezwungen sein, die Live Fassung dabei zu verändern.
Hinweis zu WordPress als Beispiel: Laut der WordPress Dokumentation zu Revisionen sind Autosaves für alle Beiträge und Seiten aktiviert, überschreiben aber keine veröffentlichten Inhalte. Die Dokumentation beschreibt außerdem, dass WordPress nach einem Absturz oder Verbindungsverlust beim erneuten Bearbeiten eine Warnung mit einem Link zur Wiederherstellung des gesicherten Stands anzeigt. Autosaves sind eine Absicherung gegen Datenverlust, kein Freigabeprozess. Ob eine bereits veröffentlichte Seite überarbeitet werden kann, ohne dass sich die Live Fassung ändert, und ob es einen Freigabeschritt gibt, kann zusätzliche Funktionen oder Erweiterungen erfordern. Fragen Sie das gesondert nach. Bei anderen Systemen oder individuellen Lösungen lassen Sie sich jede Anforderung einzeln bestätigen.
Vorschau: Prüfen, bevor es live ist
Die Vorschau soll zeigen, wie die Seite für Besucher aussehen wird. Der WordPress Block Editor bietet laut WordPress Dokumentation in der oberen Leiste das Speichern eines Entwurfs ohne Veröffentlichung, eine Ansicht, die zeigt, wie die Seite mit den aktuellen Änderungen auf der Website aussieht, und eine eigene Schaltfläche zum Veröffentlichen. Das beantwortet noch nicht, was Ihre Umsetzung im Einzelnen leisten soll. Stellen Sie diese Anforderungen:
- Die Vorschau zeigt das echte Layout, nicht nur den Text.
- Sie lässt sich für Handy und Desktop beurteilen.
- Sie ist nicht öffentlich auffindbar oder verlinkbar, ohne dass jemand Zugang hat. Fragen Sie nach, wie das technisch gelöst ist.
- Bilder, Links und Formulare lassen sich in der Vorschau prüfen.
Verlangen Sie, dass der Dienstleister Ihnen die Vorschau zeigt und nicht nur beschreibt.
Revisionen sind nicht dasselbe wie Backups
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, und im Angebot sollte stehen, was gemeint ist.
Eine Revision ist ein früherer Stand einer einzelnen Seite oder eines Beitrags. Sie hilft, wenn Sie einen Absatz versehentlich gelöscht haben. Die WordPress Dokumentation sagt, das Revisionssystem speichert eine Aufzeichnung jedes gespeicherten Entwurfs oder veröffentlichten Updates, und man kann eine frühere Version über die Schaltfläche Restore wiederherstellen. Laut derselben Seite lassen sich Änderungen zwischen Versionen farblich hervorgehoben vergleichen, und die Anzahl gespeicherter Revisionen kann begrenzt werden. Das bedeutet für Sie: Fragen Sie, wie viele Stände aufbewahrt werden, denn ältere können automatisch gelöscht werden.
Ein Backup soll bei größeren Problemen helfen, etwa wenn eine Aktualisierung die Seite beschädigt. Laut der WordPress Dokumentation zu Backups gibt es bei einer WordPress Website zwei Teile, Datenbank und Dateien, und man braucht beide, um eine typische WordPress Website vollständig wiederherzustellen. Empfehlung: Lassen Sie im Projekt festhalten, ob Dateien und Datenbank gesichert werden, wie oft, wo die Kopien liegen und wer eine Wiederherstellung durchführt.
Noch ein Detail aus der Dokumentation: WordPress speichert standardmäßig Änderungen an Titel, Autor, Inhalt und Textauszug. Wenn Sie Inhalte in anderen Feldern pflegen, etwa Preise in Spezialfeldern, klären Sie vorab, ob auch diese versioniert werden.
Freigabe: Wer darf live schalten?
Bei einer Ein Personen Firma darf die Freigabe dieselbe Person sein, die schreibt. Dann sollte aber ein bewusster Schritt dazwischen liegen, etwa die Vorschau ansehen und erst dann bestätigen. Bei mehreren Beteiligten empfehle ich eine einfache Regel: Eine Person erstellt, eine andere gibt frei. Halten Sie schriftlich fest, für welche Seiten das gilt. Preise, Kontaktdaten und Pflichtangaben verdienen strengere Regeln als ein Blogbeitrag. Welche Angaben rechtlich nötig sind, klären Sie bitte mit einer fachkundigen Stelle.
Korrekturen nach der Veröffentlichung
Fehler passieren trotzdem. Legen Sie vorab fest:
- Wie schnell lässt sich ein Tippfehler live korrigieren, und braucht das den vollen Freigabeweg?
- Wie holen Sie einen früheren Stand zurück, und wer darf das?
- Wie erkennen Sie, wer wann was geändert hat?
- Was passiert mit zwischengespeicherten Seiten, wenn eine Korrektur live geht? Fragen Sie, ob und wie lange alte Fassungen noch angezeigt werden können.
Ein hypothetisches Beispiel
Stellen Sie sich eine kleine Physiotherapiepraxis vor, die ihre Website selbst pflegen möchte. Die Inhaberin schreibt vor den Feiertagen neue Öffnungszeiten als Entwurf. Die Praxismanagerin sieht sich die Vorschau am Handy an und bemerkt, dass ein Tag fehlt. Die Inhaberin korrigiert den Entwurf, die Managerin gibt frei. Eine Woche später wird versehentlich ein Absatz auf der Leistungsseite gelöscht. Über die Versionsübersicht holt die Inhaberin den früheren Stand zurück. Die Praxis hat zusätzlich festgelegt, dass der Dienstleister regelmäßig eine Gesamtsicherung anlegt. Das Beispiel ist erfunden und beschreibt Entscheidungen, keine Ergebnisse eines realen Projekts.
Abnahme Checkliste
Nutzen Sie diese Liste, wenn Sie Akzeptanzkriterien für das Projekt formulieren, und besprechen Sie sie im Gespräch über Website und Web-App Entwicklung.
- Neue und geänderte Seiten lassen sich als Entwurf speichern, ohne öffentlich zu sein.
- Der Status öffentlich oder Entwurf ist in der Seitenliste erkennbar.
- Eine Vorschau zeigt Layout, Bilder und Links für Desktop und Handy.
- Es ist dokumentiert, wer die Vorschau sehen kann.
- Es gibt einen definierten Freigabeschritt, auch wenn Autor und Freigeber dieselbe Person sind.
- Frühere Stände einzelner Seiten lassen sich ansehen, vergleichen und wiederherstellen.
- Die Anzahl aufbewahrter Stände ist bekannt.
- Backups sind getrennt beschrieben: Dateien und Datenbank, Häufigkeit, Ort und Zuständigkeit.
- Ein Ablauf für schnelle Korrekturen nach der Veröffentlichung ist schriftlich festgehalten.
- Der Dienstleister hat den Ablauf mit Ihnen an Testseiten vorgeführt.
FAQs
Reicht ein Speichern Knopf, wenn ich allein arbeite?
Technisch ja, praktisch ist ein getrennter Schritt zum Veröffentlichen sicherer. Er gibt Ihnen einen Moment zum Prüfen, bevor Besucher die Änderung sehen.
Ersetzen Revisionen eine Datensicherung?
Nein, das sind verschiedene Dinge. Revisionen betreffen frühere Stände einzelner Inhalte. Eine Datensicherung betrifft Dateien und Datenbank der Website. Lassen Sie beides getrennt zusagen.
Gilt das alles für jedes System?
Nein. Die genannten Funktionen sind für WordPress aus der Dokumentation belegt, soweit zitiert. Bei anderen Systemen oder individuellen Lösungen sollten Sie jede Anforderung einzeln bestätigen lassen und an einer Testseite prüfen.