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Wie lange dauert eine neue Website? Ein realistischer Zeitplan

Kurz gesagt: Eine kleine Firmenwebsite mit fünf bis zehn Seiten ist technisch oft in wenigen Wochen gebaut. Was den Termin tatsächlich bestimmt, sind fast immer die Texte, die Fotos und die Freigaben auf Ihrer Seite. Planen Sie deshalb in Wochen statt in Stunden, starten Sie die Inhalte am ersten Tag und legen Sie fixe Termine für Rückmeldungen fest – dann hält ein Zeitplan auch.

Warum „zwei Wochen“ selten stimmt

Wer ein Angebot für eine Website einholt, hört oft eine kurze Zahl. Sie bezieht sich meist auf die reine Umsetzung: Vorlage anpassen, Seiten anlegen, Formular einbauen. Die Zeit davor und danach steht selten im Angebot, obwohl sie den größeren Teil ausmacht. Ein Elektrobetrieb mit vier Leuten hat schlicht keinen freien Nachmittag pro Woche, um Leistungstexte zu schreiben. Genau dort entsteht die Verzögerung.

Die Wochenzahlen im folgenden Beispiel sind deshalb Planungsannahmen für eine typische kleine Website, keine Messwerte. Ihr Projekt kann schneller oder langsamer laufen – entscheidend ist, dass Sie die Engpässe kennen, bevor sie auftreten.

Ein Beispiel-Wochenplan, Engpässe markiert

Angenommen wird eine Website mit Startseite, vier Leistungsseiten, Über-uns, Kontakt mit Formular und einer Referenzseite. Kein Shop, keine Buchung, keine Mehrsprachigkeit.

Woche Was passiert Wer ist gefragt Engpass?
1 Startgespräch, Ziele, Seitenliste, Zugänge zu Domain und altem Hosting beide Seiten ja: Zugangsdaten fehlen oft
1–2 Struktur (Sitemap), Textvorlagen pro Seite, Fotoliste Agentur liefert, Sie füllen ja: Texte
2–3 Designentwurf Startseite und eine Unterseite Agentur
3 Feedback zum Design Sie ja: Freigabe
3–5 Umsetzung aller Seiten mit Platzhaltern Agentur
4 Fototermin oder Bildauswahl Sie ja: Fotos
5 Echte Texte und Bilder einsetzen Agentur
6 Testphase: Handy, Formular, Ladezeit, Tippfehler beide Seiten ja: Korrekturrunden
6–7 Endabnahme, Domain umstellen, online gehen beide Seiten
ab 7 Search Console, Unternehmensprofil, erste Nacharbeit beide Seiten

Lesen Sie die Tabelle von rechts: Jedes „ja“ ist eine Stelle, an der das Projekt auf Sie wartet. Die Agentur kann parallel weiterarbeiten, aber nicht unbegrenzt.

Die drei Bremsen im Detail

Texte

Leistungstexte schreiben sich nicht „nebenbei am Abend“. Was hilft: eine Vorlage pro Seite mit konkreten Fragen statt einem leeren Dokument. Etwa „Welche drei Aufträge machen Sie am häufigsten?“, „Was fragen Kunden am Telefon zuerst?“, „In welchen Bezirken oder Orten arbeiten Sie?“. Aus Stichworten lässt sich ein Text formen; aus einem leeren Blatt entsteht meistens nichts. Eine Alternative ist ein 45-minütiges Interview, aus dem jemand die Texte schreibt – Sie korrigieren dann nur noch.

Fotos

Eigene Bilder von Team, Werkstatt oder Geschäftslokal wirken besser als Stockfotos, brauchen aber einen Termin, gutes Licht und aufgeräumte Räume. Legen Sie den Fototermin früh fest, idealerweise in Woche 3 oder 4. Bis dahin arbeitet die Umsetzung mit Platzhaltern, damit niemand wartet.

Freigaben

Ein Designentwurf, der zwei Wochen unkommentiert in einem Postfach liegt, verschiebt den gesamten Rest um zwei Wochen. Vereinbaren Sie gleich zu Beginn feste Termine: „Feedback zum Entwurf bis Freitag, 12 Uhr“. Und klären Sie, wer entscheidet. Wenn drei Personen mitreden, sammeln Sie die Rückmeldungen intern und schicken eine gemeinsame Liste.

Parallel statt nacheinander

Der häufigste Planungsfehler ist eine Kette: erst Design fertig, dann Texte, dann Fotos, dann Technik. So addieren sich alle Wartezeiten. Besser läuft es so:

  • Texte ab Woche 1. Die Seitenliste steht nach dem Startgespräch; damit kann das Schreiben sofort beginnen, unabhängig vom Design.
  • Technik mit Platzhaltern. Seiten werden mit Blindtext gebaut und später befüllt. Das Layout hält, auch wenn ein Text noch fehlt.
  • Domain und Zugänge zuerst. Wer Zugang zur Domain hat, ist bei älteren Betrieben manchmal unklar – etwa, wenn sie einst ein Bekannter registriert hat. Das am Tag vor dem Launch herauszufinden, kostet Nerven.
  • Kleine Pakete freigeben. Eine Seite nach der anderen absegnen statt die ganze Website am Schluss auf einmal.

Was nach dem Launch noch Zeit braucht

Online heißt nicht sofort gefunden. Laut Google Search Central (abgerufen November 2026) kann das Crawling einiger Tage bis mehrerer Wochen dauern; eine Anfrage im URL-Prüftool garantiert keine sofortige Aufnahme in die Suchergebnisse. Wer eine bestehende Website ersetzt, sollte alte Adressen auf die passenden neuen weiterleiten – das gehört in die Testwoche, nicht in die Woche danach.

Auch das Google-Unternehmensprofil hat eigene Fristen. Die Google-Hilfe nennt für die Bestätigung per Postkarte, dass die meisten Codes innerhalb von 14 Tagen ankommen, und dass die anschließende Überprüfung bis zu fünf Arbeitstage dauern kann. Wenn Ihr Profil noch nicht bestätigt ist, starten Sie damit parallel zum Website-Projekt, nicht erst danach.

Wann es länger dauert

Rechnen Sie zusätzliche Wochen ein, wenn eines davon zutrifft:

  • Online-Buchung, Shop oder eine Anbindung an ein bestehendes System
  • zwei oder mehr Sprachen (jede Sprache ist eigener Text, eigene Kontrolle)
  • viele Unterseiten aus einer alten Website, die einzeln geprüft werden müssen
  • mehrere Entscheider oder ein Inhaber, der gerade in der Hochsaison steckt

Umgekehrt geht es schneller, wenn Texte und Fotos schon vorhanden sind und eine einzige Person entscheidet.

Häufige Fragen

Kann ich die Website in Etappen online stellen?

Ja. Eine schlanke erste Version mit Startseite, Leistungen und Kontakt kann live gehen, während Referenzen oder ein Blog später folgen. Wichtig ist nur, dass die erste Version vollständig wirkt – keine „Seite im Aufbau“-Hinweise.

Wie viel Zeit muss ich selbst einplanen?

Das hängt stark davon ab, ob Sie Texte selbst schreiben. Realistisch sind einige Stunden für Gespräche und Feedback plus die Zeit für Inhalte. Blocken Sie sich diese Termine im Kalender, sonst gewinnt das Tagesgeschäft.

Ist eine Saison ein guter Zeitpunkt für den Start?

Ein Projekt mitten in der Hochsaison läuft fast immer langsamer, weil Freigaben liegen bleiben. Ein Gartenbaubetrieb plant den Relaunch besser für die ruhigeren Wintermonate, ein Skiverleih für den Sommer.

Was mache ich, wenn der Termin fix ist, etwa eine Eröffnung?

Rechnen Sie vom Termin rückwärts, streichen Sie alles, was nicht zum Start nötig ist, und legen Sie Pufferwochen vor dem Launch ein. Ein Termin, der wirklich hält, ist besser als drei Wunschfunktionen.

Wenn Sie gerade einen Starttermin für Ihre Website planen, gehe ich den Ablauf gern mit Ihnen durch – schreiben Sie mir kurz, worum es geht.

Quellen

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