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Zahlungsarten im Onlineshop in Österreich: was wirklich zählt

Kurz gesagt: Ein Shop in Österreich kommt mit vier Bausteinen gut aus: eps-Überweisung, Kartenzahlung inklusive Apple Pay und Google Pay, PayPal und – je nach Sortiment – Kauf auf Rechnung. Wero, das neue europäische Bezahlverfahren, ist für Österreich angekündigt, aber Stand November 2026 bei großen Zahlungsdienstleistern noch nicht für österreichische Käufer freigeschaltet. Welche Kombination passt, hängt weniger von Trends ab als von Warenkorbhöhe, Zielgruppe und Retourenquote.

Die Zahlungsarten im Überblick

Zahlungsart Was der Kunde tut Stärke Worauf Sie achten
eps-Überweisung meldet sich im Online-Banking seiner österreichischen Bank an und gibt frei in Österreich vertraut, Zahlung sofort bestätigt nur für Kunden mit österreichischem Konto relevant
Kreditkarte / Debitkarte gibt Kartendaten ein oder nutzt gespeicherte Karte international, fast jeder hat eine Rückbuchungen möglich
Apple Pay / Google Pay bestätigt mit Gesicht oder Fingerabdruck sehr schnell am Handy je nach Integration Domain-Registrierung nötig
PayPal meldet sich bei PayPal an viele haben ein Konto, kein Eintippen eigene Händlerbedingungen
Kauf auf Rechnung / Raten (z. B. Klarna) zahlt später oder in Teilen senkt die Hemmschwelle bei Mode und höheren Beträgen Anbieterbedingungen, Retourenabwicklung
Vorkasse per Überweisung überweist selbst, Ware geht nach Zahlungseingang keine Gebühren beim Zahlungsdienst langsam, viele Kaufabbrüche, händischer Abgleich
Wero bezahlt aus der Banking-App europäisches Verfahren Stand November 2026 für österreichische Käufer noch nicht breit verfügbar

Gebühren stehen bewusst nicht in der Tabelle: Sie hängen vom Zahlungsdienstleister, vom Vertrag und vom Volumen ab. Vergleichen Sie die aktuellen Preisseiten der Anbieter, die für Sie infrage kommen.

eps: der österreichische Standard

Die eps-Überweisung ist die Online-Banking-Zahlung österreichischer Banken. In der Dokumentation von Stripe (abgerufen November 2026) heißt es, dass alle österreichischen Banken und die meisten österreichischen Online-Händler eps unterstützen; die Zahlungsbestätigung erfolgt sofort. Für Ihren Ablauf heißt das: Die Bestellung kann direkt nach der Zahlung in den Versand gehen, ohne auf einen Zahlungseingang zu warten.

Wenn Ihre Kundschaft überwiegend in Österreich sitzt, gehört eps in den Checkout. Bei Käufern aus Deutschland oder anderen Ländern spielt es keine Rolle.

Wero: angekündigt, aber noch nicht da

Wero ist das Bezahlverfahren der European Payments Initiative. Laut einer Pressemitteilung der Erste Group vom 22. Juni 2026 ist die Erste Bank Oesterreich als Gesellschafterin beigetreten und will Wero zu ihren Kundinnen und Kunden bringen. Payment Services Austria, zu deren Leistungen auch eps gehört, bereitet laut EPI seit Jänner 2026 die technische Anbindung österreichischer Banken vor.

Beim Online-Shopping war Wero laut derselben Mitteilung seit Ende 2025 in Deutschland live, mit schrittweisem Ausbau in Frankreich und Belgien. In der Stripe-Dokumentation sind als Kundenstandorte für Wero Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande angegeben – Österreich fehlt dort Stand November 2026. Für einen österreichischen Shop heißt das: Wero beobachten, aber eps noch nicht abschalten. Wenn Sie viele Kunden in Deutschland haben, kann Wero schon heute ein Thema für den Checkout sein.

Karte, Apple Pay, Google Pay

Kartenzahlung ist die Basis für alle, die kein österreichisches Bankkonto haben oder kein Online-Banking verwenden möchten. Apple Pay und Google Pay setzen technisch auf hinterlegten Karten auf und verkürzen den Checkout am Handy deutlich, weil Name, Adresse und Kartendaten nicht eingetippt werden müssen.

Ein technisches Detail, das oft vergessen wird: Laut Stripe funktioniert Apple Pay bei gehosteten Checkout-Seiten ohne weitere Konfiguration, bei einem direkt in die Website eingebetteten Checkout müssen alle Domains und Subdomains registriert werden, auf denen der Apple-Pay-Button erscheinen soll. Klären Sie das mit Ihrer Agentur, bevor Sie sich wundern, warum der Button auf dem iPhone fehlt.

Rechnung und Raten

Kauf auf Rechnung ist bei Mode, Schuhen und Möbeln für viele Käufer ein Grund, überhaupt zu bestellen – sie wollen zuerst anprobieren und dann zahlen. Wer das selbst anbietet, trägt das Ausfallrisiko und muss Mahnungen verfolgen. Deshalb nutzen kleine Shops meist einen Dienst wie Klarna. Laut Stripe-Dokumentation ist Klarna für Kunden in Österreich verfügbar, und bei Zahlungsausfall trägt Klarna das Verlustrisiko. Die genauen Bedingungen stehen beim jeweiligen Anbieter.

Auswahl nach Sortiment

Lebensmittel, Feinkost, Wein aus der Region: eps, Karte mit Apple Pay und Google Pay, PayPal. Rechnung bringt bei kleinen Warenkörben wenig.

Mode und Schuhe: zusätzlich Kauf auf Rechnung. Wer probiert und zurückschickt, will nicht vorher zahlen.

Handwerk, Möbel, Einzelstücke mit höheren Beträgen: Karte, eps, eventuell Raten. Vorkasse kann hier akzeptabel sein, weil Kunden ohnehin Lieferzeiten erwarten – aber nur zusätzlich.

Digitale Produkte, Kurse, Gutscheine: Karte, Apple Pay, Google Pay und PayPal. Sofortige Bestätigung ist wichtig, weil der Kunde direkt Zugang erwartet.

Kundschaft überwiegend in Deutschland: Karte und PayPal zuerst; eps hilft dort nicht, Wero und Rechnung schon eher.

Weniger ist im Checkout oft mehr

Zehn Logos am Ende des Bestellprozesses wirken nicht vertrauensbildend, sondern unübersichtlich. Vier bis fünf Optionen, die Ihre Kunden tatsächlich nutzen, reichen. Schauen Sie nach drei Monaten in die Auswertung Ihres Zahlungsdienstleisters: Was kaum jemand verwendet, darf wieder raus.

Häufige Fragen

Brauche ich für jede Zahlungsart einen eigenen Vertrag?

Nicht unbedingt. Viele Zahlungsdienstleister bündeln Karte, eps, Apple Pay, Google Pay und teils Rechnungskauf unter einem Vertrag. PayPal wird oft separat angebunden.

Soll ich Vorkasse ganz weglassen?

Als einzige Option schreckt sie ab. Als zusätzliche Möglichkeit für Kunden, die keine Karte verwenden möchten, kann sie bleiben – mit klarem Hinweis, dass der Versand erst nach Zahlungseingang erfolgt.

Ab wann lohnt sich Wero für einen Shop in Österreich?

Sobald Ihr Zahlungsdienstleister Wero für österreichische Käufer freischaltet und die großen Banken es in ihre Apps integriert haben. Bis dahin ist eps die passende Bankzahlung.

Spielen Zahlungsarten für die Conversion eine große Rolle?

Fehlt die gewohnte Zahlungsart, brechen manche Käufer ab. Wie stark, sehen Sie nur in Ihren eigenen Zahlen – testen Sie Änderungen und vergleichen Sie die Abbruchraten.

Wenn Sie Ihren Checkout neu aufsetzen oder die Zahlungsarten aufräumen wollen, schreiben Sie mir, welches Shopsystem Sie nutzen.

Quellen

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