Onepager oder mehrere Seiten: Was passt zu Ihrem Betrieb?
Kurz gesagt: Ein Onepager passt, wenn Ihr Betrieb im Kern eine Leistung anbietet, die Besucher in einem Durchgang verstehen sollen, etwa ein Event, ein einzelnes Produkt oder eine Praxis mit klarem Angebot. Sobald Sie mehrere Leistungen haben, nach denen Kunden getrennt suchen, sind eigene Unterseiten im Vorteil: Jede Seite kann einen eigenen, eindeutigen Titel und eine eigene Beschreibung tragen, und Google unterstützt Sprungmarken mit „#“ im Allgemeinen nicht als eigene Inhalte. Die Entscheidung hängt also weniger vom Design ab als davon, wonach Ihre Kunden suchen.
Onepager sehen modern aus, laden auf dem Handy flüssig durch und sind schnell gebaut. Trotzdem bereuen manche Betriebe die Entscheidung, sobald sie in der Suche für einzelne Leistungen gefunden werden wollen. Andere bauen zwölf Unterseiten, von denen zehn kaum Inhalt haben. Dieser Beitrag hilft, die passende Struktur zu wählen, bevor Texte und Design entstehen.
Was Google zur Struktur sagt
Zwei Punkte aus Googles eigener Dokumentation sind für die Entscheidung relevant:
- Titel und Beschreibung pro Seite: Laut SEO-Leitfaden von Google ist ein guter Titel „einzigartig für die Seite“ und beschreibt deren Inhalt genau; auch eine gute Meta-Beschreibung ist eindeutig für eine bestimmte Seite. Ein Onepager hat genau einen Titel und eine Beschreibung für alles.
- Keine Fragmente als eigene Inhalte: Google rät davon ab, Inhalte über URL-Fragmente zu ändern, weil die Google Suche URL-Fragmente im Allgemeinen nicht unterstützt. Abschnitte wie
#leistungenoder#preiseauf einem Onepager werden also nicht als eigene Seiten in der Suche geführt.
Daraus folgt nicht, dass Onepager schlecht ranken. Sie konkurrieren aber mit einer einzigen Adresse um alle Suchbegriffe, für die Sie gefunden werden wollen.
Entscheidungstabelle
| Frage | Eher Onepager | Eher mehrere Seiten |
|---|---|---|
| Wie viele klar getrennte Leistungen haben Sie? | Eine, höchstens zwei eng verwandte | Drei oder mehr |
| Suchen Kunden nach einzelnen Leistungen oder Orten? | Nein, eher nach Ihrem Namen oder einem Oberbegriff | Ja, z. B. „Badsanierung Köln“ und „Heizungswartung Köln“ getrennt |
| Wie viel Text braucht jede Leistung? | Wenige Absätze | Eigene Erklärung, Ablauf, Preise, Fragen |
| Wie viel wird sich ändern? | Selten | Regelmäßig neue Inhalte, Referenzen, Stellen |
| Wer pflegt die Seite? | Niemand regelmäßig | Jemand mit Zeit für neue Inhalte |
| Woher kommen die Besucher? | Hauptsächlich über Anzeigen, Social Media, QR-Code, Empfehlung | Auch über die organische Suche |
Wenn die meisten Antworten in der rechten Spalte stehen, planen Sie mehrere Seiten. Eine Mischform ist häufig sinnvoll: eine ausführliche Startseite, die wie ein Onepager durch das Angebot führt, und zusätzlich eigene Seiten für die wichtigsten Leistungen.
Drei Beispiele
Die folgenden Fälle sind hypothetisch und dienen der Veranschaulichung.
Ein Hochzeitsfotograf mit einem Paketangebot. Kunden kommen über Instagram und Empfehlungen, die Seite muss Stil, Preise und Kontakt zeigen. Ein Onepager mit Galerie, Paketen, Ablauf und Anfrageformular reicht. Gefunden werden will er vor allem unter seinem Namen.
Ein Sanitärbetrieb mit fünf Leistungen in zwei Städten. Kunden suchen nach „Notdienst“, „Badsanierung“ oder „Wärmepumpe“ jeweils mit Ortsnamen. Hier lohnen sich eigene Seiten pro Leistung mit eigenem Titel, eigener Beschreibung, Ablauf, Fragen und Bildern aus echten Projekten. Ein Onepager müsste alle diese Begriffe auf eine Adresse bündeln.
Ein Stadtfest, das einmal im Jahr stattfindet. Programm, Anfahrt, Sponsoren, Kontakt: Ein Onepager mit Ankern ist ideal und lässt sich jedes Jahr schnell aktualisieren.
Was auch auf einem Onepager eigene Seiten braucht
- Impressum und Datenschutzerklärung sollten als eigene, von jeder Stelle erreichbare Seiten verlinkt sein, nicht als Abschnitt irgendwo unten im Scrollverlauf.
- Barrierefreiheit: Lange Seiten brauchen eine klare Überschriftenstruktur und eine Navigation, die auch per Tastatur funktioniert.
- Formulare: Ein Onepager endet meist mit einem Kontaktformular. Sorgen Sie dafür, dass nach dem Absenden eine eigene Bestätigung erscheint, die Sie auch in der Statistik als Erfolg erkennen.
Kosten
Ein Onepager ist in der Regel günstiger, weil weniger Inhalte konzipiert, geschrieben und gestaltet werden müssen. Den Ausschlag geben aber weniger die Seitenzahl als Texte, Fotos und Funktionen. Verlässliche, allgemein gültige Preisspannen gibt es dafür nicht; vergleichen Sie konkrete Angebote nach Leistungsumfang. Welche Fragen dabei helfen, beschreibt der Beitrag Website-Angebote vergleichen.
Häufige Fragen
Kann ich später von einem Onepager auf mehrere Seiten umsteigen?
Ja. Planen Sie die Abschnitte so, dass sie später zu eigenen Seiten werden können, und leiten Sie nichts um, was es vorher nicht als eigene Adresse gab. Die Startseite bleibt unter derselben Adresse erreichbar.
Sind Onepager auf dem Handy besser?
Das Scrollen ist auf dem Handy natürlich. Sehr lange Seiten mit vielen Bildern laden aber langsamer. Ob ein Onepager oder mehrere Seiten schneller sind, hängt von der Umsetzung ab, nicht von der Struktur.
Reicht ein Onepager für Google Ads?
Für eine Kampagne mit einem Angebot oft ja. Bei mehreren Anzeigengruppen für verschiedene Leistungen wirkt eine passende eigene Seite pro Leistung meist überzeugender, weil Besucher direkt finden, wonach sie gesucht haben.
Wie viele Unterseiten sind sinnvoll?
So viele, wie Sie mit echtem Inhalt füllen können. Eine Leistungsseite mit zwei Sätzen hilft weder Besuchern noch der Suche.
Wenn Sie unsicher sind, welche Struktur zu Ihrem Angebot passt, beschreiben Sie mir Ihre Leistungen kurz über die Anfrageseite.