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Kundenpreislisten und Mengenrabatte: Was muss eine Bestell-App entscheiden?

Bevor Sie kundenbezogene Preise einführen, legen Sie fest, wie die App für einen bestimmten Kunden, Artikel, eine Menge und ein Datum genau einen passenden Preis auswählt. Klären Sie anschließend, was bei Änderungen dieser Angaben geschieht. Mehrere Rabattfelder ergeben noch keine Preislogik, wenn zwei Mitarbeitende beim gleichen Auftrag zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Hier geht es um die Preisermittlung für neue oder bearbeitbare Bestellungen. Die Gültigkeit eines bereits ausgestellten Angebots ist eine andere Frage. Steuerliche Behandlung, Preisangaben gegenüber Verbrauchern und vertragliche Bindungen benötigen eine gesonderte fachkundige Prüfung.

Eine konkrete Preisvereinbarung als Ausgangspunkt

Bringen Sie dem Entwickler eine echte Preisregel mit, bereinigt um vertrauliche Angaben. Hat ein Kunde eine vereinbarte Preisliste? Gilt für einen Artikel ein fester Sonderpreis? Ändert eine größere Abnahmemenge den Preis? In welcher Währung wird gerechnet?

Ein erfundener Geschäftskunde könnte einen vereinbarten Artikelpreis erhalten, während im öffentlichen Katalog ein anderer Betrag steht. Das muss kein prozentualer Nachlass auf den aktuellen Listenpreis sein. Ist ein fester Betrag vereinbart, kann die bloße Speicherung eines Rabattprozentsatzes die Vereinbarung bei einer Listenpreisänderung verfälschen.

Der offizielle Odoo-Leitfaden zu Preislisten zeigt unterschiedliche Regeltypen: Rabatt, Formel und Festpreis. Er beschreibt außerdem Mindestmengen und einen Gültigkeitszeitraum. Diese Funktionen veranschaulichen mögliche Anforderungen; sie sind keine Zusage für Ihre individuelle App.

Festlegen, welche Regel Vorrang hat

Eine Kundenvereinbarung, eine Kategorieaktion und ein produktspezifischer Preis können gleichzeitig infrage kommen. Bestimmen Sie eine ausdrückliche Rangfolge. Der niedrigste Betrag oder die zuletzt angelegte Regel ist nicht automatisch die richtige Entscheidung.

Odoo dokumentiert beispielsweise, dass eine produktspezifische Regel gegenüber einer Regel für die Produktkategorie Vorrang hat. Das ist ein Verhalten dieses Produkts, keine allgemeingültige Geschäftsregel. Ihre Vereinbarung kann die Kombination von Rabatten ausschließen, eine bestimmte Kombination erlauben oder eine manuelle Prüfung vorsehen.

Lassen Sie neben dem ermittelten Preis intern erklären, welche Liste und Regel mit welchen Eingaben verwendet wurde und ob eine zulässige Anpassung vorliegt. Diese Erklärung muss nicht jedem Käufer Ihre Verhandlungskonditionen offenlegen. Bestimmen Sie, wer Sonderkonditionen sehen darf und was davon im öffentlichen Shop erscheint.

Widersprechen sich zwei gleichrangig passende Regeln, braucht es ein bewusstes Ergebnis: eine unzulässige Konfiguration, eine Prüfung oder eine dokumentierte Entscheidungsregel. Die zufällige Reihenfolge von Datenbankeinträgen darf keine Geschäftspolitik werden.

Mengengrenzen brauchen Einheit und Bezugsgröße

Ein Preis „ab zehn“ braucht eine Einheit. Zehn Stück, zehn Kartons und zehn verschiedene Artikel sind unterschiedliche Bedingungen. Klären Sie, ob die Grenze für eine einzelne Position, alle Positionen desselben Artikels, eine Kategorie oder eine umfassendere Abnahmevereinbarung gilt.

Unterscheiden Sie außerdem zwei Modelle: Ein neuer Stückpreis kann für die gesamte qualifizierte Position gelten. Oder verschiedene Mengenbereiche werden jeweils mit ihrem eigenen Preis berechnet. Aus dem Wort „Mengenrabatt“ lässt sich keines der Modelle zuverlässig ableiten. Lassen Sie genau Ihre Variante vorrechnen.

Eine Mengenänderung muss die vereinbarte Neuberechnung auslösen. Fällt eine bearbeitbare Bestellung unter die Grenze, sollte der neue Stückpreis vor der Bestätigung erklärt werden. Ein früher ermittelter Rabatt darf nicht nur deshalb erhalten bleiben, weil er bereits im Feld steht, außer dies ist ausdrücklich als berechtigte Ausnahme vorgesehen.

Datum und spätere Listenänderungen definieren

Anfang und Ende einer Preisregel benötigen eine geschäftliche Zeitzone und eindeutige Grenzen. Entscheiden Sie, welches Ereignis zählt: das Anlegen der Bestellung, die Bestätigung, die Lieferung oder etwas anderes. Ein angezeigter Zeitraum beantwortet diese Frage noch nicht.

Odoo beschreibt einen Gültigkeitszeitraum für die Anwendung auf Angebote. Daraus folgt keine allgemeine Aussage über Liefertermine, abgeschlossene Aufträge oder Ihre eigene Umsetzung.

Legen Sie für gespeicherte Entwürfe und offene Warenkörbe fest, wann Preise aktualisiert und Änderungen erläutert werden. Vor der endgültigen Bestätigung wird nach Ihrer vereinbarten Regel neu gerechnet. Historische Preise abgeschlossener Vorgänge dürfen dabei nicht unbemerkt umgeschrieben werden. Bewahren Sie ausreichend Informationen über Regel und Betrag auf, um den damaligen Verkauf erklären zu können. Für ausgestellte Angebote gelten eigene Versions- und Gültigkeitsregeln; sie sind keine laufend aktualisierte Katalogansicht.

Ersatzregel und manuelle Anpassung getrennt klären

Was geschieht, wenn dem Kunden keine gültige Liste zugeordnet ist oder die Liste keinen passenden Artikel enthält? Denkbar sind der öffentliche Preis als Ersatz oder eine Rückfrage an das Team. Wählen Sie bewusst. Eine fehlende Regel darf nicht versehentlich zu einem Nullpreis, fremden Kundenkonditionen oder einer beliebigen Liste führen.

Manuelle Preisänderungen sind eine weitere Anforderung. Laut Odoo-Leitfaden lassen sich Preislistenvorschläge im Verkaufsauftrag überschreiben. Benötigen Sie Einschränkungen, Freigaben oder Begründungen, müssen Sie diese im gewählten System prüfen oder ausdrücklich beauftragen. Ein berechneter Wert ist nicht automatisch unveränderlich.

Bei erlaubten Anpassungen sollten Ausgangspreis, geänderter Preis, Grund und verantwortliche Person erhalten bleiben. Klären Sie, ob spätere Mengenänderungen die Sonderfreigabe beibehalten oder eine neue erfordern.

Eine kurze Preisprüfung zur Abnahme

Nehmen Sie für Ihr Bestell-App-Projekt diese Fälle in die Abnahmekriterien auf:

  • Ein öffentlicher Kunde und ein Kunde mit Sonderkonditionen erhalten für denselben Artikel die vorgesehenen Preise.
  • Ein fester Kundenpreis wird nicht stillschweigend in eine prozentuale Vereinbarung umgedeutet.
  • Gleichzeitige Produkt- und Kategorieregeln ergeben einen erklärbaren Preis.
  • Mengen knapp unter, genau an und über der Grenze verwenden die vereinbarte Einheit und Bezugsgröße.
  • Die Berechnung für die gesamte Position beziehungsweise einzelne Mengenbereiche wird praktisch gezeigt.
  • An der Datumsgrenze gelten das festgelegte Ereignis und die festgelegte Zeitzone.
  • Ein geänderter Entwurf zeigt den neuen Betrag; ein abgeschlossener Verkauf behält seinen historischen Preis.
  • Fehlende Regeln und manuelle Eingriffe folgen dem festgelegten Ersatz- und Freigabeweg.

Das Ziel ist ein Preis, den Mitarbeitende nachvollziehen und reproduzieren können, nicht eine möglichst aufwendige Rabattmaske.

Quellenabgrenzung

Odoo 19 belegt die genannten Regeltypen, Mindestmengen, Gültigkeitszeiträume, den Produktvorrang gegenüber der Kategorie und überschreibbare Vorschläge im Verkaufsauftrag. Erklärungen, Mengenzusammenfassung, Konfliktbehandlung und Schutz historischer Preise sind vorgeschlagene Anforderungen. Die Quelle bestätigt weder die rechtliche Wirkung einer Preisänderung noch Ihre steuerlichen und vertraglichen Regeln.

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