Produktionskapazität in der App: Freie Zeit ist noch kein freier Fertigungsplatz
Definieren Sie vor einer Produktionskalender-Funktion, was die verfügbare Kapazität tatsächlich beansprucht. Ein freies Feld sagt weder, wie viele Einheiten gleichzeitig bearbeitet werden können, noch ob Vorbereitung nötig ist oder die passende Person bereitsteht. Ein brauchbarer Plan braucht ein vereinbartes Modell hinter den farbigen Blöcken.
Beginnen Sie mit einem repräsentativen Arbeitsplatz und einem dort gefertigten Produkt. Dieser Beitrag hilft bei der Anforderungsklärung. Er verspricht keinen Durchsatz und ersetzt keine technischen oder sicherheitsbezogenen Grenzwerte.
Was bedeutet eine Kapazitätseinheit?
Ein Arbeitsplatzdatensatz kann eine Maschine, einen Werktisch oder einen bewusst zusammengefassten Ressourcenpool darstellen. Entscheiden Sie, welche physische Grenze er abbildet. Mehrere unterschiedliche Maschinen dürfen nicht allein aus Bequemlichkeit eine gemeinsame Ressource bilden, wenn zulässige Zuordnung und gemeinsame Kapazität das nicht tragen.
Die Odoo-Dokumentation zu Arbeitsplätzen liefert ein konkretes Beispiel: Im Bereich Product Capacities wird beschrieben, wie viele Einheiten eines Produkts an einem Arbeitsplatz gleichzeitig hergestellt werden können. Arbeitszeiten, Rüstzeit, Nachbereitungszeit und alternative Arbeitsplätze werden gesondert geführt.
Diese Produktbegriffe erklären nicht automatisch ein gleich benanntes Feld in einem anderen System. Schreiben Sie die Einheit für Ihre Anwendung aus. „Einheiten pro Durchlauf“ ist etwas anderes als „Einheiten pro Stunde“. Welche Dauer gehört zu einem Durchlauf, und ändert sich die zulässige Menge je nach Produkt?
Ein größerer Auftrag braucht möglicherweise mehrere Durchläufe
Ein erfundenes Trocknungsverfahren verdeutlicht das Problem: Nur eine begrenzte Menge geeigneter Teile passt gemeinsam in die Kammer. Jede Gruppe belegt sie während der Verarbeitung. Ein größerer Auftrag darf nicht so eingeplant werden, als könnten alle Teile gleichzeitig beginnen.
Klären Sie, ob eine teilweise gefüllte Gruppe dieselbe Zeit benötigt wie eine volle. Dürfen kompatible Aufträge gemeinsam verarbeitet werden? Falls ja, muss die Zuordnung des Ergebnisses zu den einzelnen Aufträgen erhalten bleiben. Freier Platz allein erlaubt keine gemeinsame Verarbeitung. Regeln zu Handhabung, Verunreinigung und Sicherheit müssen Fachpersonen vorgeben.
Die Gruppierung muss nicht sofort automatisiert werden. Eine manuelle Planung mit sichtbaren Kapazitätshinweisen kann ein sinnvoller Anfang sein. Ein reiner Hinweisplan darf aber nicht als technisch durchgesetzte Reservierung verkauft werden.
Rüsten und Nachbereiten können denselben Platz belegen
Wann wird der Arbeitsplatz unbenutzbar, und wann steht er für den Folgeauftrag tatsächlich wieder bereit? Beladen, Werkzeugwechsel, Reinigung oder Prüfungen können die knappe Ressource belegen, obwohl noch kein Fertigprodukt entsteht. Andere Vorbereitung findet möglicherweise unabhängig davon statt. Bilden Sie den tatsächlichen Ablauf ab, statt jede Tätigkeit pauschal auf denselben Kalender zu buchen.
Odoo dokumentiert getrennte Werte für Rüst- und Nachbereitungszeit. Ihr Projekt braucht trotzdem eine Regel, wann sie anfallen: pro Auftrag, pro Durchlauf oder bei einem bestimmten Produktwechsel. Eine gemeinsam nutzbare Vorbereitung darf nicht mehrfach gezählt werden; ein notwendiger Wechsel darf nicht entfallen, nur weil zwei Aufträge denselben Kunden haben.
Fehlen belastbare Zeitwerte, kennzeichnen Sie Schätzungen. Eine minutengenaue Anzeige macht eine ungemessene Annahme nicht genauer.
Eine freie Maschine allein macht den Auftrag nicht machbar
Legen Sie fest, ob die Planung auch Personal, Werkzeuge, Material oder weitere gemeinsam genutzte Ressourcen prüfen muss. Prüft sie nur Maschinenbelegung, muss diese Grenze verständlich bleiben.
Auch ein alternativer Arbeitsplatz ist nicht automatisch gleichwertig. Bestätigen Sie die Eignung für den Arbeitsgang und definieren Sie abweichende Dauer oder Kapazität. Das dokumentierte Alternativfeld bei Odoo zeigt ein Zuordnungskonzept, keine technische Freigabe für eine Ersatzmaschine in Ihrem Betrieb.
Leiten Sie aus diesem Kalender allein keinen zugesicherten Kundentermin ab, wenn nachfolgende Schritte oder Materialbereitstellung nicht geprüft werden. Ein möglicher Fertigungsschritt ist noch kein garantiert fertiger Auftrag.
Die Annahmen bei der Abnahme sichtbar machen
Verwenden Sie fiktive Aufträge in den Akzeptanzkriterien:
- Eine passende Einzelgruppe und ein größerer Auftrag belegen Kapazität nach der vereinbarten Regel unterschiedlich.
- Eine Teilbeladung erhält die vorgesehene Dauer.
- Rüsten und Nachbereiten sperren die richtige Ressource an der richtigen Grenze.
- Ein produktspezifischer Grenzwert wird nicht stillschweigend durch den Standard ersetzt.
- Eine weitere Buchung überschreitet keine technisch begrenzte gemeinsame Kapazität; reine Warnungen bleiben als solche erkennbar.
- Eine Verlagerung verwendet die Regeln des tatsächlichen Ersatzarbeitsplatzes.
- Personal- und Materialprüfung sind entweder umgesetzt oder ausdrücklich nicht Teil der Terminaussage.
Für ein Gespräch über eine individuelle Produktionsplanung genügen ein leerer Arbeitsbeleg und ein beschriebener Durchlauf ohne vertrauliche Daten. Das erste Ergebnis sollte ein erklärbarer Plan sein, kein aufwendiges Dashboard mit ungeklärter Kapazitätszahl.
Fragen zum Umfang
Sind Maschinen- und Personalkapazität dasselbe?
Nein. Beide können denselben Auftrag unabhängig begrenzen. Legen Sie fest, was die erste Version prüft und was die planende Person zusätzlich bestätigen muss.
Muss die App automatisch planen?
Nicht unbedingt. Manuelle Zuordnung mit ehrlichen Grenzen kann bereits helfen. Automatische Planung braucht zusätzliche Entscheidungen über Prioritäten, Verschiebungen und Konflikte.
Beweist das geplante Ende die Fertigstellung?
Nein. Berechneter Plan, gemeldete Fertigstellung und nötige Freigaben bleiben getrennt. Der Kalender beschreibt eine beabsichtigte Ressourcennutzung, kein bereits vorhandenes Ergebnis.