Ohne Geschäftslokal lokal gefunden werden: das Servicegebiet
Kurz gesagt: Wer Kunden nicht im eigenen Lokal empfängt, sondern zu ihnen fährt, legt im Google-Unternehmensprofil ein Einzugsgebiet fest und entfernt die Adresse aus dem öffentlichen Profil. So steht Ihre Wohnadresse nicht in Maps, und Sie werden trotzdem in den Orten gefunden, in denen Sie arbeiten. Laut Google-Hilfe sind höchstens 20 Gebiete möglich, und das Ganze sollte nicht weiter als etwa zwei Autostunden reichen.
Für Installateure, Malerinnen, Hausbetreuer, mobile Friseurinnen, Fußpflege im Hausbesuch oder Reinigungsfirmen ist das der Normalfall: Das Büro ist ein Zimmer in der Wohnung, die Arbeit passiert beim Kunden. Google nennt diese Betriebe „Unternehmen ohne festen Standort in einem Einzugsgebiet“. Die Einrichtung ist nicht schwer, aber einige Entscheidungen sollten Sie bewusst treffen.
Schritt 1: Klären, welcher Typ Sie sind
Die Google-Hilfe (abgerufen November 2026) unterscheidet drei Fälle:
- Ladengeschäft: Kunden kommen zu Ihnen, Adresse ist sichtbar.
- Unternehmen ohne festen Standort: Sie fahren zum Kunden oder liefern, empfangen aber an Ihrer Adresse niemanden. Hier soll die Adresse aus dem Profil entfernt werden.
- Hybridunternehmen: Sie haben ein Lokal mit Kundenverkehr und fahren zusätzlich hinaus, etwa eine Werkstatt mit Pannendienst. Dann dürfen Adresse und Einzugsgebiet gemeinsam angegeben werden.
Eine Feinheit für Hybridbetriebe: Hat das Lokal keine klare, jederzeit sichtbare Beschilderung, zählt es laut Google nicht als Außenansicht. Und wer Adresse plus Einzugsgebiet angibt, braucht während der angegebenen Zeiten Personal vor Ort.
Ein „virtuelles Büro“ oder eine Postfachadresse als Ersatz für das Lokal ist laut den Richtlinien keine Lösung – ein virtuelles Büro ist nur zulässig, wenn es während der Öffnungszeiten besetzt ist.
Schritt 2: Die Adresse aus dem Profil nehmen
Wenn Sie bisher Ihre Wohnadresse eingetragen hatten, entfernen Sie sie unter „Profil bearbeiten“ → „Standort“. Die Google-Richtlinien nennen genau diesen Fall als Beispiel: Ein Installateur, der von seiner Privatadresse aus arbeitet, löscht die Adresse aus dem Profil.
Danach zeigt das Profil statt eines Pins Ihr Einzugsgebiet. Wichtig ist nur, dass Sie den Schritt nicht vergessen, wenn Sie das Einzugsgebiet anlegen – sonst bleibt die Wohnadresse öffentlich.
Schritt 3: Das Einzugsgebiet eintragen
Laut Google-Hilfe gehen Sie so vor:
- Unternehmensprofil aufrufen.
- „Profil bearbeiten“ → „Standort“ wählen.
- Neben „Einzugsgebiet“ auf „Bearbeiten“ klicken.
- Vorgeschlagene Gebiete auswählen oder eigene eingeben – Städte, Postleitzahlen oder andere Regionen.
- Speichern.
Nach der Genehmigung kann es laut Google bis zu 48 Stunden dauern, bis die Änderung im Profil sichtbar ist.
Für Österreich bieten sich je nach Tätigkeit Bezirke, Gemeinden oder Postleitzahlen an. Eine Hausbetreuung im Süden Wiens trägt also eher die Bezirke und Umlandgemeinden ein, in denen sie tatsächlich Objekte betreut, als pauschal „Österreich“. Die Hilfe rät, das Gebiet so genau wie möglich anzugeben.
Schritt 4: Den Rest des Profils so füllen, dass es ohne Adresse überzeugt
Ohne Pin auf der Karte fehlt Interessenten ein Vertrauenssignal. Das gleichen Sie aus mit:
- Telefonnummer und Website, die direkt zu Ihnen führen.
- Öffnungs- bzw. Erreichbarkeitszeiten, in denen Sie wirklich abheben.
- Fotos von Arbeiten vor Ort: fertige Bäder, gepflegte Grünflächen, Vorher-nachher bei Reinigung – mit Einverständnis der Kunden.
- Leistungen im Profil, möglichst konkret benannt.
- Bewertungen. Gerade wer nie vor Ort ist, profitiert davon, dass Kunden nach dem Auftrag schreiben, wie es gelaufen ist. Den Bewertungslink erzeugen Sie laut Google-Hilfe im Profil über „Mehr Rezensionen erhalten“; eine Anleitung zum Ablauf finden Sie in unserem Artikel über mehr Google-Bewertungen nach jedem Auftrag.
Schritt 5: Die Website auf das Einzugsgebiet abstimmen
Das Profil sagt Google, wo Sie arbeiten. Die Website muss das Gleiche erzählen. Eine eigene Seite „Einsatzgebiet“ mit einer Karte oder Liste der Bezirke und Gemeinden reicht für viele Betriebe völlig aus.
Wenn Sie für einzelne Orte eigene Seiten anlegen wollen, dann nur mit echtem eigenem Inhalt: Anfahrtszeiten in diese Gegend, typische Aufträge dort (etwa Altbau-Wohnungen in den inneren Bezirken, Einfamilienhäuser im Umland), Fotos von Arbeiten aus dieser Region, ein Ansprechpartner. Seiten, auf denen nur der Ortsname ausgetauscht ist, beschreibt Google in seinen Spam-Richtlinien als Missbrauch von Brückenseiten – als Beispiel nennt Google ausdrücklich Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer alle zur selben Seite leiten.
Die Fehlerliste
Typische Stolpersteine für Dienstleister ohne Lokal:
- Wohnadresse bleibt sichtbar. Oft aus Gewohnheit beim Anlegen eingetragen und nie entfernt. Das ist nicht nur ein Privatsphäreproblem, Google verlangt bei sichtbarer Adresse auch Kundenverkehr und Beschilderung.
- Ein Radius statt Gebieten. Laut Google-Hilfe lässt sich ein Radius um den Betrieb nicht mehr als Einzugsgebiet angeben. Wer noch einen alten Radius hat, kann ihn nicht bearbeiten und sollte auf Orte oder Postleitzahlen umstellen.
- Zu große Gebiete. Ganz Österreich oder alle Bundesländer einzutragen, widerspricht der Empfehlung von etwa zwei Autostunden. Für manche Betriebe sind laut Google größere Gebiete angemessen, für den typischen Handwerker eher nicht.
- Mehrere Profile für mehrere Orte. Ein Betrieb ohne festen Standort kann laut Google nur ein Profil für sein gesamtes Gebiet haben. Mehrere Profile sind nur zulässig, wenn es wirklich getrennte Standorte mit eigenen Gebieten und eigenen Mitarbeitern gibt.
- Coworking-Adresse als Lokal. Wer dort keine Kunden empfängt und nicht während der Öffnungszeiten besetzt ist, sollte sie nicht als Standort angeben.
- Ortsseiten ohne Inhalt. Zwanzig fast gleiche Seiten „Installateur [Ort]“ helfen weder Kunden noch der Sichtbarkeit.
- Website und Profil widersprechen sich. Das Profil nennt fünf Bezirke, die Website „ganz Wien und Niederösterreich“. Einheitliche Angaben machen es Google und Kunden leichter.
Häufige Fragen
Werde ich ohne sichtbare Adresse schlechter gefunden?
Google macht dazu keine konkrete Aussage. Die Hilfe sagt nur, dass ein Einzugsgebiet Nutzern hilft, Ihr Profil leichter zu finden. Entscheidend ist, dass das Profil vollständig ist und zur Website passt.
Kann ich später auf ein Ladengeschäft umstellen?
Ja. Sobald Sie Kunden an einer Adresse empfangen, tragen Sie die Adresse wieder ein. Wer alle Einzugsgebiete entfernen will, muss laut Google ein Ladengeschäft mit Adresse im Profil haben.
Ich arbeite in Wien und im Burgenland. Reicht ein Profil?
Ja, solange es ein Betrieb mit einem Team ist. Tragen Sie die Orte einzeln ein, in denen Sie tatsächlich arbeiten, und achten Sie auf die Grenze von 20 Gebieten.
Darf eine mobile Friseurin ihre Wohnung als Salon angeben, wenn manchmal Kundinnen kommen?
Nur wenn dort zu den angegebenen Zeiten tatsächlich Kundinnen empfangen werden und der Standort klar beschildert ist. Kommt das nur ausnahmsweise vor, ist das Profil ohne festen Standort die passendere Wahl.
Wenn Ihre Website noch nicht zeigt, wohin Sie fahren und wofür, setze ich mich gern mit Ihnen an eine schlanke Einsatzgebiet-Seite – hier können Sie mir schreiben.