Shopware oder WooCommerce? Shopsysteme für kleine Händler
Kurz gesagt: Für kleine Händler mit überschaubarem Sortiment und einer bestehenden WordPress-Website ist WooCommerce meist der günstigere und flexiblere Einstieg; die deutschen Rechtsanforderungen decken Plugins wie Germanized oder German Market ab. Shopware spielt seine Stärken bei größeren Sortimenten, Varianten, B2B und Mehrsprachigkeit aus, braucht aber in der Regel eine spezialisierte Agentur. Beide sind im Kern kostenlos: Die Shopware Community Edition hat keine Lizenzgebühr, verlangt aber laut Shopware ab 1 Million Euro Bruttowarenwert in 365 Tagen einen bezahlten Plan, um den Zugang zu Account und Store zu behalten (Stand: November 2026).
Die Frage „Shopware oder WooCommerce?“ wird oft wie eine Glaubensfrage diskutiert. Für einen kleinen Händler ist sie eher eine Rechenaufgabe: Was kostet der Shop über drei Jahre, wer kann ihn pflegen, und wie gut deckt er die deutschen Besonderheiten ab? Die folgende Bewertung beruht auf den öffentlichen Preisseiten der Anbieter und auf allgemeinen Erfahrungswerten im Betrieb; sie ist keine Messung.
Vergleich nach Kriterien
Bewertung von 1 (schwach) bis 5 (stark), aus Sicht eines kleinen Händlers mit bis zu einigen hundert Produkten:
| Kriterium | WooCommerce | Shopware (Community Edition) | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Einstiegskosten Software | 5 | 5 | Beide ohne Lizenzgebühr für den Kern |
| Laufende Kosten Erweiterungen | 3 | 3 | Viele Funktionen kosten jährlich oder monatlich extra |
| Deutsche Rechtsanforderungen | 4 | 4 | Woo: über Plugins; Shopware: als deutsches Produkt stark verankert, Details mit Ihrem Rechtstexte-Anbieter prüfen |
| Bedienbarkeit für Laien | 4 | 3 | WordPress kennen viele schon |
| Varianten, große Sortimente | 3 | 5 | Shopware ist dafür gebaut |
| B2B-Funktionen | 2 | 4 | Shopware bietet B2B in den Bezahlplänen |
| Auswahl an Dienstleistern | 5 | 3 | WordPress-Entwickler gibt es viele, Shopware-Spezialisten weniger |
| Content und Blog | 5 | 3 | WordPress ist ursprünglich ein Content-System |
| Abhängigkeit von einer Agentur | 4 | 2 | Je höher der Wert, desto geringer die Abhängigkeit |
Die Zahlen sind eine Einschätzung, keine objektive Messung. Gewichten Sie die Zeilen nach Ihren Prioritäten.
Kosten: Was die Anbieter selbst angeben
Shopware
Laut der Preisseite von Shopware (abgerufen im November 2026):
- Community Edition: 0 Euro Lizenzgebühr. Hosting, Implementierung und Wartung organisieren Sie selbst. Wenn die mit Ihrem Account verknüpften Shops in den vorangegangenen 365 Tagen mehr als 1 Million Euro Bruttowarenwert (GMV) erzielen, verlangt Shopware einen kostenpflichtigen Plan, um den Zugriff auf Shopware Account und Store zu behalten; die Software selbst können Sie weiter nutzen.
- Rise: ab 600 Euro pro Monat zzgl. MwSt.
- Evolve: ab 2.400 Euro pro Monat zzgl. MwSt., mit B2B-Komponenten.
- Beyond: individuell.
WooCommerce
Laut der Preisseite von WooCommerce ist die Software kostenlos, ohne Umsatzbeteiligung. WooCommerce selbst schätzt Hosting auf 25 bis 350 US-Dollar pro Monat „für die meisten Shops“ und Erweiterungen auf 29 bis 299 US-Dollar pro Jahr und Erweiterung. Für den deutschen Markt kommt meist ein Rechts-Plugin hinzu:
- Germanized ist als Basisversion kostenlos im WordPress-Verzeichnis; eine Pro-Version bietet unter anderem PDF-Rechnungen und Mustertext-Generatoren.
- German Market kostet laut MarketPress ab 87 Euro inkl. MwSt. für eine Domain und 12 Monate Updates.
Was in keiner Preisliste steht
Die größten Posten sind bei beiden Systemen nicht die Lizenzen, sondern Einrichtung, Design, Anbindungen (Warenwirtschaft, Versand, Buchhaltung) und regelmäßige Updates. Holen Sie dafür Angebote ein und lassen Sie sich die laufenden Kosten pro Jahr getrennt ausweisen.
Hosting und Betrieb
WooCommerce läuft bei nahezu jedem WordPress-Hoster. Das ist bequem, verführt aber zu zu kleinen Paketen. Ein Shop mit vielen Bestellungen braucht mehr Leistung als eine Visitenkarten-Website. Updates von WordPress, WooCommerce und Plugins müssen regelmäßig eingespielt und getestet werden.
Shopware stellt höhere Anforderungen an den Server und wird meist bei Hostern betrieben, die Shopware ausdrücklich unterstützen. Major-Updates sind aufwendiger und sollten von jemandem durchgeführt werden, der das System kennt.
Deutsche Rechtsanforderungen
Grundpreise, Lieferzeiten, Hinweise zu Umsatzsteuer und Versandkosten, die „Zahlungspflichtig bestellen“-Schaltfläche, Widerrufsbelehrung in E-Mails: Das sind die typischen Punkte, an denen internationale Shopsysteme ohne Anpassung scheitern. Bei WooCommerce übernehmen das Plugins wie Germanized oder German Market; bei Shopware ist vieles im Standard angelegt. In beiden Fällen gilt: Das System liefert die Technik, die Inhalte der Rechtstexte müssen Sie oder ein Rechtstexte-Dienst liefern. Typische Stolpersteine bei Preisangaben beschreibt der Beitrag zu Grundpreis, Streichpreisen und Versandkosten.
Wann Shopify die einfachere Antwort ist
Wenn Sie keine eigene Technik betreuen wollen, wenige Sonderwünsche haben und vor allem schnell verkaufen möchten, ist ein gehostetes System wie Shopify oft die pragmatischere Wahl. Auf der deutschen Preisseite wurden die Pläne beim Abruf in US-Dollar angezeigt, Basic etwa mit 29 Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung. Dafür sind Sie stärker an den Anbieter gebunden und zahlen für viele Funktionen über Apps.
Entscheidungshilfe in drei Sätzen
- Sie haben eine WordPress-Website, bis zu einigen hundert Produkten und wollen selbst Inhalte pflegen: WooCommerce.
- Sie haben viele Varianten, verkaufen auch an Geschäftskunden oder planen mehrere Länder und Sprachen: Shopware, mit einem Partner, der es kennt.
- Sie wollen sich um gar keine Technik kümmern: ein gehostetes System.
Häufige Fragen
Kann ich später von WooCommerce zu Shopware wechseln?
Ja, Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich migrieren, Shopware bietet dafür eigene Unterstützung an. Aufwendig sind meist Design, URLs und Erweiterungen. Planen Sie Weiterleitungen, damit Suchmaschinen-Rankings nicht verloren gehen.
Ist WooCommerce für Shops mit vielen Bestellungen geeignet?
Mit gutem Hosting und sauberer Pflege ja. Probleme entstehen meist durch zu viele Plugins und zu schwaches Hosting, nicht durch WooCommerce selbst.
Muss ich bei Shopware die Bezahlversion nehmen?
Nicht zwingend. Die Community Edition ist kostenlos nutzbar. Ab 1 Million Euro Bruttowarenwert in 365 Tagen braucht es laut Shopware aber einen kostenpflichtigen Plan, um den Zugang zu Account und Store zu behalten.
Welches System ist sicherer?
Beide sind so sicher, wie sie gepflegt werden. Entscheidend sind regelmäßige Updates, wenige und gut gewartete Erweiterungen und ein Hoster, der Backups ernst nimmt.
Wenn Sie zwischen beiden Systemen schwanken und eine zweite Meinung möchten, beschreiben Sie mir Ihr Sortiment über die Anfrageseite.