Onlineshop erstellen lassen in Wien: Kosten 2026
Kurz gesagt: Ein kleiner, professionell umgesetzter Onlineshop kostet laut aktuellen Agentur-Ratgebern aus dem deutschsprachigen Raum etwa 5.000 bis 15.000 Euro einmalig, ein mittlerer Shop mit Schnittstellen 15.000 bis 50.000 Euro, große B2B-Projekte mehr. Dazu kommen laufende Kosten: Shopify verlangt in Österreich ab 24 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung, WooCommerce und die Shopware Community Edition sind als Software kostenlos, brauchen aber Hosting und Wartung. Zahlungsgebühren liegen bei gängigen Anbietern im Bereich von rund 1,5 bis 3 % plus einem Fixbetrag pro Zahlung. Die größten unterschätzten Posten sind Produktdaten, Fotos und Rechtstexte.
Dieser Beitrag behandelt nur Onlineshops, nicht klassische Firmenwebsites. Alle Zahlen sind öffentlich zugängliche Preise und Bandbreiten, Stand November 2026; sie ersetzen kein Angebot.
Was kostet die Erstellung? Bandbreiten nach Shopgröße
Für Österreich gibt es kaum veröffentlichte Marktübersichten. Die folgenden Bandbreiten stammen aus zwei deutschen Agentur-Ratgebern von 2026 und sind als grobe Orientierung zu verstehen; Wiener Agenturpreise können abweichen.
| Shoptyp | Typischer Umfang | Erstellung einmalig | Laufend pro Monat |
|---|---|---|---|
| Baukasten in Eigenregie | Standard-Theme, wenige Produkte, keine Schnittstellen | ab ca. 500 € plus eigene Arbeitszeit | ca. 30–150 € |
| Kleiner Shop, professionell | angepasstes Theme, bis einige hundert Artikel, Standard-Zahlungsarten | 5.000–15.000 € | ca. 50–300 € |
| Mittlerer Shop | individuelles Design, Erweiterungen, ERP-Anbindung | 15.000–50.000 € | ca. 300–1.500 € |
| Großer Shop / B2B | ERP, PIM, CRM, Konfigurator, mehrere Länder | ab 50.000 €, oft über 100.000 € | ab ca. 1.500 € |
Quelle: kennersoft.de, „Onlineshop erstellen lassen: Kosten 2026“.
Ein zweiter Ratgeber nennt für einen individuell umgesetzten WooCommerce-Shop 7.000 bis 30.000 Euro und schlüsselt das nach Phasen auf: Konzeption 1.500–4.000 €, Design 3.000–7.000 €, technische Umsetzung 5.000–10.000 €, Erweiterungen 2.000–5.000 €, Inhalte und SEO 1.500–4.000 € (creationell.de). Laufend rechnet dieser Ratgeber mit 800 bis 3.000 Euro monatlich, wobei der größte Teil auf Marketing entfällt, nicht auf Technik.
Was kostet das Shopsystem laufend?
Die öffentlichen Preisseiten der drei verbreiteten Systeme, abgerufen im November 2026:
| System | Modell | Öffentlich genannter Preis |
|---|---|---|
| Shopify (Österreich) | gehostet, Abo | Basic 24 €/Monat, Grow 69 €/Monat, Advanced 289 €/Monat, jeweils bei jährlicher Zahlung |
| WooCommerce | Open-Source-Plugin für WordPress | Kernsoftware kostenlos; Hosting, Erweiterungen und Wartung extra |
| Shopware | Open Source / Abo | Community Edition 0 €; Rise ab 600 €/Monat, Evolve ab 2.400 €/Monat, jeweils exkl. MwSt. |
Was in dieser Tabelle nicht steht:
- Apps und Erweiterungen: Bei Shopify und WooCommerce kommen viele Funktionen erst über kostenpflichtige Erweiterungen, oft im Abo.
- Hosting: Für WooCommerce und die Shopware Community Edition brauchen Sie einen Server; der WooCommerce-Ratgeber oben rechnet mit 30–100 € im Monat für Hosting und 100–300 € für Wartung.
- Themes: Ein gekauftes Theme ist billig, ein angepasstes nicht.
Was kosten die Zahlungen?
Zahlungsgebühren fallen bei jedem Verkauf an und sind bei der Kalkulation oft vergessen.
- Shopify nennt auf der österreichischen Preisseite Kartengebühren ab 2 % + 0,25 € (Basic), ab 1,9 % + 0,25 € (Grow) und ab 1,7 % + 0,25 € (Advanced).
- Stripe nennt für Österreich 1,5 % + 0,25 € für Standardkarten aus dem EWR, 2,8 % + 0,25 € für Premiumkarten aus dem EWR und 3,15 % + 0,25 € für andere ausländische Karten, plus 2 % bei Währungsumrechnung.
Bei einem durchschnittlichen Warenkorb von 50 Euro machen 0,25 € Fixgebühr allein schon 0,5 % aus. Bei kleinen Warenkörben lohnt der Blick auf die Gesamtgebühr pro Bestellung.
Die versteckten Kosten: Produktdaten, Fotos, Rechtstexte
Diese drei Posten sprengen in der Praxis am häufigsten das Budget, weil sie in vielen Angeboten nicht enthalten sind.
Produktdaten. Jedes Produkt braucht Titel, Beschreibung, Varianten, Preise, Gewichte, Kategorien. Bei 300 Artikeln mit je drei Varianten sind das fast tausend Datensätze. Ob Ihre Warenwirtschaft diese Daten liefern kann oder ob sie jemand von Hand einpflegt, verändert das Budget erheblich.
Produktfotos. Einheitliche Fotos auf neutralem Hintergrund sind für die Kaufentscheidung entscheidend. Herstellerfotos dürfen Sie nur verwenden, wenn Sie das Recht dazu haben.
Rechtstexte und Pflichtfunktionen. AGB, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung, Impressum, Versandbedingungen. Dazu kommen technische Pflichten, die Geld kosten: Für Fernabsatzverträge, die über eine Online-Benutzeroberfläche geschlossen werden, verlangt § 13a FAGG eine eigene Rücktrittsfunktion; sie gilt für Verträge ab 1. Oktober 2026; mehr dazu im Beitrag zum Rücktrittsrecht bei online gebuchten Dienstleistungen. Planen Sie für Rechtstexte und deren Umsetzung ein eigenes Budget ein, auch für Änderungen nach Gesetzesnovellen.
Weitere oft vergessene Posten:
- Versandanbindung und Etikettendruck
- Schnittstelle zur Buchhaltung
- Schulung der Mitarbeitenden
- Barrierefreiheit, je nach Unternehmensgröße
- Marketing nach dem Start, denn ein Shop ohne Besucher verkauft nichts
So halten Sie die Kosten im Griff
- Mit dem Sortiment beginnen, nicht mit dem Design: Wie viele Produkte, wie viele Varianten, woher kommen die Daten?
- Den kleinsten sinnvollen Shop zuerst bauen: Erst Kernsortiment, Standard-Zahlungsarten, Österreich; später Ausland und Sonderfunktionen.
- Angebote vergleichbar machen: Lassen Sie sich Erstellung, laufende Kosten, Zahlungsgebühren und Erweiterungen getrennt ausweisen.
- Wartung vertraglich regeln: Wer spielt Updates ein, wer reagiert bei Ausfällen, zu welchem Preis?
Häufige Fragen
Ist ein Shopify-Shop günstiger als WooCommerce?
Am Anfang oft ja, weil Hosting und Wartung inklusive sind. Bei vielen kostenpflichtigen Apps und hohem Umsatz kann sich das Verhältnis drehen. Rechnen Sie über drei Jahre, nicht über einen Monat.
Kann ich mit einem Baukasten starten und später wechseln?
Ja, aber ein Wechsel kostet Zeit und Geld, etwa für Datenmigration, Weiterleitungen und neue Rechtstexte. Wer in den nächsten zwei Jahren deutliches Wachstum plant, sollte gleich ein System wählen, das mitwächst.
Gibt es Förderungen für Onlineshops in Wien?
Förderprogramme ändern sich häufig. Prüfen Sie vor Projektstart die aktuellen Programme der Wirtschaftsagentur Wien und des Bundes, denn viele Förderungen müssen vor der Beauftragung beantragt werden.
Wenn Sie wissen möchten, in welche Spalte der Tabelle Ihr Shop gehört, schicken Sie uns über die Anfrageseite ein paar Eckdaten zu Sortiment und Zielmärkten.
Quellen
- https://kennersoft.de/blog/onlineshop-erstellen-lassen-was-kostet-ein-onlineshop
- https://www.creationell.de/news/was-kostet-ein-woocommerce-shop-von-der-erstellung-bis-zum-laufenden-betrieb
- https://www.shopify.com/at/preise
- https://www.shopware.com/de/preise/
- https://wordpress.org/plugins/woocommerce/
- https://stripe.com/at/pricing
- https://ris.bka.gv.at/eli/bgbl/i/2014/33/P13a/NOR40279256