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Website zu einem neuen Hoster umziehen, ohne Ausfall

Kurz gesagt: Ein Hosterwechsel ohne Ausfall gelingt, wenn alter und neuer Server eine Zeit lang parallel laufen. Sie senken eine Woche vorher die TTL der DNS-Einträge, bauen eine vollständige Kopie beim neuen Hoster auf, testen sie in Ruhe, stellen dann die DNS-Einträge um und lassen den alten Server weiterlaufen, bis dort kein Verkehr mehr ankommt. Gekündigt wird erst danach.

Der häufigste Grund für Ausfälle beim Umzug ist nicht die Technik, sondern die Reihenfolge: alter Vertrag gekündigt, neue Seite noch nicht fertig, DNS umgestellt, Zertifikat fehlt. Der Plan unten verteilt die Schritte auf zwei Wochen. Er gilt für Websites, deren Adressen gleich bleiben – nur der Server ändert sich. Google beschreibt genau diesen Fall in seiner Dokumentation „Änderung des Hostings“ (Google Search Central, abgerufen November 2026), auf die sich die SEO-Schritte stützen.

Vorab eine Abgrenzung: Läuft Ihre E-Mail beim selben Anbieter wie die Website, ist der Postfach-Umzug ein eigenes Projekt. Dafür gibt es einen eigenen Leitfaden. Hier geht es nur um die Website – und darum, die E-Mail dabei nicht versehentlich zu beschädigen.

T-7: Bestandsaufnahme und TTL senken

Bestandsaufnahme. Schreiben Sie auf, was zur Website gehört:

  • Dateien und Datenbank (bei WordPress beides),
  • Formulare und wohin sie Mails schicken,
  • geplante Aufgaben (Cronjobs), etwa für Backups, Newsletter oder Shop-Abgleich,
  • angebundene Dienste mit IP-Freigaben (Zahlungsanbieter, Warenwirtschaft, Buchungstool),
  • Subdomains (shop., termine., intern.),
  • die DNS-Einträge, vor allem die MX- und TXT-Einträge der E-Mail.

Zugänge sichern. Sie brauchen Zugriff auf den alten Hoster, den neuen Hoster und den Ort, an dem Ihre DNS-Einträge verwaltet werden. Das ist oft der Domain-Registrar, manchmal der alte Hoster selbst. Wer das nicht weiß, merkt es meist am Umzugstag.

TTL senken. Die TTL bestimmt, wie lange Internetanbieter Ihre DNS-Einstellungen zwischenspeichern. Google empfiehlt, sie mindestens eine Woche vor der Verschiebung auf einen niedrigen Wert festzulegen, etwa ein paar Stunden, damit Caches schneller aktualisiert werden. Welche Werte Ihr DNS-Anbieter erlaubt, steht in dessen Verwaltungsoberfläche.

T-6 bis T-3: Kopie aufbauen und testen

Kopie anlegen. Laden Sie Dateien hoch, importieren Sie die Datenbank, passen Sie Zugangsdaten in der Konfiguration an. Was eine „Kopie“ genau ist, hängt laut Google ganz vom System ab: bei statischen Seiten HTML-Dateien, bei einem CMS ein Datenbankexport.

Ohne DNS-Umstellung testen. Zwei Wege:

  • Ein vorläufiger Hostname beim neuen Hoster (etwa eine Test-Subdomain). Google empfiehlt dafür, die Testseite mit noindex vor versehentlicher Indexierung zu schützen.
  • Ein Eintrag in der hosts-Datei Ihres Computers, der Ihre Domain nur auf diesem Rechner auf die neue IP zeigen lässt. So sehen Sie die neue Seite unter der echten Adresse, während alle anderen noch die alte sehen. Danach den Eintrag wieder löschen.

Was Sie testen. Google rät, alle Formen der Nutzerinteraktion zu prüfen: Seiten, Bilder, Formulare, Downloads wie PDFs. Ergänzen Sie für einen kleinen Betrieb:

  • Kommt eine Testanfrage aus dem Kontaktformular an?
  • Funktionieren Login, Warenkorb, Buchung?
  • Laufen die Cronjobs auf dem neuen Server?
  • Stimmen PHP-Version und Speichergrenzen?
  • Gibt es fest eingetragene alte Pfade oder IP-Adressen im Code?

T-2: SSL und Search Console vorbereiten

Zertifikat. Viele Hoster stellen Zertifikate über Let's Encrypt aus. Die gängigste Prüfung (HTTP-01) funktioniert laut Let's Encrypt nur, wenn die Domain bereits auf den Server zeigt, auf dem die Prüfdatei liegt. Fragen Sie den neuen Hoster daher, ob das Zertifikat automatisch direkt nach der DNS-Umstellung ausgestellt wird oder ob er es vorab über eine DNS-Prüfung (DNS-01) erzeugen kann. Sonst sehen Besucher in den ersten Minuten eine Sicherheitswarnung.

Search Console. Google weist darauf hin, die Inhaberbestätigung zu prüfen: Wer mit einer hochgeladenen HTML-Datei bestätigt hat, muss sie auf den neuen Server kopieren. Bei Bestätigung per Meta-Tag muss es in den neuen Vorlagen stehen.

Firewall. Laut Google darf der Schutz des neuen Hosters den Googlebot nicht aussperren.

T-1: Inhalte einfrieren

Am Tag vor dem Umzug keine neuen Blogbeiträge, keine Produktänderungen. Bei Shops oder Buchungssystemen: letzten Datenbankstand kurz vor der Umstellung noch einmal übertragen, damit keine Bestellung verloren geht. Wer laufend Bestellungen bekommt, plant ein kurzes Wartungsfenster außerhalb der Hauptzeit.

T-0: Umstellen

  1. Eventuelle Sperren für Suchmaschinen (robots.txt oder noindex) auf der neuen Kopie entfernen – Google nennt das ausdrücklich als ersten Schritt.
  2. Nur die Einträge für die Website ändern: in der Regel den A-Eintrag (und ggf. AAAA) für die Domain und www. MX- und TXT-Einträge für E-Mail bleiben unverändert, solange die E-Mail nicht ebenfalls umzieht.
  3. Website mehrmals aufrufen, auch über das Handy im Mobilfunknetz, das meist einen anderen DNS-Server verwendet.
  4. Zertifikat prüfen: Schloss im Browser, keine Warnung.
  5. Testanfrage über das Formular senden.

T+1 bis T+3: Beobachten

Google empfiehlt, die Serverprotokolle beider Hoster zu beobachten: Während die DNS-Änderung sich verbreitet, sinkt der Verkehr beim alten Server, beim neuen steigt er. Prüfen Sie zusätzlich mit öffentlichen DNS-Prüftools, ob Ihre neuen Einträge weltweit ankommen.

Laut Google ist es normal, dass der Googlebot nach einer Hostingänderung zunächst langsamer crawlt; in den Tagen danach steigt die Frequenz gewöhnlich wieder.

Wichtig: Am alten Server jetzt nichts mehr ändern. Wenn dort noch ein Formular eintrifft, sollte es weiterhin zugestellt werden.

T+4 bis T+7: Aufräumen

  • TTL wieder auf einen normalen Wert setzen.
  • Backups beim neuen Hoster einrichten und eine Wiederherstellung testen.
  • Search Console auf Crawling-Fehler prüfen.
  • Erst wenn beim alten Hoster laut Protokoll kein Verkehr mehr ankommt, den alten Server abschalten – so beschreibt es auch Google als letzten Schritt.
  • Den alten Vertrag kündigen. Kündigungsfristen vorher prüfen, damit sich Altvertrag und neuer Vertrag lange genug überschneiden.

Häufige Fragen

Wie lange ist meine Website beim Umzug offline?

Bei parallelem Betrieb im Idealfall gar nicht. Besucher landen je nach DNS-Cache noch beim alten oder schon beim neuen Server. Beide liefern dieselbe Seite.

Verliere ich durch den Hosterwechsel Google-Rankings?

Google beschreibt den Hosterwechsel ohne URL-Änderung als eigenen, vergleichsweise einfachen Fall. Entscheidend ist, dass der Googlebot den neuen Server erreicht und die Inhalte gleich bleiben.

Muss ich die Domain zum neuen Hoster mitnehmen?

Nicht unbedingt. Die Domain kann beim bisherigen Registrar bleiben; Sie ändern dort nur die DNS-Einträge. Ein Domaintransfer ist ein eigener Schritt und lässt sich später in Ruhe erledigen.

Was passiert mit meinen E-Mails?

Solange Sie die MX-Einträge nicht ändern, laufen E-Mails weiter über den bisherigen Dienst. Problematisch wird es nur, wenn E-Mail-Postfächer beim alten Hoster liegen und der Vertrag gekündigt wird, bevor sie umgezogen sind.

Falls Sie den Umzug lieber nicht allein planen, gehe ich die Checkliste gern mit Ihnen durch und übernehme die heiklen Schritte – schreiben Sie mir.

Quellen

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