Wartungsvertrag für die Website: Klauseln und faire Preise
Kurz gesagt: Ein guter Wartungsvertrag regelt nicht nur, dass „Updates gemacht werden“, sondern wie oft, mit welchen Backups, in welcher Reaktionszeit, was bei einem Sicherheitsvorfall passiert und wie Sie bei einer Kündigung an alle Zugänge kommen. Österreichische Anbieter veröffentlichen für WordPress-Wartung Einstiegspakete ab etwa 35 bis 59 € netto pro Monat; Pakete mit mehr Leistung liegen bei rund 70 bis 150 €, Betreuung für Shops oder umfassende Pakete ab etwa 290 €. Vergleichen Sie Pakete anhand der Klauseln, nicht nur anhand des Preises.
Was österreichische Anbieter verlangen
Die folgenden Zahlen stammen von den öffentlichen Preisseiten einiger österreichischer Anbieter, abgerufen im November 2026, jeweils netto. Sie sind eine Stichprobe, kein vollständiger Marktüberblick.
| Anbieter (Standort laut Website) | Einstieg | Größeres Paket | Laufzeit laut Website |
|---|---|---|---|
| purin.at (Wien) | 59 €/Monat | 149 €/Monat; Shops ab 299 € | monatlich kündbar |
| wordpress-wartungen.at (Wien) | 40 €/Monat | 70 € bzw. 90 €/Monat | 3 Monate Mindestlaufzeit, dann monatlich kündbar |
| resonanz-digital.at (Wien) | 39 €/Monat | 59 €/Monat (M) | Abrechnung jährlich im Voraus, Erstattung bei vorzeitiger Kündigung |
| wedodesign.at | 49 €/Monat | 99 €/Monat | monatlich kündbar |
| haddes.at (Graz) | 39 €/Monat | 79 €/Monat | monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit |
| webdesign-tashi.at | ab 39 €/Monat | nach Angebot | keine Mindestlaufzeit |
| inconcepts.at | Update-Pakete ab 35 €/Monat | Betreuung ab 290 €/Monat | nicht angegeben |
Auffällig sind die Unterschiede im Detail: Bei haddes.at etwa umfasst das Basispaket wöchentliche Backups mit 7 Tagen Aufbewahrung, das Pro-Paket tägliche Backups mit 30 Tagen. Arbeiten außerhalb des Pakets werden nach Stundensatz verrechnet, laut den Seiten zum Beispiel 70 € (wordpress-wartungen.at) oder ab 127,50 € (inconcepts.at). Für Websites, die der Anbieter nicht selbst gebaut hat, verlangen manche eine einmalige Einstiegsprüfung, bei wedodesign.at etwa 190 €.
Die Klauseln im Einzelnen
1. Leistungsumfang und Systemgrenzen
Halten Sie fest, welche Website(s), welches CMS und welche Erweiterungen umfasst sind. Manche Anbieter schließen bestimmte Systeme aus; wordpress-wartungen.at etwa nimmt WooCommerce, BuddyPress und bbPress aus den kleinsten Paketen aus. Ein Online-Shop braucht fast immer ein eigenes Paket.
Prüffrage: Was passiert, wenn ein neues Plugin dazukommt? Ist es automatisch enthalten oder kostet es extra?
2. Updates
- Wie oft: wöchentlich, monatlich, sofort bei Sicherheitslücken?
- Was: CMS-Kern, Plugins, Theme, PHP-Version des Servers?
- Wie: direkt auf der Live-Seite oder zuerst in einer Testumgebung (Staging)?
- Wer prüft danach, ob die Seite noch funktioniert, und wie?
3. Backups und Wiederherstellung
- Häufigkeit und Aufbewahrungsdauer
- Speicherort: getrennt vom Webserver, idealerweise in der EU
- Wiederherstellung inklusive oder extra? Ein Backup nützt nur, wenn das Zurückspielen geregelt ist. Manche Anbieter schreiben die Wiederherstellung ausdrücklich ins Paket.
- Wird eine Wiederherstellung regelmäßig getestet?
4. Reaktionszeiten (SLA)
Unterscheiden Sie zwischen Antwortzeit und Behebungszeit. Viele Anbieter nennen eine Antwortzeit von 24 Stunden; purin.at nennt für das Business-Paket eine Reaktion binnen 12 Stunden an Werktagen von 8 bis 17 Uhr. Legen Sie fest:
- Was gilt als Notfall (Seite offline, gehackt, Shop-Kasse defekt)?
- Gilt die Reaktionszeit auch am Wochenende?
- Über welchen Kanal melden Sie einen Notfall?
5. Sicherheitsvorfälle
Hier wird es ernst. Regeln Sie:
- Was der Dienstleister bei einem Hack oder Malware-Befall tut und ob das im Paket enthalten ist.
- Wie und wie schnell Sie informiert werden.
- Wer die Ursache dokumentiert.
Werden dabei personenbezogene Daten verletzt, muss der Verantwortliche, also Sie, das nach Art. 33 DSGVO unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden der Aufsichtsbehörde melden, sofern ein Risiko für Betroffene besteht. Der Auftragsverarbeiter muss eine Verletzung, die ihm bekannt wird, unverzüglich an Sie melden. Diese Pflicht sollte im Vertrag konkret stehen.
6. Datenschutz: Auftragsverarbeitung
Hat der Wartungsdienstleister Zugriff auf Formulardaten, Kundenkonten oder Bestellungen, verarbeitet er personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag. Art. 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag über die Auftragsverarbeitung. Lassen Sie sich ihn zusammen mit dem Wartungsvertrag geben.
7. Inhaltliche Änderungen
Technische Wartung ist nicht dasselbe wie Inhaltspflege. Manche Pakete enthalten ein Kontingent, etwa eine Stunde Änderungsleistung pro Monat oder 15 Minuten Support-Zeit. Klären Sie, ob nicht genutzte Zeit verfällt und welcher Stundensatz darüber hinaus gilt.
8. Berichte
Ein kurzer monatlicher Bericht zeigt, was gemacht wurde: Updates, Backups, Ausfälle, Auffälligkeiten. Er ist auch Ihr Nachweis, falls einmal etwas schiefgeht.
9. Laufzeit und Kündigung
Die Stichprobe zeigt eine Spanne von „monatlich kündbar“ bis zu Mindestlaufzeiten oder jährlicher Vorauszahlung. Für kleine Betriebe ist eine kurze Kündigungsfrist meist die bessere Wahl. Achten Sie auf automatische Verlängerungen und darauf, ob Preiserhöhungen angekündigt werden müssen.
10. Übergabe bei Vertragsende
Die wichtigste Klausel, die oft fehlt. Vereinbaren Sie, dass Sie bei Vertragsende erhalten:
- alle Zugangsdaten (Hosting, Domain, CMS-Administrator, Datenbank, DNS)
- ein aktuelles, vollständiges Backup
- Lizenzschlüssel, sofern Lizenzen auf Ihren Namen laufen, oder eine Info, welche Lizenzen beim Anbieter verbleiben
- eine kurze Dokumentation von Besonderheiten
Achtung bei inkludierten Premium-Lizenzen: Wenn der Anbieter Plugin-Lizenzen „mitbringt“, laufen sie oft über sein Konto. Nach der Kündigung brauchen Sie dann eigene.
Wie viel Wartung braucht Ihre Website?
- Einfache Visitenkarten-Website: Ein Basispaket mit regelmäßigen Updates, Backups und Monitoring reicht meist.
- Website mit Formularen, Buchungen oder Kundenbereich: Tägliche Backups, schnellere Reaktion und Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Online-Shop: eigenes Shop-Paket, Testumgebung, klare Notfallregeln.
Wenn statt einer Website eine individuelle Web-App betreut werden soll, gelten ähnliche Klauseln, aber andere Preise; Hinweise dazu stehen im Beitrag Web-App entwickeln lassen in Österreich.
Häufige Fragen
Kann ich die Wartung nicht einfach selbst machen?
Ja, wenn jemand regelmäßig Zeit hat, Backups prüft und nach Updates testet. Das Risiko liegt dann bei Ihnen; ein Paket kauft vor allem Verlässlichkeit und schnelle Hilfe im Notfall.
Ist Hosting im Wartungspreis enthalten?
Meistens nicht. Einige Anbieter bieten Hosting und Wartung gemeinsam an. Lassen Sie beide Posten getrennt ausweisen, damit Sie vergleichen können.
Was ist, wenn mein bisheriger Webdesigner nicht mehr erreichbar ist?
Dann brauchen Sie zuerst die Zugänge zu Hosting und Domain. Viele Anbieter übernehmen fremde Websites nach einer einmaligen Prüfung.
Wenn Sie einen bestehenden Wartungsvertrag gegen diese Liste prüfen möchten, schicken Sie uns eine kurze Nachricht.
Quellen
- https://www.purin.at/leistungen/wordpress-wartung/
- https://wordpress-wartungen.at/pakete-preise/
- https://resonanz-digital.at/wordpress-agentur/wordpress-wartung/
- https://wedodesign.at/leistungen/wartung/
- https://haddes.at/wordpress-wartung/
- https://www.inconcepts.at/web-agentur/website-betreuung/
- https://www.webdesign-tashi.at/homepage-wartung-wordpress/
- https://dsgvo-gesetz.de/art-28-dsgvo/
- https://dsgvo-gesetz.de/art-33-dsgvo/